Längerfristige Auswirkungen der Corona-Pandemie

Mieter fürchten Zahlungsschwierigkeiten – Homeoffice ist beliebt

Auch wenn bisher die Wohnungsmieten überwiegend pünktlich gezahlt werden: Viele Mieter befürchten, aufgrund der Corona-Pandemie künftig in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Servicemonitor Wohnen“ des Beratungsunternehmens Analyse & Konzepte immo.consult.

Auch wenn der Schutz vor Ansteckung gelingt - das Virus verändert Leben und Arbeiten der Menschen. Foto: Adobestock/AA+W
Auch wenn der Schutz vor Ansteckung gelingt - das Virus verändert Leben und Arbeiten der Menschen. Foto: Adobestock/AA+W

2020 führte Analyse & Konzepte den Servicemonitor Wohnen bereits zum sechsten Mal durch und befragte hierfür 1.000 Mieter aus ganz Deutschland. Seit 2012 liefert die Studie wertvolle Erkenntnisse darüber, was die Menschen von ihren Vermietern erwarten und welche Leistungen ihnen besonders wichtig sind. In diesem Jahr untersuchte Analyse & Konzepte mit dem Servicemonitor Wohnen außerdem, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf das Wohnen hat. 

31 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Einkommenssituation ihres Haushaltes aufgrund von Corona verschlechtert habe. Dies trifft insbesondere auf Haushalte mit Kindern und auf Paare unter 30 Jahren zu. 

Entsprechend sorgen sich viele Menschen um ihre Finanzen: 15 Prozent der Befragten befürchten, dass sie künftig in Mietzahlungsschwierigkeiten geraten könnten. Auf der anderen Seite sind sich 73 Prozent ziemlich sicher, auch in Zukunft ihre Miete zahlen zu können. 13 Prozent sind in dieser Frage unentschieden. 

60 Prozent der Mieter stimmen der Aussage zu, dass ihr Vermieter auch bei Problemen für sie da sei. Fast die Hälfte (48 Prozent) geht davon aus, dass der Vermieter sie bei Zahlungsschwierigkeiten mit Hilfsangeboten unterstützen würde. Allerdings haben gerade diejenigen Haushalte, die schon Einkommenseinbußen aufgrund der Corona-Pandemie erlitten haben, vergleichsweise wenig Vertrauen in die Unterstützung durch ihren Vermieter.  

„Auch in Zukunft häufig Homeoffice“

Für den Servicemonitor Wohnen fragte Analyse & Konzepte immo.consult auch nach der Organisation der Arbeit während der Corona-Pandemie. 22 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die komplette Arbeitszeit von zu Haus aus gearbeitet hätten, 19 Prozent immerhin teilweise. Nur 5 Prozent hatten das Homeoffice schon vor der Krise genutzt. „Während der Corona-Pandemie ist die Wohnung für sehr viele Menschen auch zum Ort des Arbeitens geworden“, sagt Katrin Trunec von Analyse & Konzepte immo.consult.  „Die Akzeptanz für mobiles Arbeiten ist hierdurch stark gestiegen. Insofern gehen wir davon aus, dass auch in Zukunft die Wohnungen stärker als Büro genutzt werden. Das heißt: Arbeitszimmer werden an Bedeutung gewinnen, aber auch Aspekte wie eine gute Internetverbindung und zuverlässiger Schallschutz.“  

Die Studie kann kostenlos angefordert werden unter www.analyse-konzepte.de.

Messdienstleister will eine „neue Arbeitskultur“ etablieren

Auch beim Messdienstleister BRUNATA-METRONA in Hürth arbeiten die meisten Mitarbeiter im Homeoffice, um der Verbreitung des Virus Einhalt zu gebieten. Eine Umfrage, die das Unternehmen nun durchgeführt hat, lege den Schluss nahe, dass die Heimarbeitsplätze viel mehr als eine temporäre Notlösung sein werden. An der Befragung, die vom 12. Mai bis zum 18. Juni durchgeführt wurde, beteiligten sich nach Firmenangaben mehr als 80 Prozent der knapp 500 Befragten. Deren Votum sei eindeutig: 83 Prozent sehen Homeoffice als sinnvolle Ergänzung zum Büro-Arbeitsplatz und arbeiten nach eigener Einschätzung zuhause effektiver. 44 Prozent können sich sogar vorstellen, dauerhaft im Homeoffice tätig zu sein. Nahezu alle (98 Prozent) erreichen nach eigener Einschätzung ihr normales Arbeitspensum.

„Diese Ergebnisse decken sich mit unseren Beobachtungen“, erläutert Geschäftsführer Oliver Geer. „Wir konnten auch in Zeiten des Lockdowns unser Geschäft ohne gravierende Einschränkungen fortführen.“ Mit dem neu aufgelegten Projekt #NeuesArbeiten würden die Erkenntnisse aus den letzten Monaten und die Ergebnisse der Umfrage genutzt, um eine neue Arbeitskultur zu etablieren.

Savills IM zum Arbeitsplatz der Zukunft: “Ende des Büros nicht in Sicht”

Die Befürchtungen, dass nach der flächendeckenden Homeoffice-Nutzung im Zuge der COVID-19-Pandemie künftig keine Büros mehr benötigt werden, sind nach Einschätzung des internationalen Immobilien-Investmentmanagers Savills Investment Management (Savills IM) übertrieben. Vor allem Büroobjekte in zentralen Geschäftslagen dürften kaum an Popularität einbüßen. Die Pandemie habe zwar gezeigt, dass das Arbeiten von zu Hause für viele Unternehmen und Berufe möglich ist. Dennoch hätten internationale Umfragen ergeben, dass nur eine Minderheit der Arbeitnehmer vollständig von zu Hause aus arbeiten möchte, sobald die Normalität wieder hergestellt ist. Gründe dafür dürften sein: ungeeignete Arbeitsräume und -plätze, hohes Ablenkungspotenzial sowie der Mangel an persönlichem Austausch mit Kollegen. Zu den weiteren Nachteilen gehörten Einsamkeit, Isolation und verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Der Zusammenhang zwischen Produktivität und persönlichen Interaktionen, die Kreativität und Wissenstransfer fördern, sei nicht zu unterschätzen.

In Folge der COVID-19-Pandemie dürfte die hohe Verantwortung der Unternehmen zu einer verbesserten Qualität der Büroarbeitsumgebung führen. Dazu zählten zusätzliche (Schreibtisch-)Flächen, mehr Rückzugs-, Besprechungsbereiche sowie der verstärkte Einsatz technologischer Innovationen wie berührungsfreie Technologien und biometrische Verifikationssysteme. (Red.)

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