Energiekrise: Heizkosten durch aktive Steuerung einsparen

Dortmunder Spar-und Bauverein optimiert Heizungskosten um 35 Prozent

Der Gaspreis in Deutschland befindet sich derzeit auf einem historischen Hoch: In den nächsten Wochen droht der Preis aufgrund von Rohstoffknappheit weiter zu explodieren. Bereits jetzt können Mieter:innen durch die Optimierung und Steuerung bestehender Heizungsanlagen bis zu 35 Prozent an Primärenergie bei der Spar- und Bauverein eG Dortmund einsparen. Dadurch werden Kostensteigerungen durch massiv gestiegene Gaspreise sowie auch die gesetzliche CO2-Bepreisung gleichermaßen abgemildert und Ressourcen im Sinne des Klimaschutzes eingespart.

FOTO: Sparverein Dortmund
FOTO: Sparverein Dortmund

Optimierung bestehender Heizungssysteme und aktive Steuerung

Neben umfangreichen Dämm- und Sanierungsmaßnahmen setzt die Dortmunder Wohnungsgenossenschaft auch auf geringinvestitive Lösungen. Dabei liegt der Fokus auf der Optimierung und aktiven Steuerung bestehender Heizungssysteme. Zusammen mit dem Kooperationspartner „ENVI Energieberatung“ konnten so erhebliche Einsparungen für die Mitglieder im ersten Halbjahr 2021 erzielt werden. Mit fast 1 Mio. Kilowattstunden Energie und umgerechnet 208 Tonnen CO2, profitieren nicht nur die Wohnungsmieter:innen, sondern vor allem auch die Umwelt. Die eingesparten 208 Tonnen CO2 entsprechen etwa dem CO2-Verbrauch von etwas mehr als 1000 Flügen von Dortmund nach Mallorca.

„Durch den optimierten Einsatz und die aktive Steuerung der Wärmeenergie konnten wir erhebliche Einsparungen realisieren. Gerade bei den aktuell explodierenden Beschaffungspreisen für Gas erzielen wir dadurch einen großen Nutzen für unsere Mitglieder und die Umwelt“, so Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstandsvorsitzender der Spar- und Bauverein eG Dortmund. Auch die Kosten der 2021 eingeführten gesetzlichen CO2-Bepreisung von 30 Euro pro Tonne (2021 noch 25 Euro/t) fällt durch die Heizungs­optimierungen geringer aus, erläutert Große-Wilde.

In Form einer umfassenden Auswertung der Verbrauchsdaten vorangegangener Heizperioden werden individuelle Anpassungen an den Heizungsanlagen vorgenommen. ENVI greift via Fernwarte direkt in die Regelung und Steuerung der Heizung ein. Durch die Fernsteuerung der Anlagen, dem digitalen Monitoring der Verbräuche und der telefonischen Erreichbarkeit für die Mieter schafft es das Ingenieurbüro ENVI gezielt und auf Gegebenheiten angepasst den Verbrauch dauerhaft zu mindern. Die Einsparungen ergeben sich aus dem Vergleich des aktuellen Verbrauchs mit dem Referenzwert, welcher den über mehrere Jahre gemittelten Energiebedarf der gleichen Anlage, vor Implementierung der Steuerung, widerspiegelt.

„Wir optimieren die Wärmeversorgung im Gebäude ganzheitlich. Von der Erzeugung, zur Verteilung bis hin zur bedürfnisgerechten Leistungsanpassung. Durch unsere stetige Datenanalyse schaffen wir klimaschonende Synergien“, erklärt Dr. Wilfried Ponischowski, Geschäftsführer der ENVI Energieberatung, die Grundprinzipien.

Neben der reinen Optimierung und aktiven Steuerung der Heizungsanlagen, wurden in den Beständen auch Blockheizkraftwerke, so genannte BHKWs, zur zentralen Energieerzeugung installiert. Dabei wird direkt im Gebäude Strom zur Nutzung erzeugt. Vor Ort dient die entstandene Abwärme dann zur umweltschonenden Beheizung des Gebäudes. Eine unnötige Beheizung wird im direkten Kontakt mit den Mieter:innen durch die passgenaue Einstellung auf die Bedürfnisse vermieden. Bei konventionellen Kraftwerken bleibt die Abwärme oft ungenutzt.

Quelle: Sparbau Dortmund

mehr zur Heizungsoptimierung im Heft 03 der IVV

 

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