Umnutzung beim Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet
Als graue Energie bezeichnet man die in Gebäuden gebündelte Energie, die für Bau, Herstellung und Transport aufgewendet wurde. Der Erhalt dieser Energie ist durch eine Umnutzung gegeben - schließlich wird nichts abgebaut und abgerissen. Die gebündelten Rohstoffe müssen nicht aufwendig recycelt werden, das ist Resssourcen-schonend und nachhaltig.
Gleichzeitig hat die SWSG als federführendes Wohnungsunternehmen und Bauherrin die historische Formensprache des Gebäudes erhalten. Entstanden sind 136 neue Wohneinheiten – nahezu alle öffentlich gefördert – samt Kita, Familienzentrum und Bürgergarten.
Das Bettenhaus des Bürgerhospitals wurde 1959 in Betrieb genommen, die Kliniknutzung wurde 2015 aufgegeben. Anschließend wurde das Gebäude zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt, bis die SWSG mit der Umnutzung begann.
Im Anschluss an die Umnutzung des Hochhauses folgt auf dem weiteren Areal die Gestaltung eines kompletten, neuen Quartiers in zentrumsnaher Lage, das mit insgesamt ca. 650 Wohnungen, Gewerbeeinheiten, Kitas und Raum für Werkstätten sowie nachbarschaftlichen Treffpunkten aufwartet.
Für diese gelungene Verbindung aus Denkmalschutz, sozialer Vielfalt und nachhaltiger Bestandsentwicklung wurde die SWSG nun beim Deutschen Städtebaupreis gewürdigt. In der Kategorie "Sonderpreis Umbaukultur in der zirkulären Stadt“ erhält das Projekt eine besondere Belobigung. Die Jury lobt: „Das Projekt verbindet Denkmalsensibilität, soziale Mischung und nachhaltige Bestandsentwicklung – und ist der gelungene Auftakt für ein neues Stadtquartier im Stuttgarter Norden.“
Der Deutsche Städtebaupreis, der alle zwei Jahre von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung – unterstützt von der Wüstenrot Stiftung – vergeben wird, steht für zukunftsweisende Stadtbaukultur. Die ausgezeichneten Projekte machen vor, wie visionäre Ideen heutige Lebensformen, den öffentlichen Raum und effizienten Ressourceneinsatz miteinander verbinden können.
Quelle: SWSG
Das Bürgerhospital gehört zum Klinikum Stuttgart und wurde als Krankenhaus im Eigenbetrieb der Stadt Stuttgart geführt. Nach der Errichtung des Altbaus 1892 fiel das Gebäude 1944 dem 2. Weltkrieg zum Opfer. In den Jahren 1954- 1959 erhielt das Bürgerhospital zahlreiche Neubauten nach den Plänen von Hans und Jörg Herkommer. Dabei entstanden das markante, 15-stöckige Hochhaus für Krankenhausmitarbeiter:innen, sowie der Park an der Tunzhofer Straße als attraktiver Erholungsort für Patient:innen.














