Wohnraumoffensive Baden-Württemberg

Ideenpool zum bezahlbaren „Wohnen und Leben der Zukunft“

Das Land Baden-Württemberg hat 2019 eine Wohnraumoffensive auf den Weg gebracht und fördert mit dem Programm „Beispielgebender Projekte“. Das Wohnungsunternehmen Volkswohnung überzeugte mit seiner Studie zu einer Garagenaufstockung an der Heilbronner Straße in Karlsruhe und bekommt eine Förderzusage am 24. September.

Quelle: Falk Schneemann
Quelle: Falk Schneemann

Das Projekt wird den Bestand der Volkswohnung an der Heilbronner Straße um interessante städtebauliche Akzente ergänzen; gleichzeitig wird die bereits über das Vorhaben informierte Nachbarschaft einen Mehrwert durch eine soziale Durchmischung im Quartier erleben. Der Förderbescheid wird am 24. September von Katrin Schütz, Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau übergeben.

Mit "Innovativ Wohnen" hat Baden-Württemberg einen Ideenpool zum bezahlbaren „Wohnen und Leben der Zukunft“ aufgebaut. Das Bundesland stellt sich somit einer zentralen gesellschaftlichen und baukulturellen Herausforderung.

Einen ersten konkreten Umsetzungsschritt von "Innovativ Wohnen" stellt die Förderung von Beispielgebenden Projekten dar. Nach der erfolgreichen Förderrunde in 2019 startet das Land nun in die zweite Förderrunde. Gefördert wird erneut in den Kategorien Quartier – Gebäude – Mensch.

Beispielgebende Projekte erste Förderrunde – QUARTIER

Die Volkswohnung GmbH in Karlsruhe beabsichtigt, auf bestehenden Garagenhöfen in einer Nachkriegssiedlung zunächst zwölf Ein- und Zwei-Zimmerwohnungen aufzustocken und kompakten, überwiegend sozial geförderten Wohnraum für Studierende und Alleinerziehende zu schaffen. Die vorgefertigte Holzbauweise ermöglicht eine sehr kurze Bauzeit, den Einsatz rezyklierter Bauteile sowie die Möglichkeit, die Module auch in einem anderen Kontext wieder einsetzen zu können.

Damit wird das Quartier um interessante städtebauliche Akzente ergänzt und durch neue Bewohnergruppen sozial durchmischt. Das Wohnen „über den Garagen“ ist auf zeitlich begrenzte Lebensabschnitte ausgelegt.

Daneben sollen – auch in Abhängigkeit von der langfristigen Quartiersentwicklung – die Versetzbarkeit der Aufbauten sowie die spätere sortenreine Trennbarkeit der Baustoffe erprobt werden. So kann soziale Wohnraumförderung „auf Reisen“ gehen.

Beispielgebende Projekte erste Förderrunde – GEBÄUDE

Unter dem Titel „MehrRaum“ plant die Stadt Laupheim die Aufstockung einer bestehenden Kindertagesstätte mit 24 sozial geförderten Wohnungen. Das Gebäude ist sehr kompakt und wird in flexibler Modulbauweise aus Massivholz errichtet.

Der beispielgebende Charakter des Gebäudes liegt in der besonderen Nutzungskombination. Durch geschickte tageszeitabhängige Mehrfachnutzung von Gemeinschaftsräumen, Innenhöfen und Dachgärten werden Flächen für unterschiedliche Gruppen nutzbar gemacht – und zugleich wird Fläche eingespart. „MehrRaum“ ist ein ganzes Quartier in einem Gebäude.

Beispielgebende Projekte erste Förderrunde – MENSCH

Die Universitätsstadt Tübingen gründet die Dachgenossenschaft Wohnen Tübingen, um ein flexibles und lebensphasengerechtes Wohnangebot zu schaffen, gemeinschaftliche Wohnformen zu ermöglichen und gleichzeitig – trotz des angespannten Wohnungsmarkts – das Wohnen langfristig bezahlbar zu halten.

Die Genossenschaft „als Dach“ für individuelle Wohnprojekte und Initiativen übernimmt Gründungs-, Bau- sowie Verwaltungsaufgaben und stellt damit ein professionelles Management sicher.

Über einen Sozialfonds bietet sie Menschen mit geringem oder keinem Vermögen Zugang zu gemeinschaftlichen Wohnformen durch Übernahme der notwendigen Genossenschaftsanteile. Um das anfängliche Risiko abzusichern und erste Projekte anzuschieben, wird dieser langfristig revolvierende Fonds in der Startphase aus öffentlichen Mitteln der Universitätsstadt Tübingen und des Landes gespeist.

Die Dachgenossenschaft Wohnen Tübingen wird mit 1,4 Millionen Euro Landesmitteln aus dem Topf „Innovativ Wohnen BW – Beispielgebende Projekte“ gefördert. Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut übergibt den Förderbescheid am 24. Juli 2020 anlässlich eines Besuchs in der Universitätsstadt Tübingen persönlich.

Quelle: Land Baden-Württemberg

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