Immobilien Start-up Smmove meldet Insolvenz an

Vor knapp zwei Jahren ging das PropTech-Unternehmen Smmove online. Man wolle die Immobilienbranche revolutionieren, hieß es damals seitens der Gründer. Doch nun wurde bekannt, dass das Unternehmen zahlungsunfähig und überschuldet ist. Seit Mitte Juli 2017 läuft das Insolvenzverfahren.

Smmove trompetet nicht mehr.
Smmove trompetet nicht mehr.

Als Anfang 2014 Alexander Kanellopulos, Michael Scheiblich und Roland Peter das Online-Auktionsportal Smmove gründeten, überschlug sich die Presse mit Lobeshymnen. Die Plattform setzte vollständig auf Digitalisierung. Mieter und Vermieter wollte man zusammenbringen, ganz ohne Makler, ähnlich wie beim Online-Dating und bei eBay.

Mischung aus Online-Dating und eBay

Bei erfolgreicher Kontaktaufnahme sollten die für den Vermieter in Frage kommenden potenziellen Mieter ihre Wunschmiete angeben. Innerhalb von zwei Wochen sucht der Vermieter dann die Kandidaten aus, die er kennenlernen möchte. Kommt ein Vertragsabschluss zustande, zahlt der Vermieter 25 Prozent der Nettokaltmiete an Smmove.

Mittlerweile ist klar, dass das Jungunternehmen sein selbstgesetztes Ziel der vollständigen Digitalisierung des Immobilienmarktes nie erreichen wird. Rechtsanwältin Stephanie Hotopp von der Kanzlei Voigt-Salus verhandelt die Smmove-Insolvenz. Sie erklärte, dass Smmove drei Monate lang keine Sozialversicherungsbeiträge an zwei Krankenkassen gezahlt habe. Daraufhin beantragten beide Krankenkassen Ende 2016 die Insolvenz für das Start-up. Der Betrieb des Unternehmens sei bereits im Mai oder Juni 2016 eingestellt worden.

Krankenkassen stellten  Insolvenzantrag

Im Vorfeld der Insolvenzanträge habe das Unternehmen versucht, die Software zu veräußern und aus den erzielten Erlösen die Gläubiger zumindest quotal zu befriedigen, bestätigt Hotopp. „Das hat aber nicht geklappt, weshalb einige Gläubiger – insbesondere die antragsstellenden Krankenkassen – die Gespräche abgebrochen haben,“ so die Anwältin weiter.

Nach Fertigstellung der eigenen IT-Lösung habe man 2016 nach einer Finanzierungsrunde gesucht, um sich über Wasser zu halten. Geld habe das Start-up laut Anwältin nicht erhalten. Das Unternehmen werde nun liquidiert. Zwar wolle man weiterhin versuchen, die Software zu verkaufen. Jedoch sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass derzeit kein Interesse am Erwerb der Software oder an einer Beteiligung an dem Unternehmen bestehe, sagt Rechtsanwältin Stephanie Hotopp.

Mit der Einführung des Bestellerprinzips vor zwei Jahren startete der Aufstieg der Digital Real Estate. Lesen Sie mehr über die vielversprechendsten PropTech-Start-ups im folgenden IVV-Beitrag.

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