Sozialreport Sachsen: Genossen werden immer älter

01.08.2016

Viele Mitglieder sächsischer Wohnungsgenossenschaft sind im fortgeschrittenen Rentenalter. 24 Prozent gehören der Altersgruppe zwischen 71 und 80 Jahre an. Das zeigt, welchen Stellenwert barrierearme Wohnungen im Portfolio von Genossenschaften einnehmen.

FOTO: D.A.S. Rechtsschutzversicherung

Die Altersangaben sind dem jüngsten Sozialfragebogen zu entnehmen, die der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) nach fünf Jahren erneut an seine Mitgliedsunternehmen versandt hat. Danach liegt das Durchschnittsalter der Mieter bei 61,5 Jahre. Der Verband geht davon aus, dass das tatsächliche Durchschnittsalter aller Bewohner von Genossenschaftswohnungen geringer ist, da in der Regel bei Familien oder Paaren der Mann Mitglied der Genossenschaft ist und die Frauen und die Kinder in der Umfrage nicht berücksichtigt werden. In der Sozialbefragung des Jahres 2010 schätzte der Verband das Durchschnittsalter der Bewohner auf 55 Jahre.

Fast 10.000 barrierearme Wohnungen
Auf der Basis einer Stichprobe errechnete der Verband für alle sächsischen Genossenschaften 9.900 barrierearme oder barrierefreie Wohnungen, was einem Anteil von 3,6 Prozent entspreche. Bei den befragten Wohnungsgenossenschaften existieren 26.427 Wohnungen, die sich im Erdgeschoss befinden oder durch maximal zehn Stufen zu erreichen sind. Dies ist insbesondere für Bewohner mit gesundheitlichen Einschränkungen interessant. Neben barrierearmen und -freien Wohnungen hat in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach Assistenztechnik zugenommen. Derzeit gibt es 298 Smart Home-und AAL-Wohnungen im Gesamtbestand der sächsischen Wohnungsgenossenschaften.

Die häufigsten Anpassungsmaßnahmen zur Beseitigung baulicher Barrieren in den Wohnungen der sächsischen Wohnungsgenossenschaften sind schwellenlose Übergänge (93 Prozent), schwellenlose Duschen (89 Prozent) sowie Sitzplätze im Außenbereich (80 Prozent). Als zukünftige Themen werden die Zusatzausstattung Bad (40 Prozent), AAL-Technik (38 Prozent) sowie Vorrüstungen für nachträgliche Veränderungen und das absenkbare WC mit jeweils 30 Prozent gesehen.

Investitionen sind überschaubar
Die durchschnittlichen Investitionskosten für bauliche Anpassungsmaßnahmen belaufen sich auf 235 Euro/m². Vor der Sanierung lag die durchschnittliche Nettokaltmiete bei den befragten Wohnungsgenossenschaften bei 4,65 Euro/m² und im Anschluss bei 5,22 Euro/m². Dabei handelte es sich um einzelne Anpassungsmaßnahmen bzw. Teilsanierungen. Werden intensive bauliche Maßnahmen wie z. B. Grundrissänderungen vorgenommen, Vollwärmeschutz integriert und unterstützende Technik eingesetzt, ergibt sich ein durchschnittlicher Mietpreis von 7,00 Euro/m².

Quelle: Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. (VSWG)

SPECIAL: Altersgerechtes Wohnen, IVV Heft 06/2015

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Suchbegriffe: Investitionbarrierearm

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