Wohnen in Sachsen-Anhalt ist preiswert

Die kommunale und genossenschaftliche Wohnungswirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt zieht für das Jahr 2019 eine insgesamt positive Bilanz in einem zunehmend schwierigen Umfeld.

In vielen Städten, hier Quedlinburg, in Sachsen-Anhalt herrscht kein Wohnraummangel. FOTO: PIXELIO/E.WESTENDARP
In vielen Städten, hier Quedlinburg, in Sachsen-Anhalt herrscht kein Wohnraummangel. FOTO: PIXELIO/E.WESTENDARP

Die insgesamt 191 Mitgliedsunternehmen von VdW und VdWg verwalten und bewirtschaften 326.600 Wohnungen (42,5 % des Gesamtmietwohnungsbestandes in Sachsen-Anhalt), in denen 650.000 Menschen wohnen. Fast 95 Prozent des Gesamtwohnungsbestandes der VdW/VdWg-Mitgliedsunternehmen sind voll- oder teilmodernisiert. Die Mitgliedsunternehmen investierten seit 1990 etwa 19,1 Milliarden Euro (58.000 € je Wohneinheit), davon allein 2019 rund 500 Millionen Euro. Für 2020 erwarten die Verbandsdirektoren Ronald Meißner (VdWg) und Jens Zillmann (VdW) ein Investitionsniveau in gleicher Höhe. Es werde auch künftig hauptsächlich in die Erhaltung und Modernisierung der Wohnungsbestände investiert.

Kein Wohnungsmangel in Sachsen-Anhalt

Für das gesamte Land Sachsen-Anhalt könne festgestellt werden, dass kein Wohnungsmangel besteht. Mit durchschnittlich 5 Euro je Quadratmeter und Monat liegen die Wohnungsmieten der Mitgliedsunternehmen der Verbände in einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Leerstand lag 2019 bei geschätzten 32.000 Wohnungen. Das seien 38.500 weniger als noch im Jahr 2005; aber der Wohnungsleerstand nehme wieder zu. Schon 2018 verzeichneten 90 von 191 Wohnungsunternehmen einen Leerstandsanstieg. Die Leerstandsquote im ländlichen Raum sei mehr als doppelt so hoch (13 %) wie in den Großstädten (6 %). Der Wohnungsleerstand wachse weiter, gefährde die Weiterentwicklung der Wohnquartiere und werde zu einer Gefahr für Wohnungsunternehmen, vor allem im ländlichen Raum.

Im Wohnungsmarktbericht 2019 des Landes Sachsen-Anhalt beschreibt das Institut empirica eine weitere Schrumpfung der Bevölkerung um mehr als 200.000 Einwohner bis zum Jahr 2030 und die damit einhergehende Zunahme des Wohnungsleerstandes auf über 160.000 Wohnungen. Den damit verbundenen Rückbaubedarf benennt empirica auf insgesamt 197.878 Wohneinheiten.

Printer Friendly, PDF & Email
27.3.2025
Trotz wachsender Leerstandquote
Die sächsische Landesregierung hat im kommenden Haushalt Fördergelder für den Abriss leerstehender Wohngebäude komplett gestrichen. Damit ergeben sich für die sozial orientierte Wohnungswirtschaft im...
11.9.2024
BBU-Bilanz 2023 für Brandenburg
Trotz sehr moderater Mieten und deutlich steigender Kosten haben die Wohnungsunternehmen in Brandenburg 2023 kräftig in den Neubau und die Bestandsmodernisierung investiert. Allerdings nehmen die...
6.6.2025
Wirtschaftliche Bilanz VdW Sachsen
Die Großstädte wachsen, ländliche Räume entvölkern sich. Die Jahresbilanz des VdW Sachsen zeigt auf drastische Weise, welche Folgen die anhaltende Urbanisierung auf die Wohnungswirtschaft hat.
12.4.2024
Ostdeutsche Verbände mit dramatischem Apell
Drei Jahrzehnte nach der Wende in der DDR und der Wiedervereinigung zeigen sich die Unterschiede zwischen der ost- und westdeutschen Wohnungswirtschaft deutlicher als zuvor. Der Begriff der...
4.1.2024
Neubau-Prognosen Sachsen und Bayern
Seit Jahresbeginn ist Alexander Müller neuer Direktor des vdw Sachsen. Zur Amtseinführung verkündet der 48-Jährige schlechte Nachrichten aus der Wohnungswirtschaft: 80 Prozent der Mitgliedsunternehmen...
24.9.2025
Plan des Wirtschaftsministeriums für Energiewende
Den lang erwarteten Monitoring-Bericht zum Stand der Energiewende hat das Wirtschaftsministerium letzte Woche veröffentlicht. Die Ergebnisse dieses Berichts sollen mit einem Zehn-Punkte-Plan umgesetzt...