Bedeutung des Green Deals für die Wohnungswirtschaft

Modernisierungsrate verdoppeln

Die Europäische Kommission will die Treibhausgase bis 2030 um 50-55 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Für den Gebäudesektor sieht der Green Deal vor, die Modernisierungsrate des Gebäudebestandes zu verdoppeln. Rollt jetzt eine "Renovierungswelle" an?

Rund zehn Millionen Eigentumswohnungen in Deutschland sind ein entscheidender Faktor, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Doch die Sanierungsquote ist hier – wie im gesamten Wohnungsbestand – deutlich zu gering. FOTO: ADOBESTOCK/ J.FÄLCHLE
Rund zehn Millionen Eigentumswohnungen in Deutschland sind ein entscheidender Faktor, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Doch die Sanierungsquote ist hier – wie im gesamten Wohnungsbestand – deutlich zu gering. FOTO: ADOBESTOCK/ J.FÄLCHLE

Um Immobilienunternehmen und Hauseigentümer zur Modernisierung anzuhalten, soll Energie je nach Quelle unterschiedlich bepreist werden. Die CO2-Zertifikate sollen in den europäischen Zertifikatenhandel einbezogen werden.

Außerdem soll der Ausbau der digitalen Infrastruktur vorangetrieben werden, damit die Klimaverträglichkeit von gebäuden besser bemessen werden kann.

Hindernisse, die dazu führen, dass nicht modernisiert wird, sollen abgebaut werden. Die Europäische Kommission stellt für die Gebäudemodernisierung EU-Gelder in Aussicht. Diese sollen zur Verfügung stehen für Wohnungsbaugesellschaften, für Schulen und Krankenhäuser.

Energiewende beim Wohnen

"Die Wohnungswirtschaft in Europa braucht für eine sozial gerechte Umsetzung der Klimaziele dringend EU-weite Vereinfachungen für die dezentrale Stromerzeugung und Mieterstrom bis hin zur Gleichbehandlung von Strom und Wärme im Quartier. Auf nationaler Ebene wird es ohne die Beseitigung der seit langem bekannten Hemmnisse nicht gehen. Wohnungsunternehmen müssen Energie dezentral vor Ort erzeugen können, ohne dafür durch einen Wegfall der erweiterten Gewerbesteuerkürzung bei der normalen Vermietung bestraft zu werden. Zudem müssen digitale Techniken der Energieerzeugung in die Betriebskostenverordnung aufgenommen werden.

Und es ist mehr Ehrlichkeit gefragt: Den Bürgerinnen und Bürgern muss von der Politik offen kommuniziert werden, dass Klimaschutz angesichts der sehr ambitionierten Ziele das Wohnen zwangsweise verteuern wird. Worauf es dabei ankommt und wofür die Politik Sorge tragen muss, ist, die höheren Kosten bei denen abzufedern, die sich dies nicht leisten können. Dazu ist eine dauerhafte massive finanzielle Unterstützung bei der weiteren energetischen Gebäudesanierung notwendig, damit die Wohnkosten nicht über 30 Prozent des verfügbaren Einkommens steigen. Insgesamt werden für vermietete Wohngebäude in Deutschland künftig pro Jahr mindestens 10 Mrd. Euro an staatlicher Unterstützung notwendig sein",  erklärt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW

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