Kolumne

Sind Digitalisierung und KI nur was für große Verwaltungen

Ich lese gerade einen Artikel darüber, wer in unserer Branche was und wie in punkto Digitalisierung und KI umsetzt. Und bin überrascht! Denn angeblich sollen lt. einer Trendstudie von Aareon – die Unternehmen unter 2000 Einheiten weniger an diesen Themen interessiert sein, als größere Unternehmen.

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 Bild: Pixabay/ geralt
Bild: Pixabay/ geralt

Meiner Erfahrung nach ist das richtig … und zugleich falsch! Was bedeutet denn „Digitalisierung“ überhaupt? Jeder versteht darunter doch etwas anderes, oder nicht?

Ich kenne jedenfalls viele kleine Hausverwaltungen, in denen die Abläufe mittels Kundenportal, automatisierter Buchhaltung und diverser anderer Tools bereits sehr digital und damit effizient organisiert sind.

Was mich eher umtreibt ist, dass wir mit der gewünschten Digitalisierung immer wieder auf Widerstände stoßen. Entweder beim Datenschutz – wir „schützen“ uns in Deutschland nun mal gerne zu Tode – oder aber bei unseren Kunden, die nicht bereit sind, mitzuziehen. Sich dann aber beschweren, wenn Infos nicht zeitnah bei ihnen ankommen.

Ich wurde letztens bei der Akquise um ein neues Verwaltungsobjekt von einem der Beiräte gefragt, warum es denn in der Verwaltung so langsam voran ginge mit der Digitalisierung. Es gäbe doch bereits so viele Möglichkeiten. Meine Antwort hat ihn dann doch ein wenig überrascht. Denn ich teilte ihm mit, dass wir Verwalter und Verwalterinnen zwar gerne mehr digitale Tools einsetzen würden, aber wir auch müssen in der Lage sein, uns diese leisten zu können. Und dafür müsste die Verwaltergebühr entsprechend höher sein. Ob er wohl bereit wäre, mehr zu zahlen, wenn ich als HV digitaler arbeiten würde.

Welche Antwort der Beirat hier gegeben hat, können wir uns alle vorstellen, oder? Unabhängig von den Vorstellungen meiner Kunden ist meine Planung für die nächsten Jahre auf drei Säulen aufgebaut und wird mir hoffentlich meine unternehmerische Existenz sichern:

  • Ich verkaufe mich nicht mehr unter Wert! Unrentable Objekte sortiere ich aus.
  • Ich arbeite gerne und viel digital bzw. mit KI. Die Kunden müssen darauf aber eingestellt sein. Ist der Kunde nicht digital, ist er nicht mehr mein Kunde.
  • Nur wenn ich als Unternehmen ordentliche Einnahmen habe, kann ich mir die aktuellen und zukünftigen Personalkosten leisten und qualitativ hochwertige Dienstleistungen in gewohnter Weise liefern sowie weiterhin in die digitale Entwicklung investieren.

Hören wir auf, mit dem Portemonnaie der Kunden zu denken. Wir sind jetzt und zukünftig in der angenehmen Position, uns die Kunden auszusuchen … und nicht umgekehrt. Schließlich wollen die „kleinen Unternehmen“ ebenfalls die Digitalisierung!

Start der neuen IVV-Serie: KI in der Immobilienbranche

Michael Friedrich

Michael Friedrich
Hausverwalter, Autor, Der Verwalter-Berater
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Artikel Sind Digitalisierung und KI nur was für große Verwaltungen
Seite 5
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