Landeseigene steigern Neubauinvestitionen um 17 Prozent
Einmal im Jahr lassen sich prominente Vertreter des Berliner Senats auf einer Neubau-Exkursion zeigen, was die sieben landeseigenen Wohnungsunternehmen Berlinovo, Degewo, Gesobau, Gewobag, Howoge, Stadt und Land sowie WBM an Neubauprojekten realisieren. Die Baustellen-Tour wird vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen organisiert; Teilnehmer waren unter anderem Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler und Mobilitäts- und Umweltsenatorin Ute Bonde.
In diesem Jahr werden fast 5.000 Wohnungen fertig
Im Jahr 2024 konnten die Landeseigenen mit dem Bau von 3.971 neuen Wohnungen beginnen und 3.276 Wohnungen fertigstellen. In diesem Jahr seien Grundsteinlegungen für 5.681 Wohnungen sowie die Fertigstellung von 4.705 Wohnungen geplant.
Investitionen steigen 2025 um 38 Prozent
Nach Angaben des BBU investierten die sieben Unternehmen 2024 rund 1,9 Milliarden Euro in den Neubau und den Bestand. Das seien acht Prozent mehr gewesen als im Vorjahr. Dabei besonders stark gewachsen: die Neubauinvestitionen. Sie legten um über 17 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro zu – so viel wie noch nie seit Beginn der Erhebungen dieser Zahlen durch den BBU 1991. Für Instandhaltung und Instandsetzung wandten die Unternehmen 465 Millionen Euro auf, 243 Millionen Euro flossen in Modernisierungsprojekte. Das Investitionswachstum solle in diesem Jahr weitergehen. Mit 2,6 Milliarden Euro sollen sie um rund 38 Prozent steigen – auf einen neuen Rekordwert. Der größte absolute Zuwachs solle dabei auch 2025 wieder bei den Neubauinvestitionen erfolgen: sie klettern um 470 Millionen Euro auf dann 1,6 Milliarden Euro.
In den fünf Jahren zwischen 2020 und 2024 haben die sieben Unternehmen nach der BBU-Statistik 22.820 Neubauwohnungen fertiggestellt. Als Zuhause für schätzungsweise 46.000 Menschen entspreche das der Größenordnung einer Mittelstadt wie Lutherstadt Wittenberg.
Landeseigene sind zu günstigen Mieten verpflichtet
Die massiven Investitionen der landeseigenen Berliner Wohnungsunternehmen sind insofern bemerkenswert, weil sie sich in einem Kooperationsvertrag mit dem Senat verpflichtet haben, die ohnehin vergleichsweise günstigen Mieten stets nur moderat anzuheben. Mit durchschnittlichen Nettokaltmieten von 6,76 Euro pro Quadratmeter lagen die Bestandsmieten bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften 2024 um 45 Cent je Quadratmeter unter dem Durchschnitt des Mietspiegels von 2024 (7,21 €/m2).
Noch deutlicher werde der mietendämpfende Effekt der Unternehmen mit Blick auf die Erst- und Wiedervermietungsmieten: Hier lagen die Landeseigenen 2024 mit 8,81 Euro pro Quadratmeter um 44 Prozent unter dem allgemeinen Angebotsniveau (15,74 €/m2 laut IBB-Wohnungsmarktbericht 2024). Trotz gestiegener Bau- und Betriebskosten hielten die Landeseigenen ihre Mieten damit weiter deutlich unter Marktniveau.
Landesbank IBB hilft mit attraktiven Zuschüssen
Sowohl der Regierender Bürger Kai Wegner als auch die Vorstände der Wohnungsunternehmen betonten während der Neubau-Tour, dass die landeseigenen Unternehmen schwarze Zahlen schreiben müssten. Auf Nachfrage der IVV verwies Stadt und Land-Chef Ingo Malter auf die attraktiven Zuschüsse der Berliner Landesbank IBB, die die Neubauaktivitäten finanzierbar machten.
Die IBB unterstützt mit Mitteln aus dem „IBB Wohnungsneufonds“ kommunale Wohnungsunternehmen, Genossenschaften und private Investoren beim Neubau sowie bei der Neuschaffung von preisgünstigen Mietwohnungen. Investoren und Vermieter erhalten Förderdarlehen und Zuschüsse. Baudarlehen in Höhe von bis zu 5.300 Euro pro Quadratmeter werden 30 Jahre zinsfrei oder zinsvergünstigt vergeben. Darüber hinaus gewährt die IBB nach eigenen Angaben Baukostenzuschüsse von bis zu 1.800 Euro pro Quadratmeter sowie weitere einmalige Zuschüsse.
Trotz der steigenden Neubauaktivitäten der landeseigenen Wohnungsunternehmen bleibt der Berliner Wohnungsmarkt angesichts des Einwohnerwachstums extrem angespannt. Deutlich wurde das während der Neubau-Tour durch die Aussage eines Vertreters der Wohnungswirtschaft: Auf ein Mietwohnungsangebot melden sich 1.000 Interessenten.













