Der IVD Research habe dabei auf Basis von Daten aus dem ersten Halbjahr 2020 einen deutlichen Trend ermittelt: Eigentümer könnten sich auch in dem Corona-Jahr 2020 über einen weiteren Wertzuwachs ihrer Wohnung beziehungsweise ihres Hauses freuen. Bei Eigenheimen, also Einfamilien- und Reihenhäusern, habe sich der Wertzuwachs besonders stark vergrößert.
„Der Wohnungsmarkt in Deutschland zeigt sich weiterhin sehr robust. Größere Corona-Effekte sind nicht festzustellen. Natürlich gibt es viel Unsicherheit. Allerdings suchen gerade in Zeiten wie diesen immer mehr Menschen nach sicheren Anlagen sowie mehr Platz und Lebensqualität für ihre Familie. Das lässt die Werte insbesondere von Einfamilienhäusern und Wohnimmobilien im Umland steigen“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, und ergänzt: „Wer bereits Wohneigentümer ist, profitiert von diesen Wertzuwächsen.“
Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand seien bundesweit fast so stark gestiegen wie im Vorjahr. So sei eine Bestandswohnung mit mittlerem Wohnwert derzeit rund 7,5 Prozent mehr wert als im Vorjahr (2019: plus 8,3 Prozent). Der durchschnittliche Kaufpreis betrage rund 2.330 Euro je Quadratmeter. In den Top-7-Städten fiel der Kaufpreisanstieg mit 8,8 Prozent stärker aus als im bundesweiten Durchschnitt. Am kräftigsten stiegen die Preise in Berlin (plus 11,5 Prozent), weder der Mietendeckel noch die Corona-Krise konnten die Nachfrage trüben. Dennoch bleibe Berlin mit einemdurchschnittlichen Quadratmeterpreis von 2.900 Euro (Bestand, mittlerer Wohnwert) die günstigste der Top-7-Städte. Mit Abstand am teuersten sei weiterhin München(6.200 Euro), wo die Wertdynamik mit einemAnstieg um 7,8 Prozent jedoch weniger kräftig ausfalle. Im Neubausegment mit mittlerem Wohnwert halte sich die Wertdynamik konstant bei 7,0 Prozent (2019: plus 6,9 Prozent).
Pandemie beschleunigt Trend zur Suburbanisierung
Bei Einfamilienhäusern hat der durchschnittliche Wertzuwachs bundesweit an Tempo gewonnen. Im Bestand mit mittlerem Wohnwert stieg der Wert um 8,5 Prozent (2019: plus 6,6 Prozent). Im bundesweiten Durchschnitt kostet ein Einfamilienhaus jetzt rund 417.000 Euro. Auch bei Reihenhäusern hat sich die Dynamik mit 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr etwas erhöht (2019: plus 6,5 Prozent). Im bundesweiten Durchschnitt kostet ein Reihenhaus im Bestand rund 328.000 Euro. Diese Entwicklung zeige sich in diesem Jahr in allen Städteklassen.
In den Top-7-Städten liege der Preis eines Einfamilienhauses mit mittlerem Wohnwert durchschnittlich 10,3 Prozent höher als im Vorjahr (2019: plus 7,7 Prozent). In den Mittel- und Kleinstädten stiegen die Werte von Einfamilienhäusern um 6,7 Prozent beziehungsweise 5,1 Prozent (2019: plus 6,2 Prozent bzw. 4,4 Prozent).
Hier finden Sie Erläuterungen zum IVD-Wohnpreisspiegel und zur Methodik.
(Red.)
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