ESG-Rating für das laufende Jahr geplant

Immobilienbestand der GWG-Gruppe soll bis 2045 klimaneutral werden

Die GWG-Gruppe, Immobilienunternehmen der Volks- und Raiffeisenbanken, hat auf der Hauptversammlung in Stuttgart eine positive Jahresbilanz 2021 vorgelegt und einen ESG-Pfad zur Klimafreundlichkeit des Wohnungsbestandes angekündigt.

Die Spitze der GWG-Gruppe: Aufsichtsratsvorsitzender Marc René Michallet, Vorstandsvorsitzender Andreas Engelhardt und Vorstandsmitglied Florian Preißler (v.li.). Foto: GWG-Gruppe
Die Spitze der GWG-Gruppe: Aufsichtsratsvorsitzender Marc René Michallet, Vorstandsvorsitzender Andreas Engelhardt und Vorstandsmitglied Florian Preißler (v.li.). Foto: GWG-Gruppe

Bis 2045 sollen – analog zum Deutschen Klimaschutzgesetz und dem Ziel der sektorenübergreifenden Klimaneutralität – die bundesweiten Immobilienbestände der GWG-Gruppe klimaneutral werden. Derzeit bewirtschaftet sie nach eigenen Angaben bundesweit rund 15.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Mit etwa 5.000 Wohneinheiten in der Region und 3.500 in der Stadt gehöre die GWG-Gruppe (Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg AG) zu den größten privaten Anbietern von Wohnraum in Stuttgart.

Ein klimaneutraler Gebäudebestand erfordert hohe Investitionen. Nach Einschätzung der Unternehmensführung sorgen die Erfolge des Geschäftsjahres 2021 für eine gute ökonomische Grundlage für die anspruchsvollen Herausforderungen der Zukunft: Das Ergebnis vor Steuern lag zum Jahresende bei 26,9 Millionen Euro, die Bilanzsumme bei rund 1,3 Milliarden Euro. Als Jahresüberschuss konnten 19,4 Millionen Euro erzielt werden. „Darüber hinaus konnte die Eigenkapitalquote von 28,4 Prozent im Vorjahr auf 29,6 Prozent abermals gesteigert werden“, führt CFO Florian Preißler aus. Unter Berücksichtigung der stillen Reserven in den Immobilienbeständen ergebe sich eine Eigenkapitalquote von 57,0 Prozent (Vorjahr: 54,4 %).

Klimafahrplan wurde schon 2021 formuliert

Die GWG-Gruppe habe bereits im letzten Jahr einen Klimafahrplan entwickelt und mit der Umsetzung bereits begonnen. Der Klimafahrplan sei zugleich der zentrale Baustein für die umfassende ESG-Strategie (Environment, Social, Governance), die im aktuellen Jahr erarbeitet werde. Ende des Jahres werde die GWG-Gruppe dann ein ESG-Rating durchlaufen. Außerdem werde das Unternehmen für das Jahr 2022 erneut eine Erklärung gemäß des Deutschen Nachhaltigkeitskondex (DNK) abgeben sowie einen umfangreichen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen.

CO2-Bilanz der Gebäude ist bereits erstellt

Für den Klimafahrplan wurde im ersten Schritt eine Bilanzierung der CO2-Emissionen für Wärme und Allgemeinstrom erarbeitet. Diese Bilanz stellt den CO2-Fußabdruck der GWG-Gruppe dar. Darauf aufbauend wurden Maßnahmen zur Senkung der Emissionen bis zum Jahr 2045 festgelegt. Hierzu gehört die Art der Energieversorgung ebenso, wie die energetische Sanierung von Fassade und Haustechnik. Auf dieser Grundlage wurden konkrete Einzelmaßnahmen auf Objektebene definiert, zum Beispiel Wärmedämmungen, der Austausch von alten Heizanlagen und der Einbau von Anlagen mit regenerativem Energieanteil sowie sonstige energetische Sanierungen. Zudem wurde zu Jahresbeginn in allen Objekten der Allgemeinstrom auf Ökostrom umgestellt.

Vorstand: „Maßnahmen werden sozialverträglich durchgeführt“

„Bei allen energetischen Sanierungen ist uns ein Aspekt besonders wichtig: Sämtliche Maßnahmen müssen so sozialverträglich wie möglich durchgeführt werden“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Andreas Engelhardt. Da Sanierungen oft mit Anstrengungen für die Mieterinnen und Mieter verbunden sind, setze die GWG-Gruppe auf eine enge Kundenbetreuung während solcher Projekte. Für etwaige Härtefälle bei Modernisierungen gebe es außerdem einen Leitfaden mit Standards zur Orientierung, der in einer Initiative u.a. mit dem Deutschen Mieterbund erstellt wurde.

Auch im Neubau schaffe die GWG-Gruppe Objekte mit hohen Energiestandards, die trotzdem für Menschen in allen Lebenslagen bezahlbar seien. Ein Beispiel hierfür sei das im letzten Jahr eröffnete „Quartier der Generationen“ am Hamburger Baakenhafen mit 373 ausschließlich geförderten oder mietpreisgedämpften Wohnungen, die von Studentinnen und Studenten, Familien, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderung bewohnt werden. (Red.)

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