EXPO REAL 2021

Gelungenes Branchenevent unter Corona-Bedingungen

Die Immobilienbranche freute sich über ein Wiedersehen: In München kamen vom 11. bis 13. Oktober Unternehmensrepräsentanten und Aussteller zusammen. Sie tauschten sich aus über die Herausforderungen durch Corona, den Klimawandel und die Digitalisierung. Die EXPO REAL gilt als Europas wichtigste Immobilienmesse.

Expo Real 2021: Das wichtigste Netzwerk der europäischen Immobilienwirtschaft fand im Oktober 2021 statt - trotz Corona . BILD: Messe München
Expo Real 2021: Das wichtigste Netzwerk der europäischen Immobilienwirtschaft fand im Oktober 2021 statt - trotz Corona . BILD: Messe München

„Die EXPO REAL ist Europas wichtigster Treffpunkt der Immobilienwirtschaft und Startschuss für das Jahresendgeschäft. Das haben wir genutzt – persönlich und in Präsenz. Gleichzeitig ist die Dichte an Entscheidern und Führungskräften in diesem Jahr besonders hoch, die Qualität der Gespräche sehr gut“, meinte Chiara Aengevelt, geschäftsführende Gesellschafterin von Aengevelt Immobilien.

Das Konferenzprogramm bot wie gewohnt vielfältige Informationen zu Märkten und Segmenten, zu digitalen Innovationen – und natürlich auch den Blick auf grundlegende Entwicklungen.

Viele Foren zeigten: Branche fällt beim Klimaschutz eine Schlüsselrolle zu

Über 19.200 Teilnehmer aus 52 Ländern (2019: 46.747 / 76) kamen zur EXPO REAL nach München. Die Gesamtteilnehmerzahl unterteilte sich in 9.916 Fachbesucher (2019: 22.065) und 9.296 Unternehmensrepräsentanten (2019: 24.682). Die Top Ten-Besucherländer waren nach Deutschland: Österreich, Niederlande, Großbritannien und Nordirland, Schweiz, Polen, Frankreich, die Tschechische Republik, Luxemburg, Spanien und Italien.

Die 1.198 Aussteller kamen aus 29 Ländern (2019: 2.189 / 44). Die Top Ten-Ausstellerländer waren neben Deutschland: Österreich, Niederlande, Polen, Schweiz, Portugal, Rumänien, Spanien, Frankreich, Serbien und Italien. Internationale Gemeinschaftsstände kamen aus Österreich („Austria“, „Europa Mitte“), der Schweiz („Swiss Circle“), den Niederlanden („Holland Property Plaza“, „Holland Metropole“) sowie aus Barcelona, Lodz, Moskau und Prag.

„Die EXPO REAL 2021 (...) hat allen Akteuren deutlich vor Augen geführt, dass die großen Zukunftsaufgaben – Klimawandel, Transformation, Digitalisierung – nur durch gemeinsame Kraftanstrengungen, quer durch alle Bereiche, bewältigt werden können. Gut, dass die Branche in München drei Tage lang Vertrauen auftanken konnte. Der Zeitpunkt war goldrichtig“, erklärt Fabian Hellbusch, Leiter Marketing und Kommunikation von Union Investment Real Estate.

>> Vorbericht: Die Branche trifft sich mit Maske und 3G

Zahlreiche Vorträge und Diskussionen aus dem Konferenzprogramm sowie Aussteller- und Start-up-Präsentationen wurden aufgezeichnet und werden bis Mitte November 2021 auf der Online-Plattform EXPO REAL ONLINE abrufbar sein.

Expo Real 2021 - Stimmen aus der Immobilienwirtschaft

„Das Messeerlebnis war trotz der außergewöhnlichen Umstände fast wie früher. Es wurde viel und intensiv gearbeitet. In vielen Assetklassen herrscht weiterhin eine große Produktknappheit. Beim Thema ESG wird deutlich, dass die Branche dringend verbindliche
und transparente Vorgaben braucht. Unklare regulatorische Standards sorgen derzeit für große Unsicherheit und bremsen Investitionen in nachhaltige Assets“ sagte Dr. Tim Schomberg, geschäftsführender Gesellschafter und CEO, KINGSTONE Real Estate nach der Immobilienmesse im Oktober 2021.

"Die Expo Real hat gefehlt und sich furios zurückgemeldet, die Aufbruchstimmung war überall zu spüren. Es war eine Arbeitsmesse auf hohem Niveau. Das Thema ESG wird in der Branche endlich ernst- und angenommen. Die Assetklasse Healthcare erregt zunehmend
Aufmerksamkeit bei Investoren, weil sie stabile und attraktive Renditen in einem immer komplexeren Marktumfeld bietet", sagte Paul Muno, geschäftsführender Gesellschafter KINGSTONE Living & Care.

Ingo Hartlief, CEO, DEMIRE AG gab zum Ausruck: „Der direkte persönliche Austausch ist das Lebenselixier der Branche. Die Expo Real 2021 war wichtig und überzeugte mit Qualität statt Masse. Es gab weniger Teilnehmer, aber bessere Gespräche. Wie kaum zuvor waren haben Megatrends und externe Faktoren die Gespräche geprägt. Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Regulatorik und Inflation bestimmten die Gespräche. Die Branche erkennt, dass sich das Nutzer- und Investoren-Verhalten verändert und die Arbeit an der Immobilie und am Mieter gegenüber Spekulationen deutlich in den Vordergrund tritt.“

Florian Stöbe, Head of Investment – Germany, Verdion sieht in den nächsten Jahren Mietsteigerungen auf die Branche zukommen: „Die Hauptthemen in der Logistikimmobilienbranche sind die steigenden Grundstückspreise, ESG-konforme Investments und die Entwicklung der Mieten. Beim letzten Punkt ist die Meinung einstimmig: Wir werden in den kommenden Monaten Mietsteigerungen sehen. Die Teilnehmerzahlen auf der Expo Real sind erwartungsgemäß geringer als in den letzten Jahren. Das tut der Länge des Tages allerdings keinen Abbruch, denn der ein oder andere Termin weniger verschafft Raum für intensivere Gespräche.“

Rudi Pistora, Head of Sales, PlanRadar und damit ein Vertreter der PropTechs ist der meinung: „Der Hunger nach Digitalisierungsstrategien, gerade nach den Herausforderungen der Covid- Pandemie, ist noch nicht gestillt. Vor allem im persönlichen Austausch, der bei der Expo Real endlich wieder stattfinden kann, wird dies deutlich."

Das Team von Feldhoff & Cie. (FCI) holte Stimmungsbild von der diesjährigen Expo Real in München ein

Wie war die Messe unter diesen besonderen Umständen? Welche Themen wurden heiß diskutiert? Eine Beobachtung, die FCI von mehreren Quellen gehört hat: Gerade am Montag waren viele Marktteilnehmer in München, aber nicht auf dem Messegelände. Viele Gespräche wurden in Hotels, Cafés und Restaurants verlagert. Eine „MIPIMisierung“ der Expo Real?

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