100 Jahre Lindenhof Berlin-Tempelhof

Guter, praktischer Wohnraum mit günstigen Mieten

Es ist ein Pionierprojekt des sozialen Wohnungsbaus: vor 100 Jahren wurde in Tempelhof-Schöneberg der Lindenhof errichtet und guter, praktischer Wohnraum mit günstigen Mieten geschaffen – bis heute ein hochaktuelles Thema. Zum runden Jubiläum nimmt die GeWoSüd nun Bewohner und Gäste mit auf eine Zeitreise durch die 100-jährige Geschichte der Gartenstadt.

Info-Stele am Weiher des Lindenhofs. FOTO: Dirk Lässig
Info-Stele am Weiher des Lindenhofs. FOTO: Dirk Lässig

Die Wohnungsgenossenschaft GeWoSüd übernahm die Wohnanlage im Jahre 1922. Damit ist der Lindenhof der älteste Standort der Wohnungsgenossenschaft; sie unterhält in Berlin rund 2.600 Wohnungen.

Bis heute ist der Lindenhof die größte Wohnanlage der GeWoSüd. Etwa 1.000 Mitglieder wohnen mit ihren Familien in den rund 620 Wohnungen. Das Angebot reicht von der Ein-Zimmer-Wohnung mit 28 qm, über die Sechs-Zimmer-Wohnung mit 180 qm, bis hin zum Reihenhaus mit eigenem Garten.

Der Lindenhof wurde ab 1918 unter Leitung des späteren Berliner Stadtbaurats Martin Wagner entwickelt, um der Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg zu begegnen. Es gibt parkähnliche Freiflächen mit altem Baumbestand und einen Weiher. Die Pioniersiedlung mit Vorbild-Charakter zeichnet sich auch heute noch durch guten Wohnraum zu günstigen Konditionen, zahlreiche Gemeinschaftseinrichtungen und die Nutzung von Mietergärten aus. Wer die Geschichte ausführlicher entdecken möchte, ist ab sofort beim Geschichtsrundgang dazu eingeladen.

Info-Stelen zur Geschichte der Siedlung

Am 25. November wurden die frei zugänglichen Info-Stelen bei einem Rundgang mit dem neuen Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers feierlich eingeweiht. Jede der sechs individuellen Stelen trägt einen QR-Code, der die Interessenten via Smartphone zu historischen Bildern und Informationen führt. Die erste Info-Stele, die den Start des Rundgangs markiert, steht in der Eythstraße Ecke Domnauer Straße mit Blick auf den Standort des ehemaligen Ledigenheims, wo sich heute neben einem siebengeschossigen Wohnhaus auch die Geschäftsstelle der GeWoSüd befindet.

Von hier aus geht es auf dem Stelen-Pfad weiter in die Suttner- und in die Reglinstraße, in der sich die sogenannten „Chinesenhäuschen“ befanden. Ihren Namen erhielten die Reihenhäuser durch die damaligen Bewohner, da die Vorbauten durch ihre Form an chinesische Pagoden erinnerten. Der Geschichtsparcours führt die Besucher dann weiter vorbei an der Lindenhofschule und den Mietergärten der Reglinstraße bis hin zum Weiher. Abschluss der Lindenhof-Zeitreise bilden schließlich die zwei Gebäudeensembles in der Eyth- und Bessemerstraße am nördlich angrenzenden Areal, die im Rahmen eines Erweiterungsprojekts entstanden sind. Hier befindet sich die sechste und letzte Info-Stele des Rundgangs, der durch die wechselvolle Geschichte des Lindenhofs führt.

Zum hundertjährigen Bestehen des Lindenhofs hat die GeWoSüd 2020 ihr umfangreiches Sanierungs- und Modernisierungskonzept in der denkmalgeschützten Gartenstadt vollendet.

Quelle: GeWoSüd

Gartenstadt Lindenhof der GewoSüd ausgezeichnet (2016)

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