Innovative Wohnformen

Aufstockungen in elementierter Holzbauweise

An der Heilbronner Straße in Karlsruhe geht die Volkswohnung neue, innovative Wege zur sensiblen Innenentwicklung. Drei winkelförmige Garagenhöfe im Rintheimer Feld werden mit insgesamt zwölf Wohneinheiten aufgestockt. Dabei entstehen kompakte, öffentlich geförderte Ein- bis Drei-Zimmer-Mietwohnungen, die insbesondere für Studierende und Alleinerziehende zur Verfügung stehen sollen.

Auf Garagen ist Platz für Wohnraum. Das Wohnungsunternehmen Volkswohnung in Karlsruhe hat dies erkannt und stockt auf.
Auf Garagen ist Platz für Wohnraum. Das Wohnungsunternehmen Volkswohnung in Karlsruhe hat dies erkannt und stockt auf.

Beispielgebendes Projekt zur Garagenaufstockung

Innovative Wohnformen im Land entwickeln, die auch auf andere Standorte und lokale Gegeben­heiten übertragbar sind – das ist das Ziel des Förderprogramms „Innovativ Wohnen BW – Beispielgebende Projekte“ des Landes Baden-Württemberg. Die Volkswohnung konnte im ersten Förderaufruf des Projektes mit ihrer Studie zu einer Garagenaufstockung an der Heilbron­ner Straße in Karlsruhe überzeugen.

Durch Aufstockungen in elementierter Holzbauweise entstehen zwölf neue, kompakte und größtenteils öffentlich geförderte Wohnungen. Der innovative Ansatz über­zeugt durch eine kurze Bauzeit und Kreislaufgerechtigkeit, denn die Aufbauten werden mit sortenreinen Materialien und wiederverwertbaren oder wiederverwendeten Bauteilen errichtet. Im Beisein von Baubürgermeister Daniel Fluhrer und Volkswohnungs-Geschäftsführer Stefan Storz wurde am 11. Oktober 2022 Richtfest für das ungewöhnliche Projekt gefeiert. Die Fertigstellung ist für Februar 2023 vorgesehen. Die Volkswohnung investiert knapp 4,5 Mio. Euro.

Schonung von unbebautem Boden

Umgesetzt wird das Projekt nach Plänen des Karlsruher Architekten Dr. Falk Schneemann. Der innova­tive Ansatz in vorgefertigter Holzbauweise nutzt nicht nur vorhandene, bereits bebaute Flächen, son­dern überzeugt auch mit einer kurzen Bauzeit und denkt mit Sortenreinheit, dem Einsatz von Rezykla­ten und der Verwendung gebrauchter Bauteile drei Aspekte der Kreislaufwirtschaft mit.

Temporäres Wohnen

Abhängig von der weiteren Entwicklung des gesamten Wohngebiets können die verbauten Boden-, Wand- und Dachelemente aber auch demontiert und in einem anderen Kontext erneut eingesetzt wer­den. So könnte der zusätzliche Wohnraum zukünftig „auf Reisen“ gehen.

„Wir wollen hier vor allem Studierenden und Alleinerziehenden mit ein oder zwei Kindern Wohnraum anbieten und damit auch die Vielfalt im Quartier durch neue Bewohnergruppen fördern“, berichtet Volkswohnung-Geschäftsführer Stefan Storz. Da die geplanten Aufbauten beim Wohnen „über den Garagen“ aufgrund der baulichen Rahmenbedingungen nicht barrierefrei angeboten werden können, wurden als Zielgruppe bewusst Bewohner:innen mit zeitlich begrenztem Mietinteresse, bspw. in eher übergangsweise orientierten Lebensphasen, gewählt.

Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzer der Volkswohnung, Daniel Fluhrer, stellte folgenden Aspekt heraus: „Zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ressourcen gehört die Nutzung von gege­benen freien Flächen und damit die Schonung von unbebautem Boden. Die Volkswohnung geht mit die­sem Rintheimer Projekt vorbildliche Wege und schafft gleichzeitig neuen, bezahlbaren Wohnraum. Nicht zuletzt setzt die innovative Bebauung interessante städtebauliche Akzente.“

Das Land Baden-Württemberg gewährte für das außergewöhnliche Bauvorhaben im Rahmen des För­derprogramms „Innovativ Wohnen Baden-Württemberg – beispielgebende Projekte“ eine Fördersumme von ca. 700.000 Euro. Das Programm unterstützt die Entwicklung innovativer Wohnformen im Land, die auch auf andere Standorte und lokale Gegebenheiten übertragbar sind. Als „gute Praxis“ sollen sie Vorbild für andere Akteure am Wohnungsmarkt sein und Mut machen, eigene wegweisende Projekte anzuge­hen.

Quelle: Volkswohnung GmbH

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