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Der Eingangsbereich ist die Visitenkarte der Immobilie

Der Eingangsbereich eines Hauses muss viele Aufgaben erfüllen: Er soll robust und funktional sein, einen sicheren und ansprechenden Eindruck vermitteln und Orientierung geben. Wir zeigen Ihnen, worauf es im Eingangs- und Treppenbereich ankommt und nennen Produktbeispiele für Neubau und Sanierung.
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Kautschukböden zeichnen sich durch hohe Belastbarkeit, Verschleißfestigkeit und Wirtschaftlichkeit aus und sind deshalb für Eingangsbereiche besonders gut geeignet. Bild: Objectflor
Kautschukböden zeichnen sich durch hohe Belastbarkeit, Verschleißfestigkeit und Wirtschaftlichkeit aus und sind deshalb für Eingangsbereiche besonders gut geeignet. Bild: Objectflor

Der Eingangsbereich hinterlässt den ersten Eindruck, den wir uns von einem Haus machen – er ist die Visitenkarte. Besonders Wände und Böden in Eingangsbereichen und Treppenhäusern müssen einiges aushalten können, sie sind einer starken Beanspruchung ausgesetzt. Neben der täglichen Beanspruchung durch Rein- und Rausgehen hinterlassen auch Kinder, Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühle durchaus ihre Spuren. Gerade in einem Wohnhaus mit mehreren Parteien. Es lohnt sich also für den Besitzer, in funktionale, hochwertige und vor allem strapazierfähige Produkte zu investieren.

Beständige Oberflächen für Wand und Geländer

Farben: Es ist zu empfehlen, Bereiche im Eingang mit Farben zu streichen, die eine Nassabriebklasse 1 und 2 besitzen. Die fünf Nassabriebklassen geben die Scheuerbeständigkeit und die Robustheit einer Innenfarbe an. Nassabriebklassen 1 und 2 sind entsprechend sehr robust und halten den größten Belastungen stand. Hier eignen sich Dispersions-, Latex- und auch Silikatfarben. Zu den Silikatfarben gehören KEIM Innostar und KEIM Ecosil-ME von der Firma Keimfarben. Mit der Nassabriebsklasse 1 Innenfarben sind sie für Eingangsbereiche sehr gut geeignet und bieten auch eine entsprechende Reinigungsfähigkeit. KEIM Ecosil-ME ist speziell formuliert für stark frequentierte Innenräume und hoch scheuer- und abriebbeständig. „Beide Produkte zeigen sich sogar als desinfektionsmittelbeständig, gerade in hochfrequentierten Bereichen wie einem Eingangsbereich wird dieses Argument in der heutigen Zeit immer wichtiger“, erklärt Stefan Schmid, Produktmanager Fassadenfarben und Putze bei Keimfarben.

Vlies und Farbe: Die Firma Sto empfiehlt für Eingangsbereiche eine Kombination aus Vlies und Farbe: Das Malervlies StoTap Pro 500 überbrückt Schwund- und Trockenrisse, deckt ebene, aber unregelmäßig-fleckige Untergründe ab und hat eine gleichmäßige Vorbeschichtung – wesentlich für optisch homogene Anstriche. Die Innen-Dispersionsfarbe StoColor Titanium besitzt ebenfalls einen sehr guten Nassabrieb und ein sehr gutes Deckvermögen. Aufgrund des hohen Weißgrads eignet sie sich als Einschichtfarbe – der Auftrag erfolgt so schnell und wirtschaftlich. „Unterm Strich ist die Kombination von Vlies und Farbe eine wirtschaftliche, dauerhafte und robuste Lösung auch in intensiv genutzten Räumen wie Treppenhäusern“, erklärt Dipl.-Ing. Andreas Oberle, Produktmanager Innenbeschichtungen, Sto SE & Co. KGaA

Putze: Sie finden ebenfalls oft Verwendung in Eingangsbereichen, denn sie sind, wie zum Beispiel der KEIM Universalputz, auch aufgrund ihrer sehr robusten Oberfläche für stark beanspruchte Bereiche im Eingang geeignet.

Schutzanstrich: Im Eingang und Treppenhaus gibt es an den Wänden Bereiche, die ganz besonders schmutzempfindlich sind: zum Beispiel die Flächen rund um die Lichtschalter und rund ums Treppengeländer. Von der Firma Adler gibt es den Aviva Schutzanstrich. Dieser farblose, glänzende Anstrich legt sich wie eine unsichtbare Schutzschicht auf die gefährdeten Stellen und macht sie robuster und gleichzeitig abwaschbar.

