IVD: Neubautätigkeit wirkt

Mietendynamik im Rahmen der Inflationsrate

Seit 2018 steigen die Mieten zum Teil deutlich langsamer als in den Jahren zuvor. Die Neubautätigkeit wirkt, folgert daraus der Immobilienverband Deutschland (IVD). IVD-Research hatte bundesweite Preisdaten und Daten aus 14 Großstädten des Statistischen Bundesamts (Destatis), des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBSR), des unabhängigen Forschungsinstituts F+B und eigene Daten verglichen.

Monatlich genehmigte Wohnungen. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2021
Monatlich genehmigte Wohnungen. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 2021

Deutschlandweit weist das Institut F+B für die Jahre 2019 und 2020 ein moderates Wachstum der Bestandsmieten von 1,4 Prozent beziehungsweise 1,2 Prozent aus. Der Trend deckt sich mit dem Mietindex (Bestands-, Neu- und Wiedervermietungen) von Destatis und den Daten der IVD-Experten. IVD-Research ermittelte 2020 für Bestandswohnungen (Neuvertragsmieten) einen Mietenanstieg von 2,6 Prozent. Im Jahr 2017 waren die Mieten noch um 3,8 Prozent gestiegen.

Für IVD-Präsident Jürgen Michael Schick ist das Bild eindeutig: „In den vergangenen Jahren war ein stark abgeschwächtes Mietenwachstum im Rahmen der Inflationsrate zu verzeichnen, eine eindeutige Folge der verstärkten Neubauanstrengungen. Der IVD erwartet, dass dieser Trend anhält.“

Anstieg der Baufertigstellungszahlen hat sich 2018 bis 2020 fortgesetzt

Der im Jahr 2011 begonnene Anstieg bei den Baufertigstellungszahlen hat sich auch 2018 bis 2020 weiter fortgesetzt. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 306.376 Wohnungen fertiggestellt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2018 wurden 287.000 und im Jahr 2019 rund 293.000 Wohnungen fertiggestellt.

"Die Angebotsausweitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Sie zeigt derzeit gerade in Großstädten und angespannten Wohnungsmärkten ihre Wirkung, weshalb der Ruf nach weiteren staatlichen Preiseingriffen aktuell jeder Faktengrundlage entbehrt“, so das Fazit von Schick.

Die nettokalten Neuvertragsmieten sind in Deutschland zwischen 2012 und 2018 um 22,6%, die Bestandsmieten um 8,4% gestiegen. Im gleichen Zeitraum nahm das mittlere Haushaltseinkommen um 19,3% zu. Der IVD sagt deshalb, dass für die große Mehrheit der Mieter das Wohnen bezahlbar sei. Aber: Die Gruppen, die bei Wohnkosten überbelastet sind, ließe sich recht genau eingrenzen. Einkommensschwache Familien, Alleinerziehende und Senioren in Großstädten sollte der Staat schnell und gezielt unterstützen, beispielsweise durch weitere Anpassungen des Wohngelds oder die Ausschreibung von Belegungsrechten für diese Personengruppe. Zudem ist gerade in den Metropolregionen weiterhin der Bau neuer Wohnungen dringend notwendig, um den Markt zu entlasten.

IVD-Pressemitteilung vom 30. Juni 2021

zum Anschauen und Herunterladen:
Statistisches Bundesamt (Destatis), Baugenehmigungen und Baufertigstellungen 2020 (PDF, 55 Seiten)

Destatis-PM Mai 2019: Baufertigstellungen von Wohnungen im Jahr 2018: +0,4 % gegenüber Vorjahr
Destatis-PM Juli 2021:  Baugenehmigungen für Wohnungen im Mai 2021: +8,7 % zum Vormonat

Meldung der IVV im Mai 2021: Seit zehn Jahren steigt die Zahl der neu gebauten Wohnungen stetig an

Printer Friendly, PDF & Email
9.9.2025
Sozialer Wohnungsbau in NRW
Wie der VdW Rheinland Westfalen auf seiner Jahrespressekonferenz am 9. September mitteilte, kann er bei seinen Mitgliedern nur eine vorsichtige Erholung erkennen. Für eine tatsächliche Trendwende im...
27.5.2024
Statistisches Bundesamt mit Jahresbilanz 2023
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 294.400 Wohnungen gebaut. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 0,3 Prozent oder 900 Wohnungen weniger als im Vorjahr. Seit dem Start der Ampelkoalition...
16.5.2024
Bundesregierung schlägt Reform vor
Bringen schnellere Erkenntnisse eine bessere Umsetzung von Gesetzen? Die Bundesregierung ist dieser Auffassung und will das Hochbaustatistikgesetz ändern. Das Baugeschehen soll in kürzeren Abständen...
5.9.2024
Zusammenbruch des Wohnungsbaus
Wenn es nicht gelingt, die Baukosten zu senken, wird der Wohnungsbau nicht wieder anspringen; staatliche Förderung allein reicht dazu nicht. So der Tenor von drei Projektentwicklern anlässlich der...
9.7.2024
GdW-Jahresbilanz
2023 ist die Fertigstellung von Neubauten durch sozial orientierte Wohnungsunternehmen erstmals deutlich um 13 Prozent auf nur noch rund 28.000 Wohnungen eingebrochen. Eine im Juni durchgeführte...
12.3.2024
IBB Wohnungsmarktbericht 2023
Die Hauptstadt Berlin wächst weiterhin kräftig und trotz erheblicher Neubauzahlen wird auch in den kommenden Jahren Wohnungsmangel herrschen. Das geht aus dem jüngsten Wohnungsmarktbericht der...