Mieter werden sich aufgrund steigender Baukosten und teurer Mieten beim Bezug von Neubauwohnungen mit kompakten Wohnflächen arrangieren müssen. Möbel, die mehr als einen Nutzungszweck bieten, können helfen, den geringeren Wohnraum effizienter einzusetzen.
Zu diesem Zweck kooperiert das Gelsenkirchener Wohnungsunternehmen Vivawest mit dem Möbelbeschlagshersteller Hettich. Beide Unternehmen haben kürzlich in Dortmund ein Pilotprojekt zur optimalen Nutzung kleiner Räume gestartet. Das Herzstück sei ein drehbares Bett, das das Schlafzimmer zu einem Multifunktionsraum mache. Das Bett erfülle weiterhin alle Ansprüche an einen bequemen Schlafplatz. Gleichzeitig ermögliche es die Anpassung an die Bedürfnisse des Tages.
Durch die Drehbarkeit schaffen Hettich und Vivawest im Raum eine Fläche mit frei gestaltbaren Nutzungsmöglichkeiten, zum Beispiel als Arbeits-, Spiel- oder Freizeitzimmer. Ganz ohne bauliche Veränderungen entstehe so auf rund fünf Quadratmetern zusätzlicher Fläche ein klar abgegrenzter Funktionsbereich, der wie ein zusätzlicher Raum genutzt werden könne.
Mehr als ein Schlafzimmer
„Mit dem Drehbett gewinnen wir Nutzfläche hinzu, ohne dass sich die Quadratmeterzahl ändert – dadurch können unsere Mieter den Schlafraum so flexibel nutzen, wie sich ihr Alltag verändert“, sagt Dirk Büsing, Fachbereichsleiter Technische Produktentwicklung/Standardisierung bei Vivawest.
Aktuell testet Vivawest das drehbare Bett bereits in ausgewählten Wohnungen. Mittel- und langfristig soll der Einsatz ausgeweitet werden, um in Zeiten steigender Mieten und einer damit einhergehenden Tendenz zu weniger Wohnfläche einen Beitrag zum bezahlbaren Wohnen zu leisten, ohne dabei an Wohnqualität zu verlieren.
Um „Lebensräume“ für verschiedene Einkommensgruppen auch auf wenig Fläche bereitzustellen, suchen Vivawest und Hettich im Rahmen einer Kooperation bereits seit 2023 nach Lösungen für die flexible und effiziente Nutzung von bestehenden Flächen in Wohnungen. Unterstützt wurde die Initiative von der „muenster school of architecture“, die bei der Analyse von Grundrissen unterstütze und Nutzungsszenarien erarbeitet habe.
Vom Drehteller zum wandelbaren Möbel
Mit dem Thema Transformation von Möbelnbeschäftigt sich Hettich bereits seit vielen Jahren und entwickelt nach eigenenAngabenauf Basis der „translatorischen Rotation“ zunächst mit „ComfortSpin“ einen Drehteller, der den bequemen Zugriff auf Schrankinhalte erlaubt. In der Weiterentwicklung wurde die technische Innovation auf das komplette Möbel übertragen. Dank „FurnSpin“ lassen sich ganze Möbelelemente komfortabel um 180 Grad drehen und vereinen so zwei Möbel in einem –geschlossen und offen. Mit „RoomSpin“ stehe nun ein technischer Objektträger zur Verfügung, auf dem die unterschiedlichsten Einrichtungselemente geplant werden können. Dadurch lassen sich ganze Räume im Handumdrehen verwandeln. Auf dieser Grundlage sei die Idee für das drehbare Bett entstanden. Zusätzlich bietet Hettich Architekten und Wohnungsunternehmen mit dem technischen Objektträger „RoomSpin“ eine sicher planbare Lösung für die flexible und effiziente Nutzung von Räumen. Parallel dazu hat Hettich unter dem Claim „Moved by RoomSpin“ ein Partnernetzwerk aus Möbelherstellern und Handwerksbetrieben ins Leben gerufen, die sowohl eigene Programme mit „RoomSpin“ umsetzen als auch individuelle Lösungen im Auftrag realisierenwerden.
Redaktion (allg.)
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