Das Vermögen privater Haushalte

Der Wert von Wohnimmobilien wächst um 25 Prozent

Die letzten Jahre bis 2019 waren eine Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs. Das zeigt sich an der Entwicklung des Vermögens privater Haushalte. Wohnbauten sowie Grund und Boden sind die tragenden Säulen des privaten Vermögens.
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 Bild: Adobestock Chlorophylle Pixelio Benjamin Klack
Bild: Adobestock Chlorophylle Pixelio Benjamin Klack

Auf der Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamtes wird ein Überblick über Entwicklung, Umfang und Struktur des Vermögens gegeben. Betrachtet wird der Zeitraum von 2012 bis 2018. Die Angaben erfolgen zum Zeitwert.

Vermögensbilanz insgesamt

Die Aktiva wuchsen von 11. 191,8 Mrd. Euro auf 14. 849,0 Mrd. Euro oder um 32,6 Prozent. Auf der Passivseite standen 2012 Kredite und Verbindlichkeiten in Höhe von 1.569,4 Mrd. Euro und 2018 in Höhe von 1.809,9 Mrd. Euro, also ein Wachstum um 15,7 Prozent. Das ergibt für 2012 ein Reinvermögen von 9.622,4 Mrd. Euro und für 2018 von 13.091,1 Mrd. Euro. Es ist somit um 36,1 Prozent gewachsen.

Sachvermögen

Das Sachvermögen wuchs von 6.378,8 Mrd. Euro auf 8.655,5 Mrd. Euro oder um 35,7 Prozent. Besonders stark war das Wachstum ab 2016. Das Sachvermögen gliedert sich auf in das Anlagevermögen sowie Grund und Boden.

Anlagevermögen

Es umfasst Bauten untergliedert nach Wohnbauten und Nichtwohnbauten, Ausrüstungen, Nutztiere und Nutzpflanzungen sowie geistiges Eigentum. Im betrachteten Zeitraum wuchs das Anlagevermögen um 23,7 Prozent von 4.257,9 Mrd. Euro auf 5.267,7 Mrd. Euro. Das Wachstum war also etwas geringer als beim Sachvermögen. Der an dieser Stelle besonders interessierende Anteil sind die Wohnbauten. Ihr Wertumfang erhöhte sich um 25,1 Prozent von 3.786,0 Mrd. Euro auf 4.734,7 Mrd. Euro. Damit lag das Wachstum über dem des Anlagevermögens, aber unter dem des Sachvermögens.

Die Wohnbauten machten 2012 88, 9 Prozent und 2018 89,9 Prozent des Anlagevermögens aus. In einem relativ kurzen Zeitraum ist der Anteil der Wohnbauten am Anlagevermögen angewachsen. Sie sind die entscheidende Vermögensposition. Nichtwohnbauten hatten 2012 einen Wertumfang von 311,9 Mrd. und 2018 von 357, 5 Mrd. Euro. Das Wachstum lag bei 14,7 Prozent.

Grund und Boden

Die privaten Haushalte besaßen 2012 Grund und Boden im Wert von 2.120,9 Mrd. Euro, 2018 waren es 3.387,6 Mrd. Euro. Das war ein Wachstum um 59,7 Prozent. Zum überwiegenden Teil handelt es sich um bebautes Land. Hier erfolgte ein Wachstum um 61,1 Prozent, das stärkste Wachstum überhaupt. Der Wert des bebauten Landes lag 2012 bei 1.873,8 Mrd. Euro und 2018 bei 3.018,8 Mrd. Euro. Diese Zahlen verdeutlichen welche Bedeutung Grund und Boden zukommt. Wohnbauten sowie Grund und Boden sind die tragenden Säulen des Vermögens der privaten Haushalte.

Geldvermögen

An dieser Stelle wird nur auf das Geldvermögen insgesamt sowie auf Bargeld, Einlagen und Wertpapiere eingegangen. Insgesamt wuchs das Geldvermögen von 4.813,0 Mrd. Euro auf 6.193,7 Mrd. Euro oder um 28,7 Prozent. Bargeld, Einlagen und Wertpapiere erhöhten sich von 1.905,7 Mrd. Euro auf 2.517,6 Mrd. Euro. Somit stieg ihr Anteil am Geldvermögen von 39,1 auf 39,6 Prozent.

Diese Position erscheint nicht in der Vermögensbilanz, sondern wird im Rahmen der Wirtschaftsrechnungen (Einnahmen und Ausgaben der Haushalte) ermittelt. Sie umfasst die Güter des täglichen Gebrauchs, die aber für längere Zeit genutzt werden.

Die größte Position sind Möbel und Haushaltsgeräte. Das stärkste Wachstum weisen jedoch Geräte für Freizeit- und Unterhaltungszwecke auf. Von 2015 bis 2018 ist das Gebrauchsvermögen auf 1.064,1 Mrd. Euro gewachsen. Das Wachstum lag bei 5,4 Prozent. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Bestände und deren Wachstum.

Fazit

Die wirtschaftliche Konjunktur der letzten Jahre spiegelt sich auch in der Vermögensbilanz der privaten Haushalte wider. Aus der Vermögensbilanz sind allerdings keine Rückschlüsse über die Verteilung des Vermögens nach Haushaltsgröße, sozialer Struktur und anderen Haushaltsmerkmalen möglich. Beachtenswert ist der Wertzuwachs bei Grund und Boden und insbesondere bei bebautem Land. Hier sind die größten Zuwächse zu verzeichnen. Es folgen die Bargeldbestände. Damit sind ausreichend Mittel zum Erwerb von Wohneigentum und für das weitere Wachstum der Bilanzposition Wohnbauten vorhanden.

Quelle: Statistisches Bundesamt/Deutsche Bundesbank; Vermögensbilanzen 1999–2018

Dr. Wolfgang Lange

Dr. Wolfgang Lange
Dipl.-Ökonom, freier Autor
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