Energiewendebarometer der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW)

Umsetzung der Energiewende stockt

Die Energiewende stößt in Deutschland auf breite Zustimmung. Einer aktuellen Studie zufolge ist ein Trend zu einem ökologischen Lebensstil erkennbar, jedoch müssen bei der konkreten Realisierung noch so einige Hürden überwunden werden.

 Bei der Umsetzung der Energiewende besteht noch Nachholbedarf (Bild:j onasginter/stock.adobe.com)
Bei der Umsetzung der Energiewende besteht noch Nachholbedarf (Bild:j onasginter/stock.adobe.com)

Für das neue KfW-Energiewendebarometer befragte das Meinungsforschungsinstitut Infas rund 4.000 Haushalte. Das Ergebnis zeigt, dass mehr als 90 Prozent der deutschen Haushalte hinter der Energiewende stehen, indes nutzen gerade mal 23 Prozent der Umfrageteilnehmer aktiv Energiewendetechnologien.

Auf dem Land nutzen mehr Privatleute (33Prozent) Solarthermie, Wärmepumpen, Photovoltaik usw. als in den größeren Städten (15 Prozent). Bei der Nutzung von Energiewendetechnologien ist laut Studie grundsätzlich noch Luft nach oben.

Energiewende findet in Städten nicht statt

Das Stadt-Land-Gefälle könnte der KfW-Umfrage zufolge an der größeren Verbreitung von Fernwärme in Ballungsräumen liegen sowie an den weniger verfügbaren Nutzungsflächen. In Städten gäbe es vorwiegend Mehrfamilienhäuser. Aufgrund größerer Verschattungsanteilen eignen sich diese weniger für Solarenergieanlagen. Persönliche Motive spielen zudem eine wichtige Rolle: Umfrageteilnehmer, die auf dem Land leben, gaben an, dass sie in dezentrale Energielösungen investieren würden, um von Großanbietern unabhängig zu sein.

Darüber hinaus lässt das KfW-Energiewendebarometer 2018 eine steigende Dynamik bei Elektroautos erwarten. Aktuell besitzen lediglich 2 Prozent der befragten Haushalte ein Elektroauto, 16 Prozent planen bereits die Anschaffung. Folgende Gründe, die gegen die Anschaffung sprechen, nannten die Befragten: die lückenhafte Ladeinfrastruktur (84 Prozent), die Reichweite der Fahrzeuge (81 Prozent) sowie der Kaufpreis (79 Prozent).

Großes Marktpotenzial vorhanden

Nach Einschätzung der Autoren sieht die Entwicklung von Smart-Home-Anwendungen ähnlich aus: Die Bekanntheit des Themas hat deutlich zugenommen, allerdings kann mit einem Durchbruch noch lange nicht gerechnet werden.

Derzeit nutzen lediglich 11 Prozent eine Smart-Home-Lösung. Mehr als die Hälfte aller Haushalte könne sich aber eine zukünftige Nutzung vorstellen. Aus Sicht der Verfasser müssten die Bedenken der Haushalte in Bezug auf Datensicherheit und Fehleranfälligkeit ausgeräumt werden, damit dieses enorme Marktpotenzial ausgeschöpft werden könnte.

Aktive Unterstützung für die Umsetzung erforderlich

Die Befragungsergebnisse bestätigen zudem den weiterhin hohen Gebäudesanierungsbedarf quer durch den Gebäudebestand. Knapp 40 Prozent der deutschen Haushalte leben in einem Gebäude, das in den vergangenen 15 Jahren nicht energetisch saniert wurde. Zur Erreichung eines CO2-neutralen Gebäudebestands bis zum Jahr 2050 bedarf es einer Verdoppelung der Sanierungsrate.

Die Energiewende steht vor großen Herausforderungen. Ihr Erfolg hängt stark davon ab, ob die Energieeffizienz weiter gesteigert wird. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Atomausstieg schreiten insgesamt gut voran. Verbesserungsbedarf herrscht aber noch bei der Förderung von Energieeinsparungen, dem Netzausbau, der dezentralen Stromversorgung, der Entwicklung von Stromspeichern und von Konzepten für eine nachhaltige Mobilität. Des Weiteren sollte der Verzicht auf Gas, Öl und Kohle stärker propagiert werden.

Weiterführende Links:
https://www.vermieter-ratgeber.de/energiewende-der-tiefgarage
https://www.vermieter-ratgeber.de/jeder-5-deutsche-nutzt-smart-ho...

Schimmelbefall in Wohnungen ist ein häufiges Phänomen. In diesem Merkblatt sind Hinweise für den Mieter enthalten, wie er den Schimmel vermeiden kann. Eine derartige Belehrung sichert auch den Vermieter ab, denn der Mieter kann sich nicht mehr darauf berufen, er...
Printer Friendly, PDF & Email
24.4.2020
Um die Klimaziele zu erreichen, müssen noch viele Gebäude energetisch saniert werden. Weil die Wohnkosten steigen werden, ist eine Entlastung der Mieter nötig. Aus diesem Grund möchte die...
16.9.2019
Abschied von Öl- und Gasheizungen
Hinter der Energiewende steht deutlich mehr als die dezentrale Stromerzeugung in Windparks, Solarfarmen oder Biogasanlagen. Wer sich von fossilen Energieträgern langfristig verabschieden will, muss es...
5.11.2019
Heizen mit Abwasserwärme
Haushalte und Industrie brauchen täglich Wasser. Oft wird es dabei erwärmt und nach Gebrauch in das Abwasser gegeben. Wärmepumpen sind in der Lage, die Wärme des Abwassers effizient zum Heizen oder...
13.2.2019
Lohnt sich eine energetische Modernisierung? Diese Diskussion dreht sich überwiegend um die finanzielle Frage, also ob sich der Aufwand im Verhältnis zum Einsparpotenzial von Energiekosten lohnt. Die...
7.9.2020
Solares Bau- und Energiekonzept
Zehn Jahre nach dem letzten Bauprojekt geht die Lübbener Wohnungsbaugesellschaft (LWG) wieder neue Vorhaben an. Ein besonderer Neubau soll es werden: Die ersten enttechnisierten energieautarken...
17.1.2018
Wo man sich sehen lassen sollte
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland, BID, veranstaltet am 18. Januar ihren Jahresempfang. Am 1. Februar laden der GdW und der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband...