Automatisierung

Künstliche Intelligenz – Datenmanagement am Bau

Etwa sieben Prozent aller Erwerbstätigen sind in der Bauindustrie beschäftigt. In Deutschland zählt die Branche rund zwei Millionen Arbeitnehmer in ca. 330.000 Betrieben. Um die Leistungsfähigkeit zu steigern, investiert man mehr und mehr in das digitale Business. Doch die deutsche Baubranche hinkt im internationalen Vergleich noch hinterher. Dabei stecken in künstlicher Intelligenz (KI) Potenziale der Digitalisierung für ökonomische Erfolgsvariablen wie Wettbewerbsfähigkeit, Innovationsfähigkeit oder Arbeitsproduktivität.

Künstliche Intelligenz in der Immobilienbranche (Bild: Fotomek/stock.adobe.com)
Künstliche Intelligenz in der Immobilienbranche (Bild: Fotomek/stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz beschreibt eine Technik, die Probleme erkennen und lösen kann. Anhand von Daten „lernen“ Computer aus Mustern und können daraus spezifische Methoden ableiten, um Aufgaben zu lösen. Die Maschine agiert dabei ähnlich wie der Mensch, der seine kognitiven Fähigkeiten einsetzt. In der Baubranche werden KIs künftig mehr und mehr Anwendung finden, denn nur so schaffen es die Unternehmen, mit der Konkurrenz am Markt Schritt zu halten.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten der Künstlichen Intelligenz

Die Möglichkeiten für den Einsatz der KIs sind dabei sehr breit gefächert. Um Mehrkosten zu vermeiden, können KIs zur Budget-Überwachung eingesetzt werden. Vor allem bei großen Bauprojekten im Wohnungsbau profitiert die Branche. Computer werden künftig eine Vielzahl von Daten zu einzelnen Projekten effizient analysieren und vor einen Budget-Überschreitung rechtzeitig warnen. Building Information Modeling (BIM) basiert auf 3D-Modellen, das mittels vorhandener Daten geplant und durchgeführt wird. BIM-Software lernt mit jeder Anwendung Algorithmen und optimiert künftige Bauprojekte.

Risiken auf Baustellen werden durch KI minimiert. Eine computergesteuerte Risikobewertung ermittelt die risikoärmsten Subunternehmer für eine große Baustelle. Probleme lassen sich automatisch Prioritätsstufen zuweisen und die Teams der einzelnen Subunternehmen können enger zusammenarbeiten, um Risiken zu senken. Um die Produktivität zu steigern, werden immer mehr Maschinen auf Baustellen eingesetzt, die sich autark bewegen und Arbeiten durchführen. Autonome und teilautonome Roboter entlasten die Arbeiter, sind aber gleichzeitig effektiver. Die gesamte Bauzeit eines Projektes verringert sich.

VR-Brillen zur Wohnungebesichtigung

KI-Systeme greifen auf unzählige Datenmengen (Big Data) zu, die der Mensch in langwierigen Prozessen auswerten müsste. Daten aus Bildern von Mobilgeräten, Drohnenvideos, Sicherheitssensoren, Building Information Modeling (BIM) und anderen Systemen sind eine unerschöpfliche Informationsquelle für Planer und Architekten. Jede Baustelle wird zu einer potenziellen Datenquelle, aus der sich gewonnene Erkenntnisse für künftige Projekte nutzen lassen. Virtual-Reality-Brillen (VR) und Roboter unterstützen künftig nach der Fertigstellung der Immobilien die Investoren bei der Vermietung oder beim Verkauf der Objekte. Künstliche Intelligenz wird künftig mittels BIM bis zum Ende des Lebenszyklus einer Immobilie eingesetzt werden.

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