Sachsen kann auch weltoffen − die Wohnungswirtschaft sowieso

09.12.2016

Wie schön: Sachsen kann sich auch weltoffen zeigen. 57 Wohnungsgenossenschaften des Freistaates haben 47.000 Euro Spendengeld für die Frauengenossenschaft ACAMS in El Salvador gesammelt.

Axel Viehweger (rechts) überreicht Spendenscheck an Gerhard Müller. Foto: VSWG

Initiiert wurde die Spendenaktion vom VSWG Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften. VSWG-Vorstand Axel Viehweger übergab den Spendenscheck im Bülow Palais in Dresden an den Generalsekretär der DESWOS, Gerhard Müller. Die DESWOS ist die Entwicklungshilfegesellschaft der organisierten Wohnungswirtschaft in Deutschland.

Bereits 2014 hatte der sächsische Verband ein Jahr lang 15.000 Euro Spendengelder für die Asociación Cooperativa de Ahorro y Crédito Mujeres Solidarias (ACAMS) in El Salvador eingeworben. Vorausgegangen war etwa schier Undenkbares. 2013 waren weite Teile Sachsen von einer schweren Flut heimgesucht worden. Die in so bescheidenen Verhältnissen lebenden Frauen der mittelamerikanischen Kooperative sahen die Bilder des Hochwassers im Internet und entschlossen sich, den Flutopfern in Sachsen zu helfen. So wurden 400 Euro von El Salvador ins ferne Sachsenland überwiesen. 400 Euro, das entspreche etwa vier Monatseinkommen einer Familie aus der Genossenschaft in El Salvador, berichtet die Homepage der DESWOS.

Imelda Flores von ACAMS erklärte bei ihrer Ankündigung der Spende per Mail an die DESWOS: „Unsere Genossenschaft muss wenigstens ein bisschen helfen, die Solidarität mit den Menschen in Deutschland ist uns sehr wichtig.“ Verwundert zeigte sie sich über die Wetterkapriolen: „Es ist schon seltsam, dass es nun in Deutschland so viel regnet und wir hier bislang vergeblich auf die Regenzeit warten.“

Angesichts dieses Mitgefühls aus El Salvador zeigte sich VSGW-Vorstand Viehweger damals bewegt. Die DESWOS-Homepage zitiert ihn mit den Worten: „Wir sind überwältigt, dass Menschen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind, die Flutopfer im weit entfernten Sachsen unterstützen und danken der Frauengenossenschaft ACAMS ganz besonders für ihre Hilfsbereitschaft“.

Die Genossenschaft ACAMS

ACAMS wurde 2001 nach einem schweren Erdbeben von Landfrauen in El Salvador mit dem Ziel gegründet, Frauen zu fördern und damit das Leben der ganzen Familie zu verbessern. Die Frauen liehen sich gemeinsam Geld v

on einer Bank, das sie u. a. für Obst- und Gemüseanbau einsetzten. Daraus entstand eine Genossenschaft, die Kredite an Frauen vergibt und ihnen zeigt, wie sie das Geld zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage einsetzen können.

Wofür DESWOS steht

Die DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. ist ein gemeinnütziger und privater Verein. Die DESWOS wird von den im GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen organisierten Wohnungsunternehmen sowie deren Verbänden gemeinsam mit Unternehmen anderer Wirtschaftsbereiche und Privatpersonen durch Mitgliedschaften, Spenden und ehrenamtliches Engagement unterstützt.

DESWOS bekämpft Wohnungsnot und Armut in Entwicklungsländern und gibt Hilfe zur Selbsthilfe beim Bau von Wohnraum für notleidende Familien und bei der Sicherung ihrer Existenzen.

DESWOS-Projekt „Hausbau Jutiapa“

Seit dem Jahr 2007 hilft die DESWOS Frauen und ihren Familien in den Kleinstädten Tejutepeque und Jutiapa im Norden El Salvadors mit dem Bau von menschenwürdigem Wohnraum und Siedlungen. Im Internationalen Jahr Genossenschaften 2012 begann ACAMS, ein Hausbauprojekt für ihre Mitglieder. 60 katastrophenresistente Häuser mit Sanitäreinrichtungen sind mit Unterstützung der DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen geplant.

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