Zweiter Auftrag für timpla-Werk in Eberswalde

Landkreis Barnim bestellt zwei Holzmodul-Gebäude

Der Landkreis Barnim in Brandenburg hat der im August eröffneten Wohnmodulfabrik in Eberswale den Auftrag zur Produktion von zwei Wohngebäuden erteilt. Zur offiziellen Eröffnung des Werkes der timpla GmbH Mitte September haben sich der Bundeskanzler und die Bundesbauministerin angekündigt.

Jedes Modulgebäude wird sechs Vierzimmerwohnungen bieten. Der Landkreis Barnim wird darin zunächst Flüchtlinge und Asylsuchende unterbringen. Rendering: timpla GmbH
Jedes Modulgebäude wird sechs Vierzimmerwohnungen bieten. Der Landkreis Barnim wird darin zunächst Flüchtlinge und Asylsuchende unterbringen. Rendering: timpla GmbH

Die vor rund zwei Jahren gegründete timpla GmbH, ein Bauunternehmen für seriellen Holzmodulbau hat den zweiten Auftrag nach Produktionsstart des neuen Werkes erhalten. Der Landkreis Barnim hat timpla in Eberswalde, nördlich von Berlin, mit dem Bau von zwei Gebäuden beauftragt. Die beiden Gebäude, die zunächst zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden in Eberswalde zum Einsatz kommen, werden jeweils drei Etagen umfassen, mit zwei Wohneinheiten pro Etage. Jede Wohneinheit werde aus drei Schlafräumen, einem Aufenthaltsraum mit angrenzendem Flur, einem Badezimmer und einem separaten WC bestehen. Das timpla-Werk fertige sämtliche Sanitär- und Elektroinstallationen, um höchste Qualität und Effizienz zu gewährleisten. Für die Wärmeerzeugung sei der Einsatz einer energiesparenden Luft-Wärmepumpe vorgesehen. Die Gebäude werden den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) entsprechen. Damit würden eine hohe energetische Effizienz und Nachhaltigkeit bei zugleich niedrigen Betriebskosten sichergestellt.

Die modulare Bauweise schaffe zudem Flexibilität für künftige Entwicklungen. Je nach Bedarf könnten die Gebäude zu einem späteren Zeitpunkt auch an einen anderen Standort versetzt werden und für andere Verwendungszwecke zum Einsatz kommen.

„Mit diesem Projekt kommen wir nicht nur unserer Pflichtaufgabe zur Schaffung dringend benötigter Unterbringungskapazitäten nach, sondern auch unserem Anspruch, Bauvorhaben des Landkreises nachhaltig und kurzfristig umzusetzen“, sagt Daniel Kurth, Landrat des Landkreises Barnim.

Politische Unterstützung für Modulbau aus Berlin

Eines der für das Wohnheim vorgesehenen Module werde eine Hauptrolle während der offiziellen Werkseröffnung am 19. September 2024 spielen. Bundesbauministerin Klara Geywitz und Brandenburgs Wirtschaftsminister Steinbach seien geladen, ein Modul symbolisch zu verschrauben. Bereits am 14. September kommt Bundeskanzler Olaf Scholz nach Eberswalde, um die Holzmodul-Fabrik zu besichtigen.

Erster Auftrag kam von örtlicher Genossenschaft

Der erste Auftrag für den Modulproduzenten kam aus der direkten Nachbarschaft. Die Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG hat timpla mit der Fertigung von vier modernen Eingangspavillons in Holzelementbauweise beauftragt. Die Genossenschaft wird die Module im Rahmen der Revitalisierung von DDR-Plattenbauten einsetzen. Die Eingangspavillons ersetzen die bestehenden Hintereingänge der Plattenbauten. Jeder Pavillon ersetzt dabei zwei Hinterausgänge.

Der Spatenstich für den Bau des Holzmodulwerkes in Eberswalde erfolgte im September 2022. Die Fabrik erstreckt sich heute über eine Produktionsfläche von 20.000 Quadratmetern und hat eine Kapazität von 2.000 Holzmodulen pro Jahr. Mit einer automatisierten Produktionslogistik und 200 Mitarbeitern können nach Unternehmensangaben bis zu zehn Wohnungen pro Tag im Zweischichtbetrieb gefertigt werden. Produktionsstart war im August. (Red.)

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