Mieter ziehen in Gebäude des Typs E ein
Alexander Bendzko, Geschäftsführer der Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH (GWG), stellt eine außergewöhnliche Immobilie vor als er sagt: „Unser Projekt an der Steigerwaldstraße steht nicht nur für nachhaltiges, sondern auch bauordnungsrechtlich vereinfachtes Bauen. Es ist ein wichtiger Schritt hin zur Vereinfachung der Bauvorschriften und damit ein notwendiger Impuls, um Bauverfahren künftig zu beschleunigen und effizienter zu gestalten.“
Für das Gebäude in der Steigerwaldstraße haben sich die Planer nicht gegen eine Gasheizung und für eine Wärmepumpe entschieden, wie man annehmen mag, sondern für den Verzicht auf eine Raumheizung. Die massive Gebäudehülle mit hochwärmedämmenden Thermoziegeln, vorgesetzter Holzverschalung sowie mehrfach verglasten Fenstern dient als Wärmspeicher, der sich aus Sonneneinstrahlung und der natürlichen Abwärme von Bewohnern, elektrischen Geräten und Alltagstätigkeiten wie zum Beispiel Kochen speist. Das Ziel ist eine konstante Raumtemperatur zwischen 22 und 26 Grad Celsius; daher auch der Name „Konzept 2226“. Sollte es extrem kalt werden, sorgt in den Fußboden eingelassenes elektrisches Heizpapier auf 24-Volt-Basis für zusätzliche Raumwärme. Der notwendige Strom wird – sofern die Sonne scheint – von einer Photovoltaikanlage geliefert.
Die moderne Haustechnik wird mit einer besonders ressourcen- und kostenschonenden Bauweise kombiniert. Dicke Wände aus Wärmedämmziegeln und tiefeingelassene Fenster halten das Gebäude im Winter warm und im Sommer angenehm kühl. Die Verwendung recycelter Baustoffe in den Außenanlagen und an der Fassade sowie die konsequent sortenreine Baukonstruktion ohne Verbundmaterialien unterstreichen den ökologischen Anspruch der Bauweise.
Die innovativen Ansätze im Überblick
- Der Verzicht auf konventionellen Estrich beschleunigte den Bauablauf, da es keiner langen Trocknungszeiten bedurfte. Zudem wurde der Bodenaufbau auf ein Minimum reduziert. Das soll 70 Prozent der Kosten in der Anschaffung und 80 Prozent der Kosten im Betrieb im Vergleich zu einer Wärmepumpe einsparen.
- Jede Wohnung wurde mit einem Durchlauferhitzer ausgestattet. Dies verhinderte lange Leitungsführungen im Gebäude und sparte so Kosten.
- Eine Überwachung der Raumluft sorgt für den notwendigen Feuchteschutz im Gebäude. In den Räumen installierte Sensoren für Wärme-, Feuchte- und CO2 Gehalt steuern die automatisch öffnenden Fenster-Drehflügel und sorgen für den Luftaustausch.
- Es wurde darauf geachtet, dass Bauteile möglichst sortenrein ausgeführt werden. Das bedeutet, dass darauf verzichtet wurde Verbundbaustoffe zu verwenden. Dadurch können die Materialien besser wiederverwendet oder recycelt werden.
- Der sommerliche Wärmeschutz wird durch tiefe Laibungen und vorgelagerte Balkone sichergestellt, sodass kein außenliegender Sonnenschutz notwendig ist.
Mietpreisbindung für 55 Jahre
Das dreigeschossige Gebäude umfasst 15 Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 52 und 109 Quadratmeter. Alle Wohnungen sind im Rahmen der Einkommensorientierten Förderung (EOF) finanziert. Der Freistaat Bayern unterstützt das Projekt mit rund 5,8 Millionen Euro. Die Bindungsdauer von 55 Jahren sichert langfristig bezahlbaren Wohnraum.(Red.)
Was versteht man unter dem Gebäudetyp E? Was ist das Gebäudetyp-E-Gesetz?
Redaktion (allg.)
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