Lack für Treppengeländer: Werden einige Handläufe in Eingangsbereichen oft mit PVC-Kunststoff überzogen, die bei Schäden leicht ausgetauscht werden können, gibt es ebenfalls Geländer, die gestrichen werden. Hier sollte auf einen entsprechenden Lack geachtet werden, der, wie zum Beispiel der Aqua Metallschutz 3 in 1 von P.A. Jansen, mit einem Überzugslack abgerundet wird. Er macht lackierte Flächen glatter und somit reinigungsfreundlicher und schützt sie vor Abnutzung und Handschweiß. Der ADLER Aqua Nova Pro für Metallhandläufe und Geländer von der Firma Adler ist Grund- und Decklack in einem, bietet sofort Deckkraft und Beständigkeit und eine creme- und fettbeständige Oberfläche.

Saubere und rutschsichere Böden

Schmutzfangzone: Auch die Bodenbeläge im Eingangsbereich müssen belastbar und strapazierfähig sein. Das A & O ist hier eine Schmutzfangzone oder ein sogenannter Sauberlauf, der dafür sorgt, dass Feuchtigkeit und Schmutz von den Schuhen entfernt werden und somit nicht auf die folgenden Bodenflächen gelangen. Kratzer, Flecken oder das Abstumpfen von glänzenden Oberflächen werden so vermieden und die Böden erhalten länger ihr gutes Aussehen. Gleichzeitig vermindern Sauberläufe Unfallrisiken, die gegeben sind, wenn die Böden nass und rutschig oder schmutzig sind. Außerdem sorgen sie bei einer hochwertigen Ausführung auch für einen entsprechend wertigen ersten Eindruck beim Betreten des Gebäudes.

Fliesen: Sie sind oft in Hauseingängen zu finden, denn sie sind robust, rutschfest und haltbar. Daneben sind Fliesen auch einer der am einfachsten zu reinigenden Bodenbeläge, denn Schmutz bleibt auf der Oberfläche nicht haften und kann auch nicht unter die Oberfläche eindringen. Es gibt Fliesen aus Steinzeug und aus Feinsteinzeug, die auch glasiert sein können. Die glasierte Oberfläche kann mit der Zeit Abrieberscheinungen aufweisen. Deshalb werden diese Fliesen in fünf Klassen eingeteilt. Je nachdem, wie stark die Fliesen beansprucht werden, sollte eine entsprechend höhere Abriebklasse, nämlich 4 oder 5 für den Eingangsbereich gewählt werden. Wollen Hausbesitzer allerdings auf der sicheren Seite sein, sollten sie für den stark frequentierten Eingangsbereich am besten unglasierte Fliesen wählen. Neben der Abriebklasse ist auch die Rutschsicherheitsklasse bei Fliesen ein Thema, denn gerade im Herbst oder Winter wird der Eingangsbereich öfter feucht. Die Rutschsicherheit wird in insgesamt fünf Gruppen, die sogenannten Rutschsicherheitswerte (R), eingeteilt. Diese R-Werte rangieren von R9 bis R13. Je größer der Wert, umso stärker der Halt des jeweiligen Bodenbelags. Fliesen mit Rutschsicherheitsklasse R9 sorgen dafür, dass der Flur in jedem Fall rutschfest bleibt. Die höheren Werte gelten für den Schwimmbadbereich.

Kautschukböden: Ein weiterer sehr pflegeleichter und widerstandsfähiger Boden mit einer hohen Lebensdauer ist Kautschuk. Da die Oberfläche eines Kautschukbodens extrem geschlossen ist, weist er kaum Poren auf, in die Schmutz eindringen könnte. Auch Lösemittel und Laugen können einem Kautschukboden nichts anhaben. Stephan Wolff, Geschäftsführer von objectflor, zu Kautschukbelägen im Eingangsbereich: „Der erste Eindruck zählt! Deshalb kommt es auf eine ansprechende Gestaltung von Eingangsbereichen und Treppenhäusern an – gerade auch in Mehrfamilienhäusern. Dabei punkten neben dem Design vor allem sicherheitstechnische Kriterien wie Rutsch- und Brandsicherheit sowie eine einfache Reinigung. Im Berliner Quartier „WuhleAnger“ fiel die Wahl der Berlin Brandenburgische Wohnungsbaugenossenschaft eG auf ARTIGO Kautschukbeläge, weil sie sich zudem durch ihre hohe Belastbarkeit, Verschleißfestigkeit und Wirtschaftlichkeit auszeichnen.“

Gut geschützte Fassade

Farbe: Auch für den Außenbereich des Eingangs eines Mietshauses ist eine robuste Farbe zu empfehlen. „Insbesondere silikatisch gebundene Materialien zeichnen sich durch eine hohe Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit aus“, erklärt Stefan Schmid von Keimfarben und fährt fort: „Die Farbe Keim Soldalit zeigt einen hohen Verschmutzungswiderstand. Aufgrund der Bindemittelkombination aus Kieselsol und Wasserglas kann Keim Soldalit sowohl auf tragfähigen Altanstrichen als auch auf Neuflächen unkompliziert angewendet werden.“

