Wann beginnt das Smart-Home-Zeialter?

40 Prozent der Wohnungs- und Immobilienunternehmen wollen bis 2017 Smart Home- oder AAL-Technologien in ihren Liegenschaften einsetzen. Das geht aus einer Studie hervor, die die SmartHome Initiative Deutschland e. V. in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen mm1 und dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen durchführte.

Diese Küche ist bereits mit Assistenztechniken ausgestattet. FOTO: WEWOBAU/D.DIESSEL
Diese Küche ist bereits mit Assistenztechniken ausgestattet. FOTO: WEWOBAU/D.DIESSEL

An der Studie nahmen bundesweit rund 500 Akteure der deutschen Wohnungswirtschaft teil. Die Studie zeige, so die Auftraggeber der Umfrage, dass die deutsche Wohnungswirtschaft das Potenzial vernetzter, intelligenter Technologien für sich erkannt habe. Gleichzeitig gebe es noch einen hohen Informationsbedarf hinsichtlich des Marktangebots.

Die Digitalbranche erhofft sich von der intelligenten Vernetzung von Geräten eines der größten Technologie-Wachstumsfelder der kommenden Jahre. Smart Home soll die Lebensqualität verbessern und den effektiven Umgang mit Ressourcen erleichtern. Senioren und pflegebedürftige Menschen werden mittels AAL-Technologien mehr Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben in gewohnter Umgebung erfahren. Allerdings: Heute liegt die Verbreitung von Smart Home-Technologien hinter den Erwartungen der Branche zurück.

Der Wohnungswirtschaft könne eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Smart Home-Marktes in Deutschland zukommen. Keine andere Branche verfügt über so direkten Zugang und Einfluss auf die technische Ausstattung von Immobilien.

Die Studienergebnisse im Überblick:

  • 40 Prozent der Befragten wollen bis 2017 Smart Home- oder AAL-Technologien in ihren Liegenschaften einsetzen.
  • Als wichtigstes künftiges Einsatzfeld für Smart Home- und AAL-Lösungen bewerten Umfrageteilnehmer, neben gesetzlich vorgeschriebener Rauchmelder, den Bereich Energiemanagement.
  • Wohnungs- und Immobiliengesellschaften sehen die Investition in Smart Home- und AAL-Lösungen als Instrument der Mieter- und Kundenbindung. 85 Prozent nennen dies als Hauptmotiv möglicher Investitionen.
  • Knapp 60 Prozent der Umfrageteilnehmer fühlen sich über die Angebote am Markt nicht ausreichend informiert.
  • Fast 60 Prozent sehen in Architekten und Planern sowie spezialisierten Beratungsunternehmen die präferierten Partner ihrer Wahl und verorten hier die entsprechende Fachkompetenz.
  • Die Investitionsbereitschaft der Branche liegt im geringinvestiven Bereich. Drei Viertel der Befragten sind bereit, bis zu 20 Euro pro Quadratmeter für eine Smart Home- oder AAL-Lösung zu investieren.
  • Die befragten Immobilien- und Wohnungsgesellschaften erwarten, dass in den kommenden Jahren bis zu 20 Prozent der Mieter smarte und bis zu 30 Prozent altersgerechte Wohnungen nachfragen werden.

Die staatliche KfW-Bank fördert bereits heute den Einbau technischer Assistenzsysteme, weitere wichtige Impulse könnte die Politik setzen. GdW-Präsident Axel Gedaschko: „Der Leistungskatalog der Pflegekassen muss um IT-gestützte Monitoringsysteme erweitert werden. Zudem sollten auch Wohnungsunternehmen Investitionszuschüsse im Rahmen des KfW-Programms ‚Altersgerecht Umbauen‘ in Anspruch nehmen können. Steuerliche Vergünstigungen für die Mieter oder für die Unternehmen können zusätzliche Anreize bieten, solche Systeme einzubauen.“

► SPECIAL Altersgerechtes Wohnen und Assistenzsysteme. In der Fachzeitschrift IVV immobilien vermieten & verwalten, Ausgabe 6/2016

► Im Fokus 06/2016: Neues Konzept: Assistenz-Technik über Energieeinsparung finanzieren

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