Die Wohnungswirtschaft im Blick

Fünf Unternehmen gründen Deutsche Allianz für Serielle Sanierung

Fünf Anbieter für serielle Sanierung haben die Deutsche Allianz für Serielle Sanierung (DASS) als politische Interessensvertretung und Informationsplattform gegründet. Der Kreis der Gründungsmitglieder besteht aus den bundesweit tätigen Firmen B&O Bau, ecoworks, Niersberger, RENOWATE sowie Saint-Gobain Pre.Formance. Die Initiative möchte nach eigenen Angaben Aufklärungsarbeit innerhalb der kommunalen und privaten Wohnungswirtschaft leisten.

Sieben Herren setzen sich für serielle Sanierung ein. Geschäftsführer ist Dr. Ulrich Nagel (li.). Foto: DASS
Sieben Herren setzen sich für serielle Sanierung ein. Geschäftsführer ist Dr. Ulrich Nagel (li.). Foto: DASS

Ziel ist es darüber hinaus, die Rahmenbedingungen für flächendeckende serielle Sanierung zu verbessern. Die DASS schlägt eine neue Muster-Richtlinie für serielle Sanierung vor,  sie will die Bundesförderung „Serielles Sanieren“ wiederbeleben und strebt ein funktionales Vergaberecht ohne Fokussierung auf Einzellosvergaben an. Die Allianz steht weiteren Anbietern für serielle Sanierungen offen und ist mit den maßgeblichen Branchenverbänden im Austausch.

Skalierbare Klimaschutzmaßnahme

Der Sprecher der DASS, Alexander Fuchs, erklärt: „Es ist der ideale Zeitpunkt gekommen, um serielle Sanierung als skalierbare Klimaschutzmaßnahme flächendeckend zu etablieren. Wir stehen als Lösungspartner parat, um Eigentümern und Kommunen bei ihrer anspruchsvollen Sanierungsaufgabe mit Komplettlösungen zur Seite zu stehen.“ Die neue europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) mit ihrem Schwerpunkt der Worst Performance Buildings steht vor ihrer Implementierung in deutsches Recht. Zugleich soll der Gebäudesektor, der 60 Prozent des Energieverbrauchs und 40 Prozent des CO₂-Ausstoßes in Deutschland verantwortet, seinen Beitrag für die Erreichung der kommunalen und nationalen Klimaschutzziele mit ihrer ersten Zielmarke 2030 leisten. Bis 2028 hat sich die Allianz das Ziel gesetzt, die Wohnungswirtschaft bei dieser Aufgabe bestmöglich zu unterstützen und ihren Beitrag zur Verdopplung der jährlichen Sanierungsquote im deutschen Gebäudebestand auf zwei Prozent zu leisten.

Wohngebäude in Deutschland sind zu 90 Prozent unsaniert

Die serielle Sanierung gilt als Schlüsselmethode für die Energiewende im Gebäudebestand. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) sind rund 90 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland noch unsaniert oder nur teilmodernisiert. Bundesweit wurden seit dem ersten Pilotprojekt im Jahr 2019 bislang 113 serielle Sanierungsprojekte fertiggestellt, weitere 46 befinden sich im Bau und etwa 230 Projekte mit über 17.000 Wohneinheiten sind in verschiedenen Planungsphasen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes eignen sich bis zu 6,5 Millionen Wohnungen in Deutschland für eine serielle Sanierung. Dies entspricht einem Projektvolumen von schätzungsweise 120 Milliarden Euro.

Steile Lernkurve erwartet

Laut einer im Oktober 2025 veröffentlichten dena-Studie steigt die Effizienz serieller Sanierungen aufgrund wachsender Projekterfahrung deutlich: Die durchschnittliche Projektdauer reduzierte sich seit 2023 um die Hälfte von 42 auf 21 Wochen. Zudem sanken die durchschnittlichen Kosten um rund ein Drittel.


Das Mission Statement der Allianz und ein politisches Positionspapier finden Sie hier zum Download.
 

Redaktion (allg.)

Pixabay/ Mohamed_hassan
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