Produktwelten auf der ISH Frankfurt

Heizungsindustrie setzt voll auf die Wärmepumpe

Wärmepumpen sind teuer, die Stromtarife noch zu hoch. Obendrein hat die Technik viel Gegenwind im politischen Kulturkampf. Auf der Messe ISH in Frankfurt war davon nichts zu spüren. Für die Hersteller sind Wärmepumpen das Thema Nummer eins.

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Als erstes Modell am Markt stellt der Wärmepumpenheizkörper HPC von Arbonia die benötigte Leistung schon bei 35/30 °C zur Verfügung – und ist dabei flüsterleise im Betrieb. Bild: Arbonia
Als erstes Modell am Markt stellt der Wärmepumpenheizkörper HPC von Arbonia die benötigte Leistung schon bei 35/30 °C zur Verfügung – und ist dabei flüsterleise im Betrieb. Bild: Arbonia

Mit 2.183 Ausstellern aus 54 Ländern belegte die ISH 2025 das gesamte Frankfurter Messegelände und bot einen umfassenden Überblick über die neuesten Entwicklungen in der Wärmeerzeugung, Kälte-, Klima- und Lüftungs-technik, intelligenten Gebäudeautomation sowie nachhaltiger Badgestaltung und Installationstechnik.

Die meisten der 163.157 Besucher kamen neben Deutschland aus China, Italien, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Polen, Österreich und der Türkei. Der Weg zum internationalen Branchentreffpunkt lohnte sich für die Besucher: 94 Prozent waren mit ihrem Messebesuch zufrieden bis sehr zufrieden. Auch im Hinblick auf das Angebot der Aussteller war die Besucherzufriedenheit hoch.

96 Prozent bewerteten das Angebot der Aussteller positiv, so die Angaben der Frankfurter Messegesellschaft.

Nachfolgend einige Beispiele für Wärmepumpen-Aussteller

Qvantum

Der schwedische Wärmepumpen-Hersteller mit Niederlassung im bayerischen Kulmbach präsentierte auf der ISH mit der „Apartment-Wärmepumpe“ Qvantum QG-M eine Lösung für die Beheizung von einzelnen Wohnungen, die zuvor mit einer Gasetagenheizung ausgerüstet waren. Die Wärmepumpe mit dem Kältemittel R290 (Propangas) sei speziell für den Einsatz in Wohnungen und verschiedenen Wärmenetzen konzipiert worden.

Das System besteht aus einer wandmontierten, kompakten Hydraulikeinheit und einem 6 kW Wärmepumpenmodul. Die vorinstallierte Inneneinheit enthält alle wesentlichen Komponenten für einen effizienten Betrieb und ermöglicht so eine schnelle und einfache Installation. Die Größe entspreche der einer Gasheizung, wodurch der Austausch noch einfacher ist. Das QH-Innenmodul verfüge über einen integrierten Pufferspeicher, der als thermische Batterie fungiere und eine Wärmespeicherung von bis zu 90 °C ermögliche. Die Wärmepumpe optimiert durch das Laden zu Zeiten niedriger Strompreise oder eines Überschusses an erneuerbarer Energie den Energieverbrauch, entlastet das Stromnetz und sorgt für konstanten Komfort. Die Wärmepumpe sei für den Einsatz flexibler Stromtarife vorbereitet und ermögliche die Nutzung von Echtzeit-Strompreisen von diversen Stromanbietern. Warmwasser wird sofort über eine integrierte Frischwasserstation bereitgestellt, wodurch das Risiko einer Legionellenbildung entfällt und keine unterschiedlichen Korrosionsschutzmaßnahmen je nach Wasserqualität erforderlich sind.

Wolf

Im Bereich Heiztechnik präsentierte Wolf starke Lösungen – egal ob für Ein- und Mehrfamilienhäuser oder das Projektgeschäft. Ein besonderes Highlight stellte die neue Leistungsgröße der Luft/Wasser-Wärmepumpe CHA-20/24 dar.

