VNW-Umfrage im Norden

Corona führt zu mehr Konflikten in Mietshäusern

Die Zahl der häuslichen und nachbarschaftlichen Konflikte hat einer Umfrage unter norddeutschen Wohnungsunternehmen zufolge während der Corona-Pandemie zugenommen.

Gereizte Grundstimmung: Viele Menschen sind der Pandemie müde. Foto: Adobstock/JackF
Gereizte Grundstimmung: Viele Menschen sind der Pandemie müde. Foto: Adobstock/JackF

So berichten die Mitgliedsunternehmen des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) von einer höheren Zahl an Mieterbeschwerden. Die Verantwortlichen in den Unternehmen führten diese Entwicklung auf die Corona-Pandemie und das „häufigere Zuhausesein“ zurück. Der Verband habe die Umfrage unmittelbar vor Weihnachten durchgeführt; an der Umfrage hätten sich 63 Unternehmen beteiligt.

Den Unternehmen zufolge hat sich die „Qualität der Beschwerden“ verändert. Es sei zunehmend eine „gewisse Grundanspannung“ wahrnehmbar. So meldeten Mieterinnen und Mieter vermehrt kleine Alltagsprobleme und beschwerten sich früher über kleinere Störungen. Lärmbelästigungen spielten inzwischen eine größere Rolle. „Die Menschen haben genug von Lockdown, Quarantäne und Einschränkungen und fühlen sich frustriert“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Ihnen scheint die Decke auf den Kopf zu fallen. Zu spüren bekommen diese Unzufriedenheit und den Frust oftmals zuallererst die Nachbarn.“

Keine Schlichtungsgespräch vor Ort möglich

Einige Unternehmen berichten zudem von „zunehmend verhärteten Fronten“ zwischen den Haushalten. Die Pandemie verschärfe bestehende Konflikte, steigere die Unzufriedenheit von Mietern sowie ihre Ungeduld. Zudem berichten die Unternehmen, dass sie auf Grund der Pandemie vor Ort kaum Schlichtungsgespräche anbieten könnten. Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass sie mit einer direkten und sofortigen Ansprache der Konfliktparteien versuchten, den Auseinandersetzungen entgegenzuwirken und die Situation zu entspannen.

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Menschen vermehrt unter der Corona-Pandemie leiden und sich das auf ihr privates Umfeld auswirkt“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Das war sicher erwartbar. Zugleich verdeutlichen die Antworten aber, dass die sozialen Vermieter vieles tun, das über das Angebot einer Wohnung hinausreicht. Sie sind da, wenn es ihren Mieterinnen und Mietern schlecht geht. Die sozialen Vermieter sorgen damit für den sozialen Frieden in den Quartieren.“ Die im VNW organisierten Genossenschaften und -gesellschaften seien die ersten, die mit sozialen Konflikten konfrontiert werden und dafür Lösungen entwickelt hätten. Es wird nicht gedroht, sondern versucht, diese Probleme im Gespräch zu lösen. Auch das habe die Umfrage ergeben: die direkte und sofortige Ansprache sei der erfolgversprechendste Weg, Streit aufzulösen. (Red.)

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