Zu viele Neubau-Hindernisse in Berlin

Bei Berliner Wohnungsunternehmen ist die Leerstandsquote auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Dennoch sind die Bestandsmieten bislang mit 2,5 Prozent jährlich kaum stärker gestiegen als die Inflationsrate. Von "Mietenexplosion" könne in der Hauptstadt keine Rede sein, so Maren Kern, Vorstand des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. auf der Jahrespressekonferenz des BBU.

BBU-Vorstand Maren Kern auf der Jahrespressekonferenz
BBU-Vorstand Maren Kern auf der Jahrespressekonferenz

 

 

  • Die Leerstandsquote bei den 143 Berliner Mitgliedsunternehmen des BBU sank 2012 auf 2,3 Prozent.
  • Die Mieterfluktuation ist ebenfalls deutlich gesunken: in einigen Innenstadtlagen auf nur noch 5 Prozent.
  • Obwohl der Wohnungsmarkt an seine Reserven stößt, lag die durchschnittliche Steigerung der Nettokaltmieten mit 2,4 Prozent (+ 0,12 € auf 5,15 €/qm) fast exakt auf der allgemeinen Inflationsrate.
  • Die Mitgliedsunternehmen des BBU planen bis 2020 den Bau von über 10.000 Mietwohnungen. Im Jahr 2012 wurden die Neubauinvestitionen auf sehr niedrigem Niveau um etwa 30 Prozent auf 47 Millionen Euro gesteigert. Für 2013 sei aber eine Verdreifachung der Investitionen auf knapp 200 Millionen Euro geplant.

Bei besseren Rahmenbedingungen könnten die Verbandsmitglieder wohl doppelt so viel bauen, unterstrich Vorstand Maren Kern. Deshalb habe der BBU eine "Agenda für mehr Mietwohnungsbau" erarbeitet. Die Forderungen:

  • Schaffung eines politischen Klimas, das den Bau neuer Wohngebäude begrüßt. Es müssten Zeichen gesetzt werden gegen eine Protestkultur, die gegen jede Bebauung und gegen den Zugug nach Berlin eingestellt ist.
  • Eine aktive Liegenschaftspolitik, die Baugrund bereitstellt - und zwar nicht nach dem Prinzip des höchsten Preises, sondern das auch guten Konzepten eine Chance gibt.
  • Stärkung der Bauverwaltung und Beseitigung des personellen Flaschenhalses durch die Schaffung von 80 qualifizierten Vollzeitstellen. Derzeit benötigen Baugenehmigungen in Berlin zwei bis drei Jahre.
  • Das Planungs- und Baurecht muss einheitlich für alle Berliner Bezirke so geändert werden, dass höhere Bebauungsdichten und der Bau von Hochhäusern wieder möglich sind.

Von allen Bauherren zusammen wurden 2012 in Berlin rund 5.400 Wohnungen neu errichtet. Das ist gerade mal die Hälfte des vom Berliner Senat gesteckten Ziels von jährlich 10.000 neuen Wohnungen. Für Maren Kern ein klarer Beleg dafür, dass die politischen und administrativen Rahmenbedingungen in der Hauptstadt nicht stimmen. 

 

 

 

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