Auszeichnung für Freiburger Stadtbau GmbH

Quartiersentwicklung erhält Nachhaltigkeits-Zertifikat in Platin

Die Freiburger Stadtbau GmbH hat für die Entwicklung des Quartiers „Im Metzgergrün“ von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) das Erschließungszertifikat in Platin und damit eine Auszeichnung auf höchsten Niveau erhalten.

Personen von rechts nach links: Dr. Matthias Müller, kaufmännischer Geschäftsführer der Freiburger Stadtbau GmbH, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg Martin Horn, Dr. Christine Lemaitre, geschäftsführender Vorstand der DGNB, Dr. Magdalena Szablewska, technische Geschäftsführerin der Freiburger Stadtbau GmbH, Rolf Messerschmidt, Eble Messerschmidt Partner, Partner, Freier Architekt und Stadtplaner, DGNB Auditor. Foto: A. J. Schmidt, Zerofoto
Personen von rechts nach links: Dr. Matthias Müller, kaufmännischer Geschäftsführer der Freiburger Stadtbau GmbH, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg Martin Horn, Dr. Christine Lemaitre, geschäftsführender Vorstand der DGNB, Dr. Magdalena Szablewska, technische Geschäftsführerin der Freiburger Stadtbau GmbH, Rolf Messerschmidt, Eble Messerschmidt Partner, Partner, Freier Architekt und Stadtplaner, DGNB Auditor. Foto: A. J. Schmidt, Zerofoto

Überreicht wurde das Zertifikat in einem Festakt vom geschäftsführenden Vorstand der DGNB, Dr. Christine Lemaitre, an den Aufsichtsratsvorsitzenden der Freiburger Stadtbau GmbH, Oberbürgermeister Martin Horn sowie an die Geschäftsführung, Dr. Magdalena Szablewska und Dr. Matthias Müller. Dieses Quartierszertifikat in Platin ist das erste für ein Bauvorhaben in Freiburg und erst das zweite seiner Art in Baden-Württemberg.

Die Zertifizierung umfasst Kriterien aus fünf Themenfeldern des nachhaltigen Bauens (ökologisch, ökonomisch, soziokulturell, technisch und prozessual). Dabei wird die Qualität jeder Kategorie mit je zwanzig Prozent Anteil bewertet. Insgesamt erreichte die Freiburger Stadtbau mit 81,8 Prozent den für die Platin-Zertifizierung notwendigen, hohen Erfüllungsgrad.

Das neue Quartier „Im Metzgergrün“

Das neue Quartier zeichne sich durch seinen verkehrsberuhigten Charakter und Begegnungsräume im Zentrum aus. Grüne Bereiche ermöglichten das Gärtnern. Das freigelegte Runzgewässer lädt zum Verweilen in den Uferzonen ein. Begrünte Fassaden fördern den klimatischen Ausgleich und ermöglichen zudem grüne Blickwinkel. Neben den Wohngebäuden in Massivbauweise kommen Holzkonstruktionen und Holzfassaden zur Ausführung. Mit einer intelligenten Belüftung der Wohnblöcke werde ein gesundes Mikroklima im Quartier geschaffen. Ein ganzheitliches Energiekonzept für das Quartier sorge für zusätzlichen Klimaschutz.

In den Entwicklungsprozess wurde auch die Bewohnerschaft einbezogen. So wurde auf Anregung der Bewohnerinnen und Bewohner die Charakteristik der bestehenden kleinen Wohnungen mit einer flexiblen Nutzung der Wohnräume in die Neubauplanung überführt. Für die Bürgerbeteiligung im Quartier wurde ein Begleitgremium aus Freiwilligen etabliert. Dieses bietet eine Dialogplattform für die beteiligten Interessensgruppen und Akteure. Die Mitglieder des Begleitgremiums setzen sich aus verschiedenen sozialen Institutionen sowie Mieterinnen und Mietern zusammen. Auch die Themen „Gärtnern und Grünanlagenplanung“ sowie „Älter werden im Quartier und Nachbarschaften“ wird von der Bewohnerschaft im Rahmen des Gremiums und in eigens dafür gegründeten Arbeitskreisen mitgestaltet, um den soziokulturellen und nachbarschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

Es sollen 550 neue Wohnungen entstehen

Im Metzgergrün entsteht ein Quartier mit über 550 neuen Wohnungen. 75 Prozent davon sind überwiegend öffentlich geförderte Mietwohnungen. Nach Abschluss der Baumaßnahme werde es dort mehr als doppelt so viel Wohnungen geben wie derzeit vorhanden. Gleichzeitig werde der grüne Charakter des Quartiers erhalten. Die Bewohner der bisherigen Wohnungen können aufgrund des Umzugsmanagements auf Wunsch im Quartier verbleiben. Der erste Bauabschnitt wurde im Frühjahr 2022 begonnen. Er ist ein wichtiger Baustein für das Umzugsmanagement und wird im Jahr 2024 fertiggestellt.

Detaillierte Inhalte der fünf Themenfelder der DGNB-Zertifizierung

Hinter den fünf Kategorien der Zertifizierung stehen vielfältige Themen und Handlungsfelder, von denen nachfolgend beispielhaft einige aufgeführt werden.

  • Die ökologische Qualität umfasst die Ökobilanz des Quartiers und seine Wirkung auf Stadtklima, Wasserkreislaufsysteme, Flächeninanspruchnahme und Biodiversität.
  • Von der ökonomischen Seite wurden die Lebenszykluskosten, Resilienz und Wandlungsfähigkeit, Flächeneffizienz, Wertstabilität und Umweltrisiken geprüft.
  • Unter die soziokulturelle und funktionale Qualität fallen im Bereich des Mikroklimas der thermische Komfort im Freiraum, der Freiraum an sich, Emissionen und Immissionen, die Barrierefreiheit, die städtebauliche Relevanz, die soziale und funktionale Mischung im Quartier und seine soziale und erwerbswirtschaftliche Infrastruktur.
  • Zur technischen Qualität gehören Themen wie die Energieinfrastruktur, das Wertstoffmanagement, die „Smart Infrastructure“ und die Mobilitätsinfrastruktur mit Blick auf den motorisierten und nicht-motorisierten Verkehr.
  • Zur Prozessqualität gehören Fragen wie die Beteiligung der Bewohnerschaft und deren Teilhabe an der Ausgestaltung (integrale Planung und Partizipation), das Projektmanagement und die Prozessabläufe (Governance), die Abläufe auf der Baustelle und Bauprozesse sowie Qualitätssicherung und Monitoring.

Informationen zur Quartiersentwicklung im Metzgergrün: https://www.metzgergruen-freiburg.de (Red.)

 

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