Mini-Kraftwerk im eigenen Haus produziert Strom und Wärme

17.08.2015

Ein hauseigener, günstiger Stromtarif? Was sich für die meisten nach ferner Zukunft anhört, ist für Mieter in Berlin-Köpenick bereits Wirklichkeit geworden. Um für eine kostengünstige und klimaschonende Energieversorgung zu sorgen, hat die degewo bei Neubauwohnungen in der Joachimstraße 8 erstmals ein Blockheizkraftwerk (BHKW) sowie fernauslesbare Stromzähler, sogenannte Smart Meter, in Eigenregie in ein Wohngebäude eingebaut.

BHKW-Pilotprojekt von degewo und GETEC ENERGIE AG
FOTO: GETEC

Projektpartner ist der Energiedienstleister GETEC ENERGIE AG, der Stromlieferung, Energiedatenmanagement und Abrechnung übernimmt. In dem gemeinsamen Pilotprojekt werden nun die Erfahrungen mit der neuen Technologie und ihrer Nutzung durch die Mieter ausgewertet.

Die neu erbauten Mehrfamilienhäuser werden mit einem Erdgas-BHKW versorgt, das neben Wärme auch Strom produziert und dabei hocheffizient ist. Der Einsatz dieser Technologie ist für Berlins führendes Wohnungsunternehmen zwar nicht neu. In den vergangenen Jahren wurden mehrere große Anlagen unter anderem in Mariengrün und Köpenick errichtet. Neu ist allerdings, dass degewo und Getec Energie AG den Mietern in der Joachimstraße einen hauseigenen Stromtarif bieten. Über ihren individuellen Verbrauch können sich die Kunden jederzeit in einem geschützten Bereich im Internet informieren. Zudem hat die Unternehmenstochter degewo Wärme GmbH ein solches Mini-Kraftwerk erstmals direkt in ein Wohngebäude eingebaut und betreibt die Anlage mittels Fernüberwachung.

Ein Blockheizkraftwerk als umweltfreundliche Alternative
Das BHKW im eigenen Haus schafft eine preisgünstige und vor allem umweltfreundliche Alternative zu den großen Energienetzen. "Unsere Mieter können damit Geld sparen und nebenbei etwas für die Umwelt tun", sagt Ulrich Jursch, Geschäftsführer der degewo Wärme GmbH.

Anders als bei der Stromproduktion in Großkraftwerken müssen beim Einsatz eines BHKW keine langen Strecken über öffentliche Netze in Kauf genommen werden, denn es befindet sich vor Ort. Die erzeugte Wärme geht nicht verloren, sondern kann direkt im angeschlossenen Haus genutzt werden. Zusätzlich zu den genannten Vorzügen sieht das umweltfreundliche Energieversorgungsmodell in der Joachimstraße vor, den nicht verbrauchten Strom in das Berliner Netz einzuspeisen.

Strom-Anbieter-Wechsel steht den Mietern frei
Optional zum Mietvertrag haben die Mieter die Möglichkeit, einen Stromliefervertrag mit der Getec Energie AG abzuschließen. Der Anbieter spricht von Einsparungen von bis zu 100 Euro im Jahr - abhängig von Haushaltsgröße und Verbrauch. Für einen Wechsel spräche, dass Mieter ihren Verbrauch in einem Internetportal stets im Blick behalten könnten. Möglich machen dies sogenannte "Smart Meter", welche die Stromzähler elektronisch aus der Ferne ablesen.

Foto: Moritz Matthies, Leiter Business Development bei der GETEC ENERGIE AG (li.) und Ulrich Jursch, Geschäftsführer der degewo Wärme GmbH erläutern das Blockheizkraftwerk im Keller des Wohnhauses.

Lesen Sie in der nächsten IVV-Ausgabe mehr über wirtschaftliches Heizen. Heft 09/2015 erscheint am 7. September.

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