VDIV Deutschland veröffentlicht Branchenbarometer 2025:

Immobilienverwaltungen zwischen Wachstum, Transformation und Fachkräftemangel

Wachstum, Digitalisierung, klimapolitische Vorgaben und Fachkräftemangel prägen die Entwicklung bei den Immobilienverwaltungen. Es gelingt ihnen mit höheren Preisen die Rentabilität zu verbessern. Herausforderungen meistert die Branche mit innovativen Lösungen. Wie die aktuelle Umfrage des VDIV zeigt, steht die KI dabei ganz oben auf der Agenda.

Virtuelle Eigentümerversammlungen werden immer beliebter. Foto: Adobestock/NongAsimo
Virtuelle Eigentümerversammlungen werden immer beliebter. Foto: Adobestock/NongAsimo

Bis Ende 2025 erwarten die Verwaltungen mit einem prognostizierten Umsatzplus von durchschnittlich 7,8 Prozent eine positive Entwicklung. Während kleinere Verwaltungen ihr Wachstum vor allem über Bestandszuwächse und Vergütungsanpassungen erzielen, setzen größere Unternehmen verstärkt auf Effizienzsteigerung – etwa durch Digitalisierung, Skaleneffekte und Prozessoptimierung – sowie den Ausbau von Sonderleistungen. Die Verbesserung der Rentabilität und die Entlastung vom administrativen Aufwand steht dabei im Vordergrund. Für 2025 planen WEG-Verwaltungen die Preise um durchschnittlich 12 Prozent zu erhöhen, bei kleinen Objekten um bis zu 17 Prozent. Ausschlaggebend sind dabei steigende Personalkosten, neue gesetzliche Anforderungen sowie ein erheblicher Mehraufwand durch Einführung und Umsetzung digitaler Prozesse.

 

Eigentümergemeinschaften immer öfter ohne Verwaltung

Bleibt eine betriebswirtschaftlich notwendige Vergütung aus, hat das spürbare Folgen: 57 Prozent der befragten Verwaltungen trennen sich bereits von Mandaten, die nicht den eigenen Rentabilitätsanforderungen entsprechen, 63 Prozent zudem von besonders zeitaufwändigen Objekten, die weiteres Wachstum verhindern. Knapp 14 Prozent nehmen überhaupt keine neuen Mandate mehr an, bei Kleinstverwaltungen sogar mehr als jedes fünfte Unternehmen. Gerade kleinere Eigentümergemeinschaften spüren dabei die Folgen und finden zunehmend keine Verwaltung mehr. Damit steigt die Zahl verwalterloser Gemeinschaften weiter, mit erheblichen Risiken für den Werterhalt der Immobilien und die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, die aufgrund von Unkenntnis häufig unterbleibt.

 

Mitarbeiter im Hochlastmodus

Verstärkt wird diese Entwicklung durch den Fachkräftemangel: 70 Prozent der Verwaltungen berichten von Überlastung, ein Drittel davon in starkem Ausmaß. Offene Stellen bleiben nämlich häufig unbesetzt. Insbesondere große Verwaltungen kämpfen mit Engpässen. Interne Umstrukturierungen bringen bislang kaum Entlastung – der Hochlastmodus für die Mitarbeitenden ist vielerorts längst der Normalzustand.

 

Digitale Lösungen sind gefragt

Um dieser Doppelbelastung aus Vergütungsdruck und Personalknappheit zu begegnen, setzen die Unternehmen verstärkt auf digitale Lösungen. 2025 fließen dabei mehr als acht Prozent des Umsatzes in IT, wobei ERP-Systeme die größte Investition ausmachen. Vor allem große Verwaltungen begleiten den Wandel: Knapp 80 Prozent stellen erhebliche finanzielle Mittel für Automatisierungsprozesse bereit, wobei die Integration von KI ganz oben auf der Agenda steht. Bereits heute nutzen rund ein Fünftel der Verwaltungen entsprechende Tools, ein weiteres Drittel der Unternehmen bereiten zudem die Einführung vor.

 

Virtuelle Eigentümerversammlungen

Die Eigentümerversammlung steht hier exemplarisch für den digitalen Aufbruch der Branche: War sie bislang überwiegend an Präsenz- und Hybridformate gebunden, wird in 2025 verstärkt auf rein virtuelle Formate gesetzt. Diese sichern eine schnelle Beschlussfähigkeit, erhöhen die Flexibilität, entlasten das Personal und schaffen Spielräume für moderne Arbeitszeitmodelle. Gleichzeitig steigt die Partizipation, da Eigentümer nun zahlreicher an den Versammlungen teilnehmen.

Redaktion (allg.)

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