Angebotsmieten im Corona-Krisenjahr

Verhaltene Entlastung in kleineren Universitätsstädten

Eine verhaltene Entlastung auf dem Wohnungsmarkt stellt sich derzeit vor allem in kleineren Universitätsstädten ein. Eine Entwicklung, die sich bereits im 1. Halbjahr 2020 angedeutet hatte. Weil es wegen Corona weniger Präsenzveranstaltungen an Hochschulen gibt, sind weniger Studenten auf Suche nach einer Bleibe.

Höhere Preise bei Neuvermietungen müssen auch Wohnungssuchende in Großstädten in Ostdeutschland bezahlen. FOTO: M.EISINGER
Höhere Preise bei Neuvermietungen müssen auch Wohnungssuchende in Großstädten in Ostdeutschland bezahlen. FOTO: M.EISINGER

Das zeigt ein Vorjahresvergleich von immowelt für 80 deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern.

Ein leichter Rückgang der Angebotsmieten von 3 Prozent ist in Heidelberg (11,60 Euro) und Erlangen (10,60 Euro) zu beobachten. In Münster sinkt das Niveau im Vorjahresvergleich um 4 Prozent auf 10 Euro. Über 25.000 Studierende sind in Potsdam eingeschrieben. Nach zuletzt starken Anstiegen, auch wegen der Nähe zu Berlin, pendelt sich das Niveau mit einem Rückgang von 5 Prozent derzeit bei 9,90 Euro ein - ein Grund dürfte auch das Ausbleiben von Studienanfängern auf Wohnungssuche sein.

Im Osten weiterhin günstiges Niveau

Höhere Preise bei Neuvermietungen müssen auch Wohnungssuchende in Großstädten in Ostdeutschland bezahlen, allerdings bleibt das Niveau im deutschlandweiten Vergleich weiterhin niedriger. Leipzig und Dresden sind beliebte und boomende Städte, trotzdem finden Mieter noch Wohnraum zu Preisen von unter 8 Euro pro Quadratmeter: In Dresden werden im Median 7,70 Euro verlangt - 3 Prozent mehr als 2019. Leipziger müssen bei Neuvermietung im Mittel 7,00 Euro (+3 Prozent) für den Quadratmeter zahlen.

Ein Ausreißer im Osten ist Jena: Dort steigt das Preisniveau auf 9,30 Euro und ist damit 2 Prozent höher als 2019. In der Vergangenheit sorgten dort vor allem die vielen Studierenden für eine große Nachfrage nach Wohnraum und gehobene Mieten. Trotz Corona scheint das Niveau in der thüringischen Stadt derzeit noch nicht ausgereizt.

Hier sehen Sie ausführliche Ergebnistabellen zu allen 80 Großstädten (PDF, 9 Seiten)

Teil 1: Corona-Krisenjahr 2020 Mieten in deutschen Großstädten stiegen um bis zu 12 Prozent

Berechnungsgrundlage:

Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in 80 deutschen Städten über 100.000 Einwohner waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Dabei wurden ausschließlich Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der in den Jahren 2019 und 2020 auf immowelt.de angebotenen Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Bei den Mietpreisen handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung.

Quelle: immowelt AG

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