Bauwirtschaft kann 2026 um 2,5 Prozent wachsen
Im Hochbau gibt es Lebenszeichen aus dem Wohnungsbau. Eine Umfrage unter 1.500 Betrieben des ZDB spiegelt diese positive Entwicklung wider: Über die Hälfte der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Damit ist der Abwärtstrend der vergangenen Jahre gestoppt. Schubert-Raab betont: „Die Bauwirtschaft hat die Talsohle durchschritten. Besonders die Infrastrukturinvestitionen können unseren Betrieben wieder eine Perspektive geben. Knapp 70 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden Monaten eine stabile oder bessere Lage – im Vorjahr war es nur gut die Hälfte. Diese Stabilisierung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir von 2021 bis 2024 einen realen Einbruch von 17 Prozent erlebt haben. Deshalb brauchen wir weiterhin langfristig verlässliche Investitionsimpulse – im Wohnungsbau wie in der Infrastruktur.“
Bis Ende des dritten Quartals 2025 stiegen die Auftragseingänge nominal um gut zehn Prozent. Real entspricht das einem Plus von fast acht Prozent – im Hoch- wie im Tiefbau gleichermaßen. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch große Projekte im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau.
Wohnungsbau zeigt Erholung
Aus dem Wohnungsbau kommen erstmals wieder positive Signale. Nach drei Jahren Investitionsstillstand werden Projekte wieder angeschoben. „Investoren scheinen die veränderten Rahmenbedingungen zu akzeptieren – gestiegene Finanzierungskosten und materialpreisgetriebene Baukosten. Investitionen werden nicht länger aufgeschoben. Von einer echten Wende im Wohnungsbau kann jedoch noch keine Rede sein“, so Schubert-Raab. Allerdings macht sich der Bau-Turbo seiner Ansicht nach bemerkbar. Die geplante EH-55-Plus-Förderung kann außerdem helfen, den Bauüberhang schnell in den Markt zu bringen.
Mit zinsgünstigen Darlehen, weniger Bürokratie und einer spürbaren Entlastung beim Bauen kann der Wohnungsbau-Motor wieder anspringen – und aus vorsichtigem Optimismus echter Schwung für das neue Jahr werden, meint der ZDB-Präsident. Der Saldo aus höheren und niedrigen Erwartungen zur Umsatzentwicklung im Wohnungsbau hat sich laut Umfrage des ZDB um fast 30 Prozent-Punkte gegenüber dem Vorjahreswert verbessert
Insgesamt erwartet Schubert-Raab im Wohnungsbau für 2025 einen Umsatz von knapp 54 Mrd. Euro . Das ist ein relaer Rückgang um 4 Prozent. 2026 hingegen dürfte der Umsatz auf rund 56,3 Mrd. Euro ansteigen, also real um 1,6 Prozent.
Öffentlicher Bau: Bund zieht an, Kommunen kämpfen
Die Nachfrage im öffentlichen Bau zeigt ein gemischtes Bild. Im Hochbau, der rund 20 Prozent des öffentlichen Bauumsatzes ausmacht, stiegen die Auftragseingänge bis Ende des dritten Quartals 2025 um 13 Prozent – geprägt von Großprojekten. Im Tiefbau schwanken die Entwicklungen: Straßenbauaufträge brachen wegen eines temporären Vergabestopps zwischen Mai und August um über 12 Prozent ein, die übrigen Tiefbauaufträge, insbesondere im Brückenbau, legten hingegen deutlich zu.
ZDB-Präsident Wolfgang Schubert-Raab kommentiert: „Die Bundesmittel wirken, doch die Kommunen stehen weiterhin unter erheblichem Druck. Trotz der ihnen zugesagten 60 Mrd. Euro aus dem SVIK werden Investitionsrückgänge in den kommenden Jahren nicht zu vermeiden sein.“
Gebäudetpy E ist ein Lichtblick, muss aber früher kommen
Im Wohnungsbau gibt es erste Lichtblicke. Der Gebäudetyp E, schnellere Planungsverfahren und die EH-55-Plus-Förderung senden wichtige Aufbruchsignale. Eine weitere BauGB-Novelle soll Prozesse einfacher, schneller und digitaler machen. Das lässt hoffen, dass der Neubau ab 2026 wieder Fahrt aufnimmt, so die Einschätzung des ZDB-Präsidenten
Beim Gebäudetyp E drängt seiner Meinung nach die Zeit. Ein Gesetz erst Ende 2026 wäre zu spät. Bauherren und Planer brauchen jetzt klare Regeln, damit einfacher und günstiger gebaut werden kann. Bund und Länder müssen hier geschlossen und einheitlich handeln. Doch ob 2026 zum Wendepunkt wird, hänge laut Schubert-Raab davon ab, wie konsequent die Bundesregierung ihren eingeschlagenen Kurs fortsetzt.










