GdW kritisiert zu lange Genehmigungsverfahren beim Bauen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde in Deutschland im Jahr 2020 der Bau von insgesamt 368.400 Wohnungen genehmigt. Die Dynamik bei den Baugenehmigungen hat in Zeiten der Coronakrise aber nachgelassen. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW kritisiert die viel zu lange dauernden Genehmigungsverfahren. Außerdem: Genehmigt sei noch lange nicht gebaut.

Im Jahr 2020 wurde der Bau von 368.400 Wohnungen genehmigt. Die Zahl stieg damit gegenüber dem Jahr 2019 um knapp 8.000 oder 2,2 Prozent. Eine zu flache Dynamik wie die Wohnungswirtschaft findet. FOTO: M.EISINGER
Im Jahr 2020 wurde der Bau von 368.400 Wohnungen genehmigt. Die Zahl stieg damit gegenüber dem Jahr 2019 um knapp 8.000 oder 2,2 Prozent. Eine zu flache Dynamik wie die Wohnungswirtschaft findet. FOTO: M.EISINGER

Schub bei den Baugenehmigungen sei notwendig

Zu lange Genehmigungsverfahren und viel zu wenige Baugrundstücke mit spekulativen Preisvorstellungen der Verkäufer seinen der Flaschenhals für schnelles und effizientes Bauen, sagt der GdW. Die in vielen Städten jetzt propagierte Grundstücksvergabe im Erbpachtmodell würde deshalb nicht laufen, weil viele Kommunen völlig überhöhte Erbpachten verlangten und die Vertragsbedingungen eher abschreckend gestaltet seien.

Der GdW bittet die Kommunen eindringlich, ihrer Rolle beim bezahlbaren Wohnen zusammen mit den anderen Partnern gerecht zu werden und sich an den Städten und Landkreisen zu orientieren, die diese Disziplin aufbringen und so ihrer Bevölkerung auch mehr bezahlbaren Wohnraum anbieten können.

Es gilt zudem: Genehmigt ist noch lange nicht gebaut. Von den eigentlich pro Jahr benötigten 140.000 preisgünstigen Mietwohnungen sind beispielsweise 2019 am Ende weniger als 78.000 und damit nur 56 Prozent des eigentlichen Bedarfs fertiggestellt worden. Denn Bauherren stehen neben langwierigen Verfahren weitere zahlreiche Hürden im Weg: eine steigende Normen- und Auflagenflut, zu geringe Baukapazitäten und ein mangelndes Neubauklima in der Bevölkerung.

Bauherren brauchen Planungssicherheit

Dabei sind Bauherren vor allem auf eines angewiesen: Planungssicherheit. Deshalb sind auch einfache und zügige Genehmigungs- und Vergabeverfahren notwendig, die sie vor langen Verzögerungen bewahren. Der über Jahre anhaltende Wohnungsmangel in Deutschlands Ballungsregionen zeigt aber, dass die Verwaltungswege deutlich zu weit und aufwändig sind. Einige Länder sind leider immer noch am Zug, die in der Musterbauordnung bereits aufgenommene Typengenehmigung zur Ermöglichung serieller und modularer Bauweisen in die Landesbauordnungen aufzunehmen.

Deutschland braucht Bundesministerium für Wohnen, Bauen, Heimat und Infrastruktur

Beim Thema Bauen müsse Deutschland schneller und effizienter agieren, so der GdW. Die Digitalisierung von Verfahren müsse beschleunigt werden. Dafür brauchen wir Ermöglichungsbehörden, die den Weg für zukunftsfähiges und soziales Bauen frei machen“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

Quelle: GdW

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