Angebotsmieten

Mietpreise ziehen moderat an in Leipzig, Erfurt, Hamburg und München

Die Mietpreisentwicklung hat sich in einem Großteil der Metropolen etwas beruhigt. Sie liegt aktuell im Rahmen der Inflationsrate und zum Teil sogar darunter. Nach wie vor sind aber insbesondere Berlin und Köln weit von einem ausgeglichenen Mietwohnungsmarkt entfernt. In Berlin gehen im Durchschnitt 99 Anfragen pro Woche auf eine angebotene Bestandsmietwohnung ein, in Köln sind es 46.

ImmoScout24 WohnBarometer Mietwohnungen Q3 2021
ImmoScout24 WohnBarometer Mietwohnungen Q3 2021

Viermal im Jahr präsentiert die Plattform ImmoScout24 das WohnBarometer. Es ist ein Marktreport zur Entwicklung des Immobilienmarktes. Es gibt die Preisentwicklung in realen Angebotspreisen wieder, ergänzt um einen Indikator zum Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie eine Preisprognose für die nächsten 12 Monate. Die Datenbasis umfasst über 8.5 Millionen Inserate der letzten fünf Jahre auf ImmoScout24.

Bestands- und Neubau-Mieten legten leicht zu

Für das dritte Quartal 2021 zeigt das ImmoScout24 WohnBarometer deutschlandweit eine Steigerung der Angebotspreise für Bestandsmietwohnungen in Höhe von 1,4 Prozent. Die Preisentwicklung zog somit wieder leicht an, liegt aber deutlich unterhalb der Entwicklung der Kaufpreise, die im Quartalsdurchschnitt um 4,2 Prozent anstiegen. Im zweiten Quartal hatte der Anstieg der Mieten im Bestand noch bei 0,8 Prozent gelegen. Aktuell liegt der Angebotspreis für Bestandsmietwohnungen im Bundesdurchschnitt bei 7,26 Euro pro Quadratmeter. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit 60 Quadratmetern kostet damit rund 435,38 Euro netto kalt.

Mit 2,4 Prozent Preisanstieg wuchsen die Angebotspreise für Bestandswohnungen in Leipzig im Quartalsvergleich am stärksten, gefolgt von Erfurt mit 2,1 Prozent, Hamburg mit 2,3 Prozent und Köln mit 1,9 Prozent. In München, Berlin und Potsdam hat sich die Preisentwicklung um 1,5 Prozent und damit deutlich unter der aktuellen Inflationsrate eingependelt. In den ostdeutschen Zentren Dresden und Rostock verzeichnet das ImmoScout24 WohnBarometer einen Rückgang der Angebotspreise für Bestandsmietwohnungen. Während Dresden im dritten Quartal nur ein leichtes Minus von 0,3 Prozent verbuchte, gingen in Rostock die Angebotsmieten im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 um 1,7 Prozent zurück.

Angebotspreise für Neubauwohnungen ziehen stärker als im Vorquartal an

Neubauwohnungen zur Miete verzeichneten im dritten Quartal 2021 in der gesamtdeutschen Betrachtung eine Zunahme von 2,2 Prozent. Sie werden in der Neuvermietung auf ImmoScout24 im Durchschnitt für 9,82 Euro pro Quadratmeter angeboten. Damit nahm die Entwicklung gegenüber dem Vorquartal wieder leicht zu. Im zweiten Quartal hatte die Preisentwicklung bei Neubauwohnungen noch 1,5 Prozent betragen. Auch bei Neubau-Wohnungen zur Miete liegt die Preisentwicklung deutlich hinter der Kaufpreisentwicklung, die im Quartalsvergleich um 4,7 Prozent zugelegt hat.

Leipzig führt das Metropolenranking für die Mietpreisentwicklung im Neubau mit einem Plus von 3,3 Prozent an, gefolgt von Erfurt und München mit jeweils 3,0 Prozent. Während die Preisentwicklung für Neubau-Mietwohnungen in Hamburg und Frankfurt am Main im dritten Quartal 2021 unter einem Prozent lag, war sie in Rostock mit minus 0,5 Prozent leicht rückläufig.

Nachfrage nach Bestandsmietwohnungen weiterhin auf hohem Niveau

Während die Nachfrage nach Mietwohnungen aus dem Bestand in den deutschen Großstädten annähernd auf dem gleichen Niveau blieb wie im Vorquartal, stieg sie in Köln und München trotz der Sommersaison leicht an.

Für die nächsten zwölf Monate prognostiziert das WohnBarometer in der gesamtdeutschen Betrachtung eine moderate Entwicklung der Angebotsmieten von 3,2 Prozent für Bestandswohnungen. Im Neubau erwartet ImmoScout24 bis zum dritten Quartal 2022 einen Anstieg um 3,9 Prozent. Für die Preisprognose fließen aktuelle Einwohnersalden sowie der verfügbare und geplante Wohngebäudebestand in die Berechnung ein.

Quelle: ImmoScout24

weiterlesen:
Wo Mieten stärker steigen als die Löhne
Gestiegene Angebotsmieten in Großstädten
Stadtmieten zu teuer für Familien
„Portalmieten sind keine Realmieten“

Ein Mietverhältnis ist ein auf Dauer angelegtes Vertragsverhältnis. Während des Mietverhältnisses kann es sich also durchaus ergeben, dass eine weitere Person als Hauptmieter in einen bestehenden Mietvertrag aufgenommen werden soll. Dazu ist eine Vereinbarung...
Printer Friendly, PDF & Email
9.4.2020
Der Corona-Ticker für die Immobilienwirtschaft
1.3.2021
Ein Jahr Berliner Mietendeckel
Im Februar bestand der Berliner Mietendeckel ein Jahr. Das gesetzliche Einfrieren der Mieten und das Absenken überhöhter Mieten sollte soziale Entlastung und eine Atempause für den Neubau schaffen...
26.2.2020
Studentenwohnungen
Die Preise für Studentenbuden stoßen mancherorts an eine Grenze. München ist nach wie vor am teuersten, einen Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr gab es auch in Köln und in Hamburg. Starke...
31.7.2020
Mietausfälle und Stundungen überschaubar
Wohnungsunternehmen und Vermieter von Gewerbeflächen zeigen in der Corona-Krise eine hohe Anpassungsfähigkeit. Mietausfälle und die Zahl von Mietstundungen halten sich nach wie vor in beherrschbaren...
27.1.2020
Entwicklung im IV. Quartal 2019
Der Blick auf drei Marktanalysen erlaubt den Schluss: Der Anstieg der Mieten hat sich in Deutschland 2019 verlangsamt. In einigen beliebten Städten ist sogar Stagnation zu erkennen, weil Zuzügler ins...
7.5.2021
Die sozial orientierten Vermieter der Wohnungswirtschaft dämpfen mit ihren günstigen Mieten die Preisentwicklung auf den Wohnungsmärkten in ganz Deutschland. Preisgünstige Mietangebote der GdW...