Abwärtstrend

Kaufpreise für Wohnimmobilien sinken

Einen Immobilienboom gibt es offensichtlich zur Zeit nicht. Die Nachfrage nach Wohneigentum und damit die Kaufpreise gehen im Westen zurück. Das zeigt ein Vorjahresvergleich der Angebotspreise von Wohnungen in den Stadt- und Landkreisen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland von immowelt.

Wer jetzt eine Wohnimmobilie kaufen möchte, um sie anschließend zu vermieten, profitiert von sinkenden Preisen bei Immobilien. BILD: AdobeStock/ Maelgoa
Wer jetzt eine Wohnimmobilie kaufen möchte, um sie anschließend zu vermieten, profitiert von sinkenden Preisen bei Immobilien. BILD: AdobeStock/ Maelgoa

Teure Großstädte und auch günstigere ländlichen Regionen betroffen

In 82 von 91 untersuchten Stadt- und Landkreisen sind die Kaufpreise von Wohnungen von Juni 2022 zu Juni 2023 gesunken.

Der teuerste aller untersuchten Kreise ist der Stadtkreis Frankfurt am Main mit einem aktuellen Quadratmeterpreis von im Durchschnitt 5.927 Euro. Hier hat sich Wohnraum spürbar vergünstigt: Vor einem Jahr mussten Käufer noch Angebotspreise von 6.326 Euro zahlen, was einem Rückgang von -6,3 Prozent entspricht. Auch im Umland sinken die Preise: Der Hochtaunuskreis verzeichnet einen Rückgang von -4,9 Prozent, der Main-Taunus-Kreis von -5,6 Prozent.

In den Großstädten am Rhein zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Frankfurt, wenngleich das Preisniveau deutlich darunter liegt. Vor einem Jahr kosteten Eigentumswohnungen in Köln und Düsseldorf im Mittel noch über 5.000 Euro pro Quadratmeter. Nach einem Rückgang von -7,6 Prozent liegt der aktuelle Durchschnittspreis in Köln bei 4.996 Euro pro Quadratmeter und auf der anderen Seite des Rheins nach einem Minus von -6,1 Prozent bei 4.756 Euro.

Auch in zahlreichen kleineren Städten sinken die Kaufpreise. In Wiesbaden (-5,9 Prozent), Münster (-5,8 Prozent) und Mainz (-5,6 Prozent) bewegen sich allesamt auf einem ähnlichen Preisniveau von rund 4.500 Euro pro Quadratmeter. In Offenbach (-8,2 Prozent) und Bonn (-8,6 Prozent) sind die Preise innerhalb eines Jahres sogar unter die 4.000-Euro-Marke gefallen.

Stärkste Rückgänge in Rheinland-Pfalz

In Speyer sind die Preise innerhalb eines Jahres gar um -15,5 Prozent eingebrochen. Damit verbucht die kreisfreie Stadt im Süden von Rheinland-Pfalz das stärkste prozentuale Minus aller untersuchten Kreise. Vor einem Jahr wurden Bestandswohnungen noch im Durchschnitt für 4.330 Euro angeboten, aktuell hