Sonder-Afa als Booster für den Wohnungsneubau?

Das Wachstumschancengesetz wurde vom Bundesrat beschlossen. Damit ist der Weg frei für die darin enthaltene degressive Abschreibung auf Abnutzung (AfA) für Wohngebäude in Höhe von 5 Prozent.

Ändert die Einführung der Sonder-Afa etwas an den Wohnungsbauzahlen? Wir beobachten es. Bild: M.Eisinger
Ändert die Einführung der Sonder-Afa etwas an den Wohnungsbauzahlen? Wir beobachten es. Bild: M.Eisinger

"Endlich haben die Bundesländer sich ein Ruck gegeben", kommentierte Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) die Zustimmung zum Wachstumschancengesetz. Dies könne einen Schub auslösen für den dringend benötigten Wohnungsneubau, so Mattner.

Der ZIA taxiert, dass rund 720.000 Wohnungen fehlten.

Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG

Die Sonderabschreibung soll für Wohngebäude in Anspruch genommen werden können, deren Bau zwischen Oktober 2023 und September 2029 begonnen wurde, beziehungsweise wird. Dabei zähle der Baubeginn (nicht das Datum des Bauantrags). Die Bundesregierung wolle damit auch einen Impuls für den Berg von rund 800.000 genehmigten Wohnungen geben, die bisher noch nicht gebaut wurden.

„Degressiv“ bedeutet: im ersten Jahr können fünf Prozent der Investitionskosten steuerlich geltend gemacht werden. In den folgenden Jahren jeweils 5 Prozent desw Restwerts. 

Die Sonderabschreibung gilt ausschließlich für neu gebaute, beziehungsweise im Jahr der Fertigstellung erworbene, Wohngebäude und Wohnungen (Wohneigentum). Sie gilt nicht für moderniserten/ erneuerten Bestand.

Beim Bau von Mietwohnungen kann die Sonder-Afa nach Angaben des Bauministeriums mit der bestehenden Sonder-Afa für den Mietwohnungsbau kombiniert werden.

Stimmungslage der Immobilienwirtschaft etwas verbessert

In der Immobilienwirtschaft mehren sich die Anzeichen einer leichten Erholung. Das zeigen die Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindexes (ISI) fürs Frühjahr. „Der Weg durch den finsteren Tunnel ist noch lang, aber endlich sehen wir wieder Licht“, kommentiert ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner die Gesamtlage.

„Beim Wohnungsbau beklagen alle den traurigen Stillstand, und jeder zeigt mit dem Finger auf den anderen“, so Mattner. „Damit dieses Blame-Game ein Ende hat, muss der Kanzler die Regierungschefinnen und -chefs der Länder, den Städtetag und die tragenden Verbände an einen Tisch bringen, um den großen Schub anzustoßen.“ Es brauche jetzt einen „Deutschlandpakt für Wohnungsbau“.

Der 37-Prozent-Anteil des Staates an den Kosten für Wohnungsneubau sei „ein Dauerproblem“, analysiert Mattner. „Es muss gelingen, dass der Knoten endlich durchgeschlagen wird. Die simple Gleichung: weniger Staat = mehr Wohnungen.“ Der ZIA-Präsident betont: „Es geht wieder aufwärts, nur dürfen politische Bremsklötze diese Bewegung nicht stoppen.“
Dass der Bundesrat am heutigen Freitag wie erwartet endlich grünes Licht für die Steuererleichterungen des Wachstumschancengesetzes gebe, sei deshalb „sehr, sehr wichtig“, so Mattner.

Die Geschäftslage der Immobilienwirtschaft wird nun mit 5,0 bewertet – das entspricht einem Plus von 10,7 Punkten gegenüber dem Vorquartal. Die Erwartungen haben sich um 9,6 Punkte verbessert, allerdings bleibt der Wert bleibt mit -2,9 negativ. Das Immobilienklima liegt nun mit 1,0 wieder im positiven Bereich.

Quelle: ZIA, Stand: 22.3.2024

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