Seit der Gründung im Jahr 1991 habe es einen so niedrigen Leerstand bei der Wohnbau GmbH Prenzlau nicht gegeben, die insgesamt etwa 3.500 Wohnungen bewirtschaftet. Am 31. Dezember 2016 lag die Quote erstmals bei nur 1,8 Prozent. Geschäftsführer René Stüpmann betont, dass die Reduzierung von 9 Prozent im Jahr 2009 auf das aktuell niedrige Niveau ohne den Abriss von Bestandwohnungen erreicht worden sei.
Neuausrichtung der Wohnbau
Nach der wirtschaftlichen Konsolidierung des Unternehmens in den Jahren 2010 und 2011 wurden insgesamt 25 Mio. Euro in die Modernisierung investiert. Mehrere Gebäude wurden kernsaniert, andere erhielten neue Fassaden und Treppenhäuser.
Parallel zur Modernisierung der Immobilien investierte die Wohnbau Prenzlau in die Qualifizierung der Mitarbeiter. Pressesprecherin Carolin Heinrich berichtet, dass alle Arbeitsprozesse unter Beteiligung der Belegschaft auf den Prüfstand gestellt worden seien. Im Ergebnis arbeite das Team wesentlich kundenfreundlicher, serviceorientierter und effizienter. Das Unternehmen beschäftigt heute 26 Mitarbeiter und bilde in der Regel drei bis vier Azubis aus. In zwei Befragungen hätten die Mieter dem Unternehmen und den Mitarbeitern überwiegend gut Noten gegeben. Carolin Heinrich spricht von einem positiven Imagewandel, der auch durch intensive Werbemaßnahmen befördert werde.
Bemerkenswerte Entwicklung angesichts bevölkerungsarmer Region
Das Marktumfeld gilt als schwierig, denn Prenzlau liegt in der Uckermark, rund 100 Kilometer nördlich von Berlin und damit in einer Region, die Bevölkerung verliert. Die Einwohnerzahl Prenzlaus ist seit 1990 von 23.500 auf heute rund 19.000 zurückgegangen. Die Ausrichtung der Landesgartenschau im Jahr 2013 habe der Stadt jedoch sehr gut getan und ein positives Bild vermittelt. Davon profitiere Prenzlau bis heute. Mittlerweile gibt es zudem die Tendenz, dass ältere Menschen aus den umliegenden Dörfern nach Prenzlau ziehen.
Von dieser „Wanderungsbewegung“ zurück in die Stadt profitiere die Wohnbau Prenzlau im Falle des Neubauprojektes „Kietz Karree“. Hier erstellt das Unternehmen derzeit 46 barrierefreie Wohnungen, die im Mai an die Bewohner übergeben werden sollen. Anfang des Jahres war der Vermietungsprozess noch nicht abgeschlossen, aber die Zahl der Interessenten sei größer als die Zahl der Neubauwohnungen. Im Erdgeschoss des neuen Hauses werde das DRK eine Begegnungsstätte betreiben und die Leistungen des mobilen Pflegedienstes anbieten.
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