Quartiersentwicklung

Vonovia lässt Mieter mitbestimmen

244 Mieterinnen und Mieter in Berlin-Reinickendorf haben in mehreren Workshops Wünsche und Ideen für ihr Quartier zusammengetragen. Die Workshops sind das Ergebnis eines umfangreichen, drei Jahre andauernden Beteiligungsverfahrens, das Vonovia für die Quartiersentwicklung im Ziekowkiez durchgeführt hat.

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Crowd of small symbolic figures, white buildings town edge, 3d illustration, horizontal background Bild: Adobestock/ higyou
Crowd of small symbolic figures, white buildings town edge, 3d illustration, horizontal background Bild: Adobestock/ higyou

Herausgekommen ist eine detaillierte Wunschliste, die von Neubau und Modernisierung bis zum Thema Grünflächen und Verkehr reicht. Vonovia plant im Quartier aktuell, die rund 1.100 Wohnungen aus den 1950er-Jahren zu modernisieren und rund 450 Wohnungen neu zu schaffen. „Unsere Mieter haben aktiv Einfluss auf die Planung im Ziekow-Kiez genommen“, sagte Sandra Holborn, Regionalleiterin Berlin Nord bei Vonovia, bei der Vorstellung einer Zwischenbilanz der Quartiersentwicklung.

Die größten Veränderungen durch die Beteiligung haben sich bei der Anzahl und Lage der Neubauten ergeben. Die ersten Planungen hatten noch bis zu 600 neue Wohnungen im Quartier vorgesehen – größtenteils als Lückenschließung zwischen den bestehenden Häusern. „Wir haben die Bedenken gegen eine allzu dichte Bebauung aufgegriffen und die Anzahl der Neubauten reduziert“, sagt Henning Grote, Projektleiter Neubau beim Vonovia-Tochterunternehmen Buwog. „Der aktuelle Plan sieht noch rund 450 Neubauwohnungen und insgesamt weniger Bauflächen vor. Zudem planen wir einen Neubau in der Quartiersmitte sowie zusätzliche Dachgeschossaufstockungen im Bestand“, so Grote weiter.

Die neuen Gebäude werden mit Modulen aus Holz und Beton errichtet

Eine zentrale Rolle bei der Quartiersentwicklung im Ziekow-Kiez spielen auch Klimaschutz und Energie. Vonovia setzt beim Neubau auf den Baustoff Holz. So sollen die neuen Wohnungen aus seriell gefertigten Holzmodulen oder in Hybrid-Bauweise aus Holz und Beton errichtet werden. Zur Erzeugung von Wärme und Strom will Vonovia alle verfügbaren Dachflächen mit Photovoltaik-Solarmodulen ausstatten und die Neubauwohnungen an das Fernwärmenetz anschließen.

Damit die Modernisierung für die Mieter bezahlbar bleibt, hat Vonovia bereits 2018 eine Vereinbarung mit dem Bezirk geschlossen. Diese garantiert, dass sich die Bestandsmieten nach Abschluss der Modernisierung um maximal 1,75 Euro nettokalt pro Quadratmeter erhöhen. Bei Härtefällen hat Vonovia individuelle Lösungen zugesagt. Überdies sind bisher im Neubau rund 140 geförderte Wohnungen zu einer Anfangsmiete von durchschnittlich 6,50 Euro geplant. (Red.)

Redaktion (allg.)

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