Mit diesem Gerät (Leistungsbereich von 3,1–19,6 kW bei A-7/W35 und von 5,6–24,0 kW bei A7/W35) bietet Wolf nun eine noch leistungsstärkere Lösung, die sich besonders für große Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie den gewerblichen Bereich eignet. Kaskaden mit bis zu fünf Geräten ermöglichen dabei Heizleistungen von bis zu 100 kW und bieten ein breites Anwendungsfeld mit hoher Betriebssicherheit. Dank des innovativen Kältemittels und des großen Verdampfers arbeite die CHA-Monoblock-Wärmepumpenserie auch bei höheren Vorlauftemperaturen äußerst effizient. Gerade in der Modernisierung könne sie in aller Regel auch mit konventionellen Heizkörpern eingesetzt werden. Darüber hinaus gestaltet die Hybridlösung von Wolf den Einstieg in die Nutzung erneuerbarer Energien in der Modernisierung noch einfacher. Mithilfe eines praktischen Hybridsets könne ein Wärmepumpencenter mit dem bestehenden konventionellen Heizsystem zu einem effizienten Hybridcenter erweitert werden.

Arbonia

Gerade bei Sanierungen scheitert die Wärmewende häufig an der Wärmeverteilung, weil nach dem Einbau einer Wärmepumpe die Vorlauftemperatur nicht mehr zur Abdeckung der Heizlast ausreicht. Mit dem neuen Niedertemperatur-Wärmepumpenkonvektor HPC Typ 22 hat die Arbonia, ein Tochterunternehmen von Kermi, jetzt genau dafür eine effiziente und komfortable Lösung entwickelt. Denn als wohl erstes Modell am Markt stelle der neue, in vier Baugrößen lieferbare Wärmepumpenkonvektor die benötigte Heizleistung schon bei echten 35/30 °C Vorlauf-/Rücklauftemperatur zur Verfügung. Durch das besonders leise System an wartungsarmen Axiallüftern könne der Konvektor dabei sogar ohne störende Geräuschkulisse in Schlafzimmern installiert werden – ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal: Im durchgängigen Heizmodus mit etwa 1,5 kW Leistung sei der Schallleistungspegel bereits in geringer Entfernung vom Wärmepumpenkonvektor leiser als ein typischer PC-Lüfter. In Verbindung mit einer reversiblen Wärmepumpe könne der neue Wärmepumpenkonvektor von Arbonia darüber hinaus für das aktive Kühlen von Räumen eingesetzt werden.

Buderus Commercial Heat Control

Für größere Objekte wie Mehrfamilienhäuser mache sich ein Energiemonitoring, auch Commercial Heat Control (CHC) genannt, in vielen Fällen bezahlt: Es ermögliche Anlagenbetreibern, den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß des Heizsystems zu reduzieren. Mit Commercial Heat Control von Buderus können Verantwortliche in der Wohnungswirtschaft die Effizienz der Anlagen steigern und frühzeitig Verbesserungsbedarf identifizieren. Trotz modernster Technik lassen sich Heizsysteme in Neubauten oder Bestandsgebäuden häufig noch optimieren – beispielsweise, wenn Anlagen nicht exakt nach den Vorgaben eingestellt sind. Das führt zu unnötig hohen Energiekosten. Der Systemexperte Buderus unterstützt Wohnungsunternehmen mit dem Monitoring dabei, Kosten durch unerwartete Reparaturen oder Ausfallzeiten zu reduzieren und die Lebenszeit der Anlagen zu verlängern. Geeichte Strom-, Gas- und Wärmemengenzähler an Erzeuger- und Verbrauchsstellen sowie Sensoren zur Temperaturerfassung in Pufferspeichern und den Vor- und Rückläufen der Heizungsanlage sammeln die notwendigen Daten. Per M-Bus werden alle relevanten Werte im Minutentakt an einen Datenlogger übermittelt. Dafür muss das Heizsystem vernetzt sein. Die erfassten Daten werden schließlich per Funk über eine Internet-Schnittstelle an ein webgestütztes Energiemanagementsystem gesendet. So sei es auch möglich, Alarmmeldungen zu erhalten, wenn sich zuvor festgelegte Parameter wie die Heizkurve verändern.