Keramik: Auch wenn es vielleicht gegen Hausordnungen verstößt, werden immer noch einige Fahrräder an die Hauswand angelehnt. Für derartige Fälle ist es sinnvoll, die Bausubstanz im Sockelbereich langfristig zu sichern. Infrage kommen dafür zum Beispiel mechanisch hoch belastbare, robuste Keramik, wie es die Wohnungsbaugenossenschaft Gewosie in Bremen für neu errichtete Mehrfamilienhäuser realisierte. Es handelt sich hier um Buchtal Keramikfliesen, die auch gleichzeitig die Wertigkeit des Gebäudes steigern. Eine weitere Möglichkeit wären Verblender für den Sockelbereich.

Orientierung und Sicherheit

Farbgestaltung: Besonders in Siedlungen mit ähnlichen Gebäudetypen ist eine differenzierte farbige Gestaltung der Eingänge sinnvoll, denn sie erleichtert die Orientierung. Dieser Aspekt ist gerade für Kinder, ältere Menschen oder auch Besucher relevant. In Bremen realisierte die Gewosie ein vom Caparol FarbDesignstudio entworfenes Farbkonzept: Jeder Eingangsbereich der Mehrfamilienhäuser bietet einen frischen Akzent entweder in den Farbtönen Türkis, Grün, Orange oder Bordeaux.

Auch die Baugenossenschaft Adlershorst aus Elmshorn setzt bei der Sanierung eines Wohnquartiers auf Farbbereiche zwischen den Fenstern und im Eingangsbereich. Als schmale Felder eingesetzte Glasmosaike setzen in den Farbtönen Rot, Gelb, Blau, Weiß und Grün Akzente, ohne in den Vordergrund zu treten. „Jedem Gebäude ist eine Farbe zugewiesen, die sich auch im Eingangsbereich findet. Dies bringt Bezug und Orientierung zwischen den Gebäuden“, so Pasquale De Gennaro vom Caparol FarbDesignstudio. Ein einfaches Orientieren dient auch der Sicherheit, denn es ermöglicht „zielsichere“ Bewegungsabläufe. Dabei helfen ebenfalls große und deutlich angebrachte Hausnummern.

Glas: Auch die Transparenz im Eingangsbereich erhöht die Sicherheit. Hier ist Glas das ideale Material für Türen, Vordächer und Wetterschutzvorrichtungen. Von Vorteil ist ebenfalls eine gute Beleuchtung, sodass Klingel und Briefkasten auch bei Dunkelheit einfach zu finden sind. Die entsprechende Ausleuchtung sollte sich natürlich ebenfalls im Inneren fortsetzen.

Der Eingangsbereich ist allerdings nicht nur Funktionsort, sondern auch die Visitenkarte des Hauses und sollte im Idealfall eine freundliche und ansprechende Atmosphäre vermitteln. Und doch wird dieser Bereich des Hauses in gestalterischer Hinsicht häufig vernachlässigt und wirkt öde oder traurig. Eine Gestaltung mit hellen, frischen oder leuchtend kräftigen Farben kann dem entgegenwirken.

Martina Lehmann, Farbdesignerin vom Caparol FarbDesignstudio, erläutert, welche Wirkung Farbe im Eingangsbereich haben kann: „Intensive Farben wirken belebend und aktivierend. Dieser positive Effekt lässt sich gestalterisch auch auf Treppenräume und Flure übertragen. Wegen der kurzen Verweildauer können in diesen Funktionsbereichen Farbimpulse kräftig sein, im Gegensatz zu Räumen, in denen wir uns länger aufhalten. Starke Farben schaffen Aufmerksamkeit und bringen wohltuende Abwechslung. Kräftige Farben wecken Interesse, motivieren und „bewegen“ uns – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Im Optimalfall animiert Farbe sogar, statt des Aufzugs die Treppe zu wählen. Der gezielte Einsatz von Farbe und Material schafft Atmosphäre, prägt den Raum, dient maßgeblich der Orientierung und steigert dessen Wertigkeit.“

Es gibt viele Möglichkeiten, den Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses attraktiv, beständig und sicher zu gestalten. Im Endeffekt muss eine wirtschaftlich optimale Lösung gefunden werden, in der sich auch die Mieter wohlfühlen und die den Eingang im Idealfall von einem stiefmütterlich behandelten Raum in einen einladenden, freundlichen Bereich verwandelt.

Dr. Alexandra Nyseth

Dr. Alexandra Nyseth
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Artikel Der Eingangsbereich ist die Visitenkarte der Immobilie
Seite 28 bis 30
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