Wohnungsmangel in Köln am größten

Im Bundesland Nordrhein-Westfalen werden in rund zwei Dritteln aller Kreise zu wenige Wohnungen gebaut. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS). Besonders die Großstädte haben zu kämpfen, denn gerade hier fehlt es oftmals an potenziellen Bauflächen. Doch es gibt auch Vorbilder.

Es sollte dem Letzten jetzt dämmern: gegen Wohnungsmangel hilft allein der Wohnungsbau. FOTO: ADOBESTOCK/ SONDEM
Es sollte dem Letzten jetzt dämmern: gegen Wohnungsmangel hilft allein der Wohnungsbau. FOTO: ADOBESTOCK/ SONDEM

Enge Großstädte in NRW

Eigentlich hätte die stark wachsende Stadt Köln in den vergangenen vier Jahren für knapp 6.900 zusätzliche Wohnungen pro Jahr sorgen müssen, um den großen Andrang decken zu können. Tatsächlich entstanden sind nur 3.100 Wohnungen pro Jahr – nur rund 46 Prozent des Wohnungsbedarfs sind somit gedeckt. Die Stadt am Rhein ist, verglichen mit den anderen Kreisen und kreisfreien Städten, in puncto Wohnungsbau das Schlusslicht in NRW.

Weiter nördlich sieht es dagegen ganz anders aus: In Düsseldorf wurden im gleichen Zeitraum 85 Prozent der benötigten Wohnungen gebaut. Damit erreicht die Landeshauptstadt zusammen mit Bonn und Münster eine Spitzenposition bei der Anzahl neu errichteter Wohnungen pro Einwohner, zeigt die gemeinsame Studie des IW und des ILS.

Gegen Wohnungsmangel hilft nur Wohnungsbau

Dort, wo es bereits heute zu wenige Wohnungen gibt, lassen sich kaum Flächen finden, die für den Wohnungsbau geeignet oder dafür vorgesehen sind. In Relation zum Wohnungsbedarf gibt es in den drei Rhein-Städten Köln, Düsseldorf und Bonn mit Abstand am wenigsten Flächen für neuen Wohnraum. Auch in Essen und Mülheim an der Ruhr herrscht Platzmangel. Anders im Kreis Höxter: Hier gibt es weder Wohnungsmangel noch fehlt es an potenziellem Platz. Ähnlich ist die Situation im Hochsauerlandkreis und im Märkischen Kreis.

Ein modernes Flächenmanagement muss her

Nimmt man die drei Großstädte Bonn, Münster und Düsseldorf mit der höchsten Bautätigkeit genauer unter die Lupe, so lassen sich zwei Empfehlungen ableiten: Erstens muss sich die Politik selbst Ziele setzen und den Wohnungsbau nach ganz oben auf die Prioritätenliste schieben. Die Stadt Düsseldorf etwa hat sich 2014 zum Ziel gesetzt, jährlich 3.000 neue Wohnungen zu schaffen. Dies hat dazu beigetragen, dass die Großstadt im NRW-Vergleich gut abschneidet. Bei knappen Flächen ist zudem ein modernes Flächenmanagement von zentraler Bedeutung.

Die aktuelle Studie des IW und des ILS (51 Seiten, PDF) kann hier heruntergeladen werden.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

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