Mitsubishi Electric

Unter anderem präsentierte Mitsubishi Electric die Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe der PUZ-WZ-Serie, die in der neuesten Monoblock-Ausführung das klimaunschädliche Gas R290 (Propangas) nutzt. Schon länger in den Leistungsstufen 5 und 6 kW Nennwärmeleistung erhältlich, ergänzt das neue Programm die Ecodan Familie um die Versionen 8,5, 10 und 12 kW. Sowohl mit den Monoblock- als auch mit den Split-Systemen ist eine Kaskadierung mit bis zu sechs gleichen Modulen möglich, wodurch eine Nennheizwärmeleistung von bis zu 72 bzw. 84 kW erreicht wird. Bei Objekten, in denen keine Heizräume im Gebäude vorhanden sind, bietet der Kooperationspartner – die PreFab GmbH – externe Wärmepumpen-Heizzentralen an. Diese werden mit den Ecodan Kaskaden (standardmäßig mit vier bzw. sechs Geräten) vorkonfiguriert für eine einfache Installation vor Ort geliefert. Diese platzsparende Innovation stellt vor allem für Wohnbaugesellschaften eine zukunftssichere Perspektive dar, wenn es darum geht, Mehrfamilienhäuser und Wohnkomplexe im bewohnten Zustand zu sanieren. Flexibel, hocheffizient und in Übereinstimmung mit den GEG-Vorgaben erfüllen Wärmepumpen-Container sämtliche Anforderungen an Wärmeversorgung und Trinkwarmwasserbereitung.

Schell

Mit einem breiten Portfolio an elektronischen Armaturen und Selbstschluss-Armaturen hält Schell eine passende, wassersparende Lösung für unterschiedlichste Anwendungsbereiche bereit: für Waschtisch, Küche, Dusche, WC und Urinal. Das größte Einsparpotenzial, nämlich bis zu 70 Prozent, besitzen elektronische Armaturenlösungen. Der Wasserfluss bei elektronischen, berührungsfreien Schell Waschtisch-Armaturen wird per Infrarot-Sensor bzw. per hochpräzisem ToF-Sensor (Time of Flight) gesteuert. Wasser fließt nur, wenn sich Hände im Erfassungsbereich des Sensors befinden. Sobald die Hände den Erfassungsbereich verlassen, stoppt der Wasserfluss automatisch.

Ein weiteres Plus bieten die elektronischen Armaturen von Schell durch die Möglichkeit zur automatischen Stagnationsspülung. Gerade in größeren Gebäuden kann es in Zeiten geringeren Betriebs zu längeren Standzeiten des Wassers in den Leitungen kommen, wodurch hygienische Risiken, etwa durch eine zu hohe Legionellenkonzentration, entstehen können. Ein regelmäßiger Wasseraustausch ist unerlässlich, um die Trinkwassergüte zu erhalten. Wird dieser automatisch statt manuell umgesetzt, lässt sich zusätzlich Wasser sparen, da der Spülvorgang gezielt gesteuert wird und somit effizienter ist. Die neuen Waschtischarmaturen Xeris E2, Celis E² und Puris E² ermöglichen dazu eine smarte bedarfsgerechte Spülung: Unter Berücksichtigung der Nutzungen wird die Spülung täglich neu berechnet und ausgeführt. Somit wird die Einhaltung der 72-Stunden-Regel (VDI 6023) bei geringstem Wasserverbrauch gewährleistet. Bei ausreichender Nutzung entfällt die Spülung.

Kaldewei

Der Sanitärobjekt-Hersteller aus Ahlen wertet die Stahl-Email-Schicht seiner Duschflächen mit einer Antirutsch-Funktion aus. Die unsichtbare Oberflächenveredelung „Invisible Grip“ sei die Lösung, die Trittsicherheit in der Dusche und elegante Badgestaltung vereine. Ab sofort bietet Kaldewei Antirutsch-Duschflächen in allen Farben der Coordinated Colours Collection an: von warmen Beige- oder Grau-Tönen über kühle Grau-Nuancen bis zu edlem Schwarz in Matt-Optik. Die neueste Kaldewei Oberflächenvergütung für Duschen, Invisible Grip, entfalte ihre volle Kraft erst bei der Anwendung mit Wasser. Beim Auftreten auf die nasse Oberfläche sorge eine unsichtbare Mikro-Strukturierung für besonders starken Halt und Barfuß-Trittsicherheit – selbst mit Seifenschaum oder Shampoo. Gleichzeitig biete Invisible Grip eine makellose Optik und Haptik, und auch einer blitzschnellenReinigung der edlen Badobjekte steht nichts im Wege. 

 

Grafik: Gesamtbestand zentrale Wärmeerzeuger 2024

Queelle: Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (bdh)

Quelle: Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (bdh)

 

Redaktion (allg.)

Pixabay/ Mohamed_hassan

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Artikel Heizungsindustrie setzt voll auf die Wärmepumpe
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