Energiewende

Lausitz hofft auf Millionenförderung für Reallabor

Die Stadt Lübbenau im Spreewald beteiligt sich am „Reallabor Lausitz“. Dabei handelt es sich um ein Großvorhaben zum Thema Energiewende innerhalb einer Strukturwandelregion. Energieeffizientes Bauen, emissionsarmer Verkehr sowie die Versorgungsstruktur in den Städten stehen dabei im Vordergrund.

Eine Skizze des Plangebietes des Reallabor Lausitz | Teilgebiet Lübbenau/Spreewald | Lindenviertel (blau eingerahmt). BILD: mks Architekten-Ingenieure GmbH
Eine Skizze des Plangebietes des Reallabor Lausitz | Teilgebiet Lübbenau/Spreewald | Lindenviertel (blau eingerahmt). BILD: mks Architekten-Ingenieure GmbH

Das Zepter hat die BTU Cottbus-Senftenberg in der Hand.

Ideen für die Städte der Zukunft

In Lübbenau soll in diesem Rahmen ein Quartier im neuen Lindenviertel geschaffen werden – auf der Abrissfläche des ehemaligen Musikerviertels, welche im Besitz der Stadt sowie der beiden Wohnungsbauunternehmen WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH und GWG Wohnungsbaugenossenschaft e.G ist.

Die dortige Zielsetzung ist eine sinnvolle Stadtentwicklung, die die derzeit vorhandene, größere städtebauliche Lücke schließt und einen ordentlichen Stadtrand ergeben soll. Innovative Pilotlösungen, die später auf andere Städte übertragen werden können bilden dabei das übergeordnete Ziel des Reallabors. Für diese „Forschungsstationen“ stellt das Bundeswirtschaftsministerium jährlich 100 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Für Reallabore in Strukturwandelregionen zusätzliche 200 Millionen Euro.

„Zuwendungen gibt es für außergewöhnliche Maßnahmen, die richtungsweisend für die Zukunft vor dem Hintergrund des Klimaschutzes sind“, betont Michael Jakobs, Geschäftsführer der WIS. Die Entwicklung des Lübbenauer Lindenviertels soll unter dem Motto „Der Spreewald in der Neustadt“ erfolgen. Ansätze sind dabei klimaschonendes Bauen, beispielweises durch bestimmte Holzbauweisen CO2-neutral zu bauen oder durch eine spezielle Regenwasserbewirtschaftung das Quartier zu begrünen und zu kühlen.

Sanierung und Vollsanierung

Die aktuell wichtigsten Projekte der beiden Wohnungsunternehmen befinden sich unmittelbar beieinander. Während die GWG zwei Wohnhäuser aus Anfang der 90er Jahre im bewohnten Zustand saniert, erfolgt bei den zwei benachbarten Wohnhäusern der WIS eine Vollsanierung. Die Objekte dafür wurden bereits vor einigen Jahren gezielt leergezogen. Alle vier Wohnhäuser werden seniorenfreundlich gebaut. Die GWG schafft mit dem Projekt „Komfortwohnen am Delphinbad“ 65 generationsgerechte Wohnungen mit Außenaufzügen, Laubengängen, Balkonen sowie teilweise ebenerdigen und barrierefreien Wohnungen für insgesamt 1,6 Millionen Euro.

Bei der WIS werden 7,6 Millionen Euro in das Projekt „Wohnen an den Gärten“ investiert. Die Häuser wurden vollständig entkernt, so dass lediglich die Außenhülle und tragende Wände stehen blieben. Die Grundrisse der Wohnungen sind an die heutigen Anforderungen angepasst. Alle 58 Wohnungen werden barrierefrei über Aufzüge erreichbar sein. Die zukünftigen Mieter erwartet ein besonderer Service durch Concierge, Gemeinschaftsraum, Sicherheitskonzept und angeschlossener Tagespflege. Mit Fertigstellung der Wohnhäuser, zusammen mit den Umbaumaßen an der Jena-Plan-Schule in der Wagner-Straße, der Sanierung der Turnhalle und des Delphinbades wird das Quartier am Rande der Lübbenauer Neustadt Süd erheblich aufgewertet.

Weiterlesen:
Letzte unsanierte WIS-Wohnhäuser aus den 80-Jahren werden umgebaut

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