Gemeinsam für den Klimaschutz

Vorurteile gegen energetische Sanierung abbauen

Das energetische Ertüchtigen von Gebäuden könnte in viel größerem Maßstab von statten gehen. Es herrschen viele Vorurteile vor. Dass sozialverträgliche energetische Sanierungen im Mietwohnungsbestand in der Breite umsetzbar sind, darüber möchten die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund informieren.

Energetische Gebäudesanierung: Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. FOTO: ADOBESTOCK/I.BARTUSSEK
Energetische Gebäudesanierung: Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. FOTO: ADOBESTOCK/I.BARTUSSEK

Sie starteten deswegen das Verbundprojekt "Klimaschutz trifft Mieterschutz - Wege zu einer sozialverträglichen Gebäudesanierung". Es soll Vorurteile und Desinformation gegenüber energetischer Sanierung abbauen helfen.

Sanierungsrate muss dringend steigen

Damit Deutschland die Klimaschutzziele im Gebäudesektor erreicht, muss der energetischen Sanierung eine entscheidende Rolle zukommen. Doch die Sanierungsrate liegt derzeit bei unter einem Prozent. Notwendig wären mindestens zwei Prozent jährlich, um den klimaneutralen Gebäudebestand 2050 zu erreichen.

Das Projekt konzentriert sich auf Mietwohnungen. Sie machen über die Hälfte des Wohnungsbestandes in Deutschland aus. Hier treffen Sanierungsmaßnahmen auf das Spannungsfeld zwischen Mieterinnen und Mietern sowie Vermieterinnen und Vermietern. Vor allem in Ballungsgebieten haben Mietsteigerungen nach erfolgter Modernisierung in der Vergangenheit zu Verdrängung der angestammten Bewohnerschaft geführt und so auch zu einem negativen Image der energetischen Gebäudesanierung beigetragen.

Soziale Spannungen bei Mietern verhindern

Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes: "Wir möchten mit dem Projekt aufzeigen, was die wahren Kostentreiber und Gründe für Mieterhöhungen sind. Dazu werden wir positive Sanierungsbeispiele aufzeigen und negative Beispiele analysieren. Durch fundierte und sachliche Information möchten wir darüber aufklären, dass sozialverträgliche energetische Sanierungen im Mietwohnungsbestand in der Breite umsetzbar sind."

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe ergänzt: "Um soziale Spannungen und eine zunehmend ablehnende Haltung gegenüber energetischen Sanierungsmaßnahmen in Gebäuden zu verhindern, braucht es eine ganzheitliche Betrachtung, differenzierte Kommunikation und einen Dialog mit allen Akteuren, auch Vermieterinnen und Vermietern, Wirtschaft und Politik, um diese für das Thema zu sensibilisieren und mögliche Lösungsvorschläge, wie Anpassungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, zu erarbeiten."

"MietKlimaSchutz" ist die erste bundesweite Informationskampagne, die das Thema Klima- und Mieterschutz in den Mittelpunkt stellt und dabei mit unterschiedlichen Formaten gleich mehrere Zielgruppen (Mieterinnen und Mieter, Vermieterinnen und Vermieter, Politik, Redaktionen) adressiert. Es sollen Lösungen für den sozialverträglichen Klimaschutz in Gebäuden erarbeitet und Praxisbeispiele untersucht werden. Die Ergebnisse werden zielgruppengerecht aufgearbeitet und für Multiplikatoren zugänglich gemacht.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre (bis Ende Mai 2022).

Zum DUH-Hintergrundpapier "Energetische Gebäudesanierung: Fragen und Antworten zur Wirtschaftlichkeit"

Weiterlesen:
Gebäudesanierung kann Arbeitsplätze schaffen
Akzeptanz für energetische Sanierung erhöhen
Umsetzung der Energiewende stockt (August 2018)
Die Mythen der energetischen Sanierung (Juni 2018)
Steuerliche Förderungen könnten Anreiz für energetische Gebäudesanierung sein (August 2018)

Weiterführende Links:
https://www.duh.de/energie-gebaeude/mietklima/

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