Pilotprojekt für echte Nachhaltigkeit

Ein großes Gebäude mit sehr kleinem CO₂-Fußabdruck

Am 8. Mai hat das landeseigene Berliner Unternehmen degewo den Grundstein gelegt für ein Gebäude mit 112 Wohnungen, das in Holzhybridbauweise entstehen wird. Das „Klimahaus“ der degewo soll über seinen gesamten Lebenszyklus höchsten Nachhaltigkeitsansprüchen genügen.

v.li.: Rolf Bösinger (SPD), Staatssekretär im Bundesbauministerium; Sandra Wehrmann, Vorstand degewo AG; Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Berlin Treptow-Köpenick; Nevzat Köstek, Geschäftsführender Gesellschafter, BATEG Berlin; Stephan Machulik (SPD), Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz, Berlin; Christoph Beck, Vorstand, degewo AG. Fotonachweis: degewo
v.li.: Rolf Bösinger (SPD), Staatssekretär im Bundesbauministerium; Sandra Wehrmann, Vorstand degewo AG; Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Berlin Treptow-Köpenick; Nevzat Köstek, Geschäftsführender Gesellschafter, BATEG Berlin; Stephan Machulik (SPD), Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz, Berlin; Christoph Beck, Vorstand, degewo AG. Fotonachweis: degewo

Der achtgeschossige Neubau im Stadtteil Treptow-Köpenick werde in Holzhybridbauweise mit einem hohen Anteil an Holz in der tragenden Konstruktion und der Gebäudehülle errichtet. Dadurch verbessere sich die CO₂-Bilanz des Gebäudes deutlich. Der Neubau erfülle sogar die Anforderungen an den neuesten Standard Effizienzhaus 40 NH. In einer Lebenszyklusbetrachtung von 50 Jahren emittiere das Gebäude weniger als 24 kg CO₂/m² und werde dafür mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG-Plus) des Bundes in Kombination mit einem Nachhaltigkeitszertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Silber ausgezeichnet. Der hohe Grad an Vorfertigung ermögliche außerdem eine deutlich verkürzte Bauzeit.

Ein großer Teil der notwenigen Energie für den Gebäudebetrieb soll die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauses liefern. Die regenerative Anlage werde die Wärmepumpen antreiben sowie für Allgemeinstrom und Mieterstrom sorgen. Nur bei kalten Wintertemperaturen werde die Spitzenlast mit „der leider noch oft mit fossilen Brennstoffen hergestellten Fernwärme abgesichert“, heißt es einschränkend bei der degewo (viele Wärmekraftwerke in Berlin werden mit Kohle oder Erdgas befeuert; Anm. der Redaktion).

Regenwassermanagement

Das Dach des Klimahauses werde trotz der Photovoltaikanlagen und der Wärmepumpen extensiv begrünt. Das umlaufende, vier Meter tiefe Vordach im ersten Obergeschoss werde sogar intensiv begrünt. Hier entstehen Terrassen für die Mieterinnen und Mieter. Die Dach- und Fassadenbegrünung sei auch ein wichtiger Bestandteil des dezentralen Regenwassermanagements. Sie halte einen Teil des Regens zurück und gebe ihn verzögert an die Pflanzen sowie die Luft ab und verbessere dadurch das Mikroklima am Gebäude und im Quartier. Das überschüssige Regenwasser werde in Zisternen gespeichert und zur Bewässerung der übrigen Freianlagen genutzt oder über Rigolen verzögert vor Ort versickert. Auf eine Einleitung von Regenwasser in die Kanalisation könne so vollständig verzichtet werden.

Sandra Wehrmann, Vorstandsmitglied bei degewo, wies während der Grundsteinlegung auf den besonders kleinen ökologischen Fußabdruck des Gebäudes hin. „Dieses Pilotprojekt liefert uns wertvolle Erkenntnisse für den klimaschützenden Neubau der Zukunft."

Die Fertigstellung ist für den Sommer 2025 geplant.

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