Heizkosten-Prognose 2019

Viele Mieter werden nachzahlen müssen

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Heizkessel werden in Regel erst nach Jahrzehnten ausgetauscht, wenn sie nicht mehr zu reparieren sind. Dabei führen moderne Geräte bei relativ geringen Investitionen zu spürbaren Energieeinsparungen. Bild: Vaillant
Heizkessel werden in Regel erst nach Jahrzehnten ausgetauscht, wenn sie nicht mehr zu reparieren sind. Dabei führen moderne Geräte bei relativ geringen Investitionen zu spürbaren Energieeinsparungen. Bild: Vaillant

Im vergangenen Jahr lagen die Durchschnittstemperaturen in Deutschland um 2,3 Prozent unter den Vorjahreswerten. In der Folge nahm der Verbrauch von Raumheizwärme in vielen Regionen zu.

Dies geht aus einer aktuellen Analyse des Energiedienstleisters Techem hervor. Insbesondere Mieter von gasbeheizten Wohnungen müssen voraussichtlich nachzahlen, denn hier stieg nicht nur der Verbrauch, sondern auch der Brennstoffpreis. Der durchschnittliche Erdgaspreis legte im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent zu – was eine Erhöhung der Raumheizkosten um durchschnittlich 6,2 Prozent bedeutet.

Erdgas wird teurer, Heizöl günstiger

Ob die Bewohner von ölbeheizten Häusern vom 2,2-prozentigen Rückgang des Heizölpreises profitieren werden, hängt unter anderem vom Einkaufszeitpunkt ab: Im Einzelfall wurden entweder im Vorjahr beschaffte Reserven verfeuert oder aber später und damit preiswerter eingekauftes Öl. Im Bundesdurchschnitt gleicht der Ölpreisrückgang den witterungsbedingten Mehrverbrauch weitgehend aus: Laut Techem-Prognose ist für ölbeheizte Liegenschaften nur mit einer minimalen Heizkostenerhöhung von 0,1 Prozent zu rechnen. Zum Vergleich: 2018 lag dieser Wert trotz der seinerzeit wärmeren Witterung aufgrund massiv gestiegener Heizölpreise bei 12,8 Prozent.

Während im Vorjahr vor allem im Norden Deutschlands Nachzahlungen für gestiegene Heizkosten zu leisten waren, können Mieter in diesen Regionen für 2019 sehr wahrscheinlich aufatmen: In Greifswald beispielsweise werden die Heizkosten für ölbeheizte Wohnungen voraussichtlich um 6,1 Prozent sinken; bei Gasheizungen beträgt der Rückgang immerhin 0,4 Prozent. Insbesondere in Cuxhaven, auf Helgoland und Norderney können sich Nutzer von Ölheizungen über verringerte Heizkosten freuen. Viele von ihnen mussten im Vorjahr eine mehr als 20-prozentige Kostensteigerung verkraften. Umgekehrt verhält es sich im Süden der Republik: Konstanz etwa gehörte 2018 noch zur Liga der Regionen mit dem größten Verbrauchsrückgang. 2019 hingegen steigen die Heizkosten für ölbeheizte Wohnhäuser dort temperaturbedingt um voraussichtlich 11,9 Prozent. Damit rangiert die Bodenseestadt nach Kempten im Allgäu 2019 an der Spitze der Regionen mit dem höchsten Mehrverbrauch.(Red.)

Redaktion (allg.)

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