Schleswig-Holstein schafft Mietpreisbremse ab

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hält die Mietpreisbremse für unwirksam und schafft sie ein Jahr früher als vorgesehen ab. Dann laufe auch die Kappungsgrenzenverordnung aus. Stattdessen will sie für weiteren bezahlbaren Wohnraum sorgen.

Schön hier. Aber auch bezahlbar? FOTO: Pixelio/wobigrafie
Schön hier. Aber auch bezahlbar? FOTO: Pixelio/wobigrafie

Die Planungen dazu hat Innenminister Hans-Joachim Grote am Rande der Kabinettssitzung vorgestellt.

So soll mehr Bauland entstehen können und vorhandenes weiter ausgenutzt werden. Zugleich will das Land die Förderung von Wohneigentum und die Bedingungen im Wohnungsbau verbessern. Das Wohngeld soll dynamisiert werden, das heißt, an wirtschaftliche Entwicklungen wie zum Beispiel steigende Mieten angepasst werden. Auch will man schärfer gegen Mietpreisüberhöhungen vorgehen und eine entsprechende Bundesratsinitiative auf den Weg bringen.

Mietpreisbremse gilt in einem Prozent des Landes

Die Mietpreisbremse gilt in zwölf von insgesamt 1.106 Orten in Schleswig-Holstein, und damit in nur einem Prozent aller Städte und Gemeinden im Land. Von den größeren Städten kommt sie nur in Kiel und Norderstedt zur Anwendung. In Lübeck, Flensburg, Neumünster, Elmshorn oder Pinneberg gilt sie nicht.

Für Innenminister Hans-Joachim Grote hat sich die Mietpreisbremse als ungeeignet und investitionshemmend erwiesen. Es gebe keinen Nachweis, dass sie sich in Schleswig-Holstein positiv ausgewirkt hätte. Im Gegenteil – die Mieten seien auch in den Städten, in denen sie gilt, weiter gestiegen.

Bezahlbar Wohnen ab 5,25 Euro

Der Innenminister verglich: Unter den Bedingungen der Mietpreisbremse, wenn sie dort gelten würde, könnten Vermieter für eine 25 Jahre alte, nicht modernisierte 80-Quadratmeter-Wohnung in Norderstedt, Wedel, Ahrensburg oder Lübeck eine Kaltmiete von etwa 9 Euro pro Quadratmeter verlangen. Dies könne kaum als bezahlbares Wohnen bezeichnet werden, sagte Grote.

Im Gegensatz dazu entstünden durch die Wohnraumförderung Wohnungen mit Mieten zwischen 5,25 Euro und maximal 6,10 Euro pro Quadratmeter. Und das in allen Teilen des Landes und nicht nur in zwölf Orten. Dies sei im Gegensatz zur unwirksamen Mietpreisbremse sehr wohl bezahlbares Wohnen. Diese Beispiele würden zeigen, dass die Mietpreisbremse den Menschen mit kleinen Budgets überhaupt nicht helfen würde. Das entscheidende Ziel, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, werde durch die Mietpreisbremse sogar behindert, da sie den Wohnungsbau für Investoren unattraktiver mache, erklärte der Minister.

Weiterführende Links:
www.schleswig-holstein.de

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