Immobilienmarkt

Corona-Krise verstäkt Trends

Im Oktober tauschten sich renommierte Experten zur Frage "Treiber oder Bremse: Was bedeutet Corona für den Immobilienmarkt?" bei einer Online-Diskussion aus. Aus Sicht der Experten haben sich überwiegend Trends verstärkt, die sich bereits vorher abzeichneten, etwa für Handels-Immobilien oder bei den Büroflächen. Bei Businesshotels kam der Einbruch durch rapide gesunkene Geschäftsreisen überraschend und mit langfristigen Folgen. Einig sind sich die Experten darin, dass die Pandemie den Immobilienmarkt in Richtung Flexibilität und Nachhaltigkeit vorangebracht habe.

BILD: ADOBEBESTOCK/ SUTOWO
BILD: ADOBEBESTOCK/ SUTOWO

Zukunftschancen der Branche

Teilnehmer der Expertenrunde waren Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust, ECE-Director Markus Lentzler, Stefan Kögl, General Manager der Siemensstadt 2.0 in Berlin und Arcadis CEO Marcus Herrmann. Moderiert wurde die Runde von Prof. Dr. Thomas Beyerle, Managing Director bei Catella Property Valuation GmbH.

Von Beust sieht bei Privatimmobilien eine Verschiebung über die Stadtgrenzen hinaus. Langfristige Homeoffice-Konzepte ermöglichen die Arbeit von jedem Standort aus, dies erhöhe die Nachfrage nach Wohneigentum im Umland. In der Folge würden die Preise für innerstädtische Wohnungen gerade im mittleren Preissegment fallen, prognostiziert der ehemalige Bürgermeister.

Chancen sieht von Beust insbesondere im öffentlichen Wohnungsbau. Hier könnten noch brachliegende Flächen mobilisiert und auf diese Weise vergleichsweise günstig Boden erworben werden, was die stark gestiegenen Baukosten zumindest zu einem Teil ausgleicht.

Für Büroimmobilien prognostiziert von Beust eine langfristig durchgreifende Bedarfs- und Nutzungsveränderung.

Leben, Wohnen und Arbeiten im Stadtteil der Zukunft

Stefan Kögl, General Manager für das Projekt Siemensstadt 2.0 in Berlin-Spandau, prognostiziert für die Zukunft eine Integration von Wohnen und Arbeiten innerhalb eines Vierteles. Nachgefragt würden attraktive Wohnungen, von denen aus der Arbeitsplatz zu Fuß, mit dem Rad oder mit innovativen Mobilitätskonzepten erreicht werden könne. Beim Neubau moderner Wohn- und Arbeitsquartiere wie der Siemensstadt stehen Kögl zufolge die Nachhaltigkeit sowie der CO2-neutrale Betrieb und eine digitale Infrastruktur ganz oben.

Die Krise könne dazu führen, dass Unternehmen risikobereiter agieren würden, meint Marcus Herrmann, CEO Europe Central des Planungs- und Beratungsunternehmens Arcadis. Der Wandel sollte die Branche motivieren, so intelligent zu investieren, dass es wirtschaftlich wieder bergauf geht.

Hier können Sie die gesamte Online-Paneldiskussion als Videoaufzeichnung nachverfolgen:

Panel-DiskussionSnap Content

Quelle: Arcadis Germany GmbH

 

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