19 Wohnungsunternehmen und -genossenschaften gründen Zweckgesellschaft

Wie kann der Spagat zwischen Klimaschutz und bezahlbarem Wohnraum gelingen? Die Dekarbonisierung der Immobilienbestände kostet viel Geld, zahlreiche Wohnungsunternehmen fühlen sich mit den Herausforderungen im Stich gelassen. Deshalb wurde die Initiative KliWo – Klimafreundliches Wohnen gegründet: nicht jedes Wohnungsunternehmen muss alles neu erfinden.

Hinsichtlich der Anschaffung von Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden und verschiedenen Abrechnungsmodellen, fühlen sich Vermietende oftmals allein gealssen. Das muss nicht sein, wenn man sich einer Gemeinschaft anschließt. Bild: Pixabay/ Solarimo
Hinsichtlich der Anschaffung von Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden und verschiedenen Abrechnungsmodellen, fühlen sich Vermietende oftmals allein gealssen. Das muss nicht sein, wenn man sich einer Gemeinschaft anschließt. Bild: Pixabay/ Solarimo

Starke Gemeinschaft - von anderen profitieren

Das InWIS-Institut möchte mit Unterstützung des Brüsseler Expertenteams von AxHA sowie dem VdW Rheinland Westfalen die Initiative starten. Bereits 19 Wohnungsunternehmen und -genossenschaften mit rund 50.000 Wohneinheiten haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam eine eigene Zweckgesellschaft zu gründen und so die Transformation zur Klimaneutralität wirtschaftlich, effizient und ohne die typischen Hürden für „Einzelkämpfer“ anzugehen.

Die Umsetzung von Photovoltaik in Mieterstrommodellen, der Einbau smarter Steuerungstechnik sowie viele weitere Maßnahmen sind entscheidend auf dem Weg zur Klimaneutralität des Bestands. Damit werden aber nicht nur erhebliche Investitionsmittel gebunden, auch technische und organisatorische Hürden müssen bewältigt werden. Deshalb können Wohnungsunternehmen beispielsweise die Einrichtung, den Betrieb und die Steuerung von Photovoltaikanlagen outsourcen ebenso wie die Einführung eines funktionierenden Mieterstrommodells mit entsprechender Abrechnung. Das ist einfach und risikoarm, allerdings bestimmen dann andere das Geschäftsmodell. Oder ein Wohnungsunternehmen macht all das selbst. Dies erscheint angesichts der Komplexität für kleinere und mittlere Unternehmen kaum praktikabel.

Genau hier setzt KliWo an: Die Zweckgesellschaft oder -genossenschaft wird eigens gegründet, um diese und viele weitere Aufgaben zu übernehmen, bleibt aber im Eigentum der Wohnungsunternehmen. So können diese auch über Erlöse bestimmen und sie ggfs. verwenden, um ihren Mietern besonders gute Konditionen zu bieten oder mehr investive Mittel für den eigenen Klimapfad freizumachen. Ebenso zielt das Vorhaben darauf ab, gemeinsam Fördermittel zu akquirieren und die Finanzierung zu sichern.

Bei allen diesen Überlegungen gilt: „Alles kann – nichts muss!“. Manche Genossenschaft hat schon ein Mieterstrommodell erprobt oder kümmert sich selbst um die Beschaffung von Wärmepumpen. Andere sind bereits in die (serielle) Modernisierung von Beständen eingestiegen oder haben andere Maßnahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität umgesetzt. Für die gemeinsame Initiative ist das kein Problem, denn am Ende zählt der Erfolg, messbar in eingesparten Tonnen CO und in Euro, die an anderer Stelle investiert werden können.

Mitstreiter gesucht!

Sie können sich der Initiative KliWo anschließen. KliWo wurde durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer des InWIS e. V. ins Leben gerufen und wird von der InWIS Forschung & Beratung GmbH koordiniert. Die Botschaft ist klar: Wer sich jetzt anschließt, treibt nicht nur aktiv die Klimaneutralität der Wohnquartiere voran, sondern profitiert auch von den Vorteilen gemeinsamer Strukturen, gesicherter Fördermittel und gebündelter Investitionskraft. Für die laufende Vorbereitungsphase fällt für die Wohnungsunternehmen oder Wohnungsgenossenschaften einmalig ein Beitrag von 6.500 Euro an.

Quelle: EBZ Business School

Redaktion (allg.)

Pixabay/ Mohamed_hassan
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