Bauen: ungenutzte Dachflächen nutzen

Wie kann sozial-ökonomisch fairer Wohnraum entstehen, ohne die natürlichen Ressourcen zu zerstören? Wie kann sich der Bausektor so umgestalten, dass er den Klimawandel nicht weiter verstärkt? Diese und weitere Fragen stellen sich Studierende und Mitarbeitende unterschiedlicher Fachbereiche des Karlsruher Instituts für Technologie KIT im Team „RoofKIT“. „Die Stadt von heute wird die Ressource für die Stadt von morgen sein. Dazu braucht es ein neues Verständnis von Bauen“, sagt Professor Dirk Hebel, der das Projekt gemeinsam mit Professor Andreas Wagner an der KIT-Fakultät für Architektur leitet.

Dachaufstockungen sollen einfacher werden. Das Team „RoofKIT“ plant, entwirft und baut ein energieeffizientes und kreislaufgerechtes Gebäude. Foto: RoofKIT
Dachaufstockungen sollen einfacher werden. Das Team „RoofKIT“ plant, entwirft und baut ein energieeffizientes und kreislaufgerechtes Gebäude. Foto: RoofKIT

Die Bauindustrie verbraucht große Mengen energetischer Ressourcen und produziert Tonnen an Abfällen. Dass der Gebäudesektor schon heute mit einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft vereinbar ist, zeigen Studierende und Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bei dem Hochschulwettbewerb Solar Decathlon Europe 21/22. Das interdisziplinäre Team „RoofKIT“ widmet sich dabei Gebäudedächern als bisher ungenutzte Flächenressource. Nach einer zweijährigen Planungsphase startete im Mai 2022 der Aufbau der Demonstrationseinheit auf dem Solar Campus in Wuppertal.

Das Projekt RoofKIT hat den zweiten Platz gemacht beim German Sustainable Housing Award des GdW

Um zu demonstrieren, wie die eine neue ressourcensparende Art des Bauens aussehen kann, erstellte das Team ein Konzept für die Dachaufstockung des Café ADA in Wuppertal. Die Gestaltung des Gebäudes basiert auf den drei Säulen der Nachhaltigkeit „Ökologie“, „Ökonomie“ und „Soziales“, die RoofKIT um die vierte Säule „Ästhetik“ ergänzt hat.

Im Konzept stellt das Team vorgefertigte Holzmodule vor, die einen schnellen, preisgünstigen und effizienten Bauprozess ermöglichen. Für eine optimale Raumnutzung verwenden sie flexible Grundrisse und ein Sharing-Economy-Konzept. Zudem nutzt das Bauwerk 100 Prozent erneuerbare Energien, unter anderem aus Solaranlagen auf Gebäudeflächen und im Hinterhof.

„Wir entwickeln einen Bausatz, der überall Anwendung finden kann und stellen außerdem neue Konstruktionssysteme, Materialien und Systeme zur Energiegewinnung vor“, erläutert Nadine Georgi, Studentin der Architektur am KIT und Mitglied von RoofKIT.

Demonstrationseinheit auf dem Solar Campus

Seit Ende März 2022 arbeitet RoofKIT gemeinsam mit einer Zimmerei und Tischlerei im österreichischen Reuthe am Bau der Demonstrationseinheit. Die zweiwöchige Aufbauphase auf dem Solar Campus startete mit dem offiziellen Spatenstich am gestrigen Donnerstag. In der nun anschließenden, zweiwöchigen Eventphase sind die Häuser für Interessierte geöffnet. Währenddessen bewertet eine internationale Fachjury die eingereichten Gesamtkonzepte und Demonstratoren.

Im Anschluss an den Wettbewerb Solar Decathlon Europe wird sich der Solar Campus in Wuppertal in ein „Living Lab“ verwandeln, das die Forschung an ausgewählten Häusern fortsetzt. RoofKIT plant, das aufgebaute Gebäude nach Karlsruhe zu bringen. So wollen die Forscher zeigen,  dass eine langfristige, nachhaltige Lösung im Bauwesen schon heute umsetzbar ist.

https://roofkit.de/de/
https://sde21.eu/de

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