Energiewendebarometer der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW)

Umsetzung der Energiewende stockt

31.08.2018

Die Energiewende stößt in Deutschland auf breite Zustimmung. Einer aktuellen Studie zufolge ist ein Trend zu einem ökologischen Lebensstil erkennbar, jedoch müssen bei der konkreten Realisierung noch so einige Hürden überwunden werden.

Energiewende stockt
Bei der Umsetzung der Energiewende besteht noch Nachholbedarf (Bild:j onasginter/stock.adobe.com)

Für das neue KfW-Energiewendebarometer befragte das Meinungsforschungsinstitut Infas rund 4.000 Haushalte. Das Ergebnis zeigt, dass mehr als 90 Prozent der deutschen Haushalte hinter der Energiewende stehen, indes nutzen gerade mal 23 Prozent der Umfrageteilnehmer aktiv Energiewendetechnologien.

Auf dem Land nutzen mehr Privatleute (33Prozent) Solarthermie, Wärmepumpen, Photovoltaik usw. als in den größeren Städten (15 Prozent). Bei der Nutzung von Energiewendetechnologien ist laut Studie grundsätzlich noch Luft nach oben.

Energiewende findet in Städten nicht statt

Das Stadt-Land-Gefälle könnte der KfW-Umfrage zufolge an der größeren Verbreitung von Fernwärme in Ballungsräumen liegen sowie an den weniger verfügbaren Nutzungsflächen. In Städten gäbe es vorwiegend Mehrfamilienhäuser. Aufgrund größerer Verschattungsanteilen eignen sich diese weniger für Solarenergieanlagen. Persönliche Motive spielen zudem eine wichtige Rolle: Umfrageteilnehmer, die auf dem Land leben, gaben an, dass sie in dezentrale Energielösungen investieren würden, um von Großanbietern unabhängig zu sein.

Darüber hinaus lässt das KfW-Energiewendebarometer 2018 eine steigende Dynamik bei Elektroautos erwarten. Aktuell besitzen lediglich 2 Prozent der befragten Haushalte ein Elektroauto, 16 Prozent planen bereits die Anschaffung. Folgende Gründe, die gegen die Anschaffung sprechen, nannten die Befragten: die lückenhafte Ladeinfrastruktur (84 Prozent), die Reichweite der Fahrzeuge (81 Prozent) sowie der Kaufpreis (79 Prozent).

Großes Marktpotenzial vorhanden

Nach Einschätzung der Autoren sieht die Entwicklung von Smart-Home-Anwendungen ähnlich aus: Die Bekanntheit des Themas hat deutlich zugenommen, allerdings kann mit einem Durchbruch noch lange nicht gerechnet werden.

Derzeit nutzen lediglich 11 Prozent eine Smart-Home-Lösung. Mehr als die Hälfte aller Haushalte könne sich aber eine zukünftige Nutzung vorstellen. Aus Sicht der Verfasser müssten die Bedenken der Haushalte in Bezug auf Datensicherheit und Fehleranfälligkeit ausgeräumt werden, damit dieses enorme Marktpotenzial ausgeschöpft werden könnte.

Aktive Unterstützung für die Umsetzung erforderlich

Die Befragungsergebnisse bestätigen zudem den weiterhin hohen Gebäudesanierungsbedarf quer durch den Gebäudebestand. Knapp 40 Prozent der deutschen Haushalte leben in einem Gebäude, das in den vergangenen 15 Jahren nicht energetisch saniert wurde. Zur Erreichung eines CO2-neutralen Gebäudebestands bis zum Jahr 2050 bedarf es einer Verdoppelung der Sanierungsrate.

Die Energiewende steht vor großen Herausforderungen. Ihr Erfolg hängt stark davon ab, ob die Energieeffizienz weiter gesteigert wird. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Atomausstieg schreiten insgesamt gut voran. Verbesserungsbedarf herrscht aber noch bei der Förderung von Energieeinsparungen, dem Netzausbau, der dezentralen Stromversorgung, der Entwicklung von Stromspeichern und von Konzepten für eine nachhaltige Mobilität. Des Weiteren sollte der Verzicht auf Gas, Öl und Kohle stärker propagiert werden.

So funktioniert Energiesparen

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Dieser Film zeigt, wie durch die Senkung des Energieverbrauchs die Energiewende gelingen kann.

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