Nachverdichtetes Wohnen mit Microhäusern

Echter Trend gegen Baulandknappheit?

Das kommunale Wohnungsunternehmen hanova will einen Trend erkannt haben und realisiert eine erste Tiny-House-Siedlung. Die ersten Mieter zogen am 1. August in ihr neues Zuhause ein, im grünen Hinterhof der Roesebeckstraße in Hannover Linden-Süd.

Für diese vier neuen Tiny-Houses hatten sich hunderte Bewerber gemeldet. Die glücklichen vier Mieter zogen in ihre jeweils 28 Quadratmeter großen Häuser Anfang August ein. BILD: hanova/ Henning Stauch
Für diese vier neuen Tiny-Houses hatten sich hunderte Bewerber gemeldet. Die glücklichen vier Mieter zogen in ihre jeweils 28 Quadratmeter großen Häuser Anfang August ein. BILD: hanova/ Henning Stauch

Hinterhöfe bieten Platz für neuen Wohnraum

Geht es nach hanova-Geschäftsführer Karsten Klaus, stellen Tiny-Houses weit mehr als einen vorübergehenden Trend dar: "Sie verkörpern ein neues Lebensgefühl, das auch städtebaulich bestens in die Zeit passt, weil ihr Flächenbedarf minimal ist und sie somit ideal für Nachverdichtung geeignet sind. Bauland ist knapp. Gerade in Hannover. Grüne Hinterhöfe gibt es hingegen viele, die für den klassischen Mietwohnungsgeschossbau keinen Platz bieten, aber Raum für ressourcenschonende Tiny-Houses bieten. Hinzu kommt, dass sich mit den kompakten Kleinhäusern schnell und einfach neuer Wohnraum schaffen lässt. Für uns war es ein zukunftsweisendes Pilotprojekt, aus dem durchaus noch mehr erwachsen kann.“

Kein Zentimeter wird verschenkt

Ende Juni kamen die vollständig vorgefertigten Microhäuser per Tieflader an. Ein mobiler Kran nahm die 7,20 Meter langen, 3,90 Meter breiten und 3,90 Meter hohen Microhäuser dann einzeln an den Haken und platzierte sie in einem grünen Innenhof nahe der Ihme. Ein sportliches Timing: Damit verstrichen vom Aufbau bis zum Einzug gerade mal vier Wochen. Die Kaltmiete beträgt 490 Euro je Tiny-House.

Die loftartig geschnittene Holz-Glaskonstruktion der Tiny-Houses kommt im eleganten Design daher und erstreckt sich über zwei Etagen. Nischen bieten Stauraum. Das Bad (Toilette und Dusche) und die Küche sind vorinstalliert und hochwertig ausgestattet. Die nach Süden ausgerichtete Glasfront erstreckt sich über beide Etagen und sorgt für lichtdurchflutete „Räume“.

Das Schlafzimmer befindet sich auf der zweiten Ebene und wird über eine kleine Treppe erreicht, unter der sich das Bad befindet. Jedes Tiny House verfügt über eine vorgelagerte, überdachte Terrasse, die zusätzlichen Freiraum bietet. Ein Elektrolastenrad, das von den Mietern vor Ort per App gebucht werden kann, unterstreicht den ökologischen Grundgedanken des Projektes.

Die Microhäuser, Modell „KODA Loft“ stammen von Firma Kodasema. Kodasema OÜ ist ein Architektur- und Ingenieurbüro, das innovative Wohnlösungen entwickelt.

Quelle: hanova

TIPP: In der IVV Ausgabe 10/21 (erscheint Anfang Oktober 2021) erscheint ein ausführlicherr Artikel zum Thema Kleinsthäuser, Microhäuser und Tiny-Houses als Vermietungsobjekte.

weiterlesen:
Wohnwünsche immer vielfältiger und anspruchsvoller
Probewohnen in einem Tiny House in Berlin
IVV-Fachartikel: Kleines Haus ganz groß – Trend aus den USA findet immer mehr Anhänger
IVV-Fachartikel (aus 10/21): Wohnen im Winzling - Tiny Houses als Lösung für den Wohnungsmangel?

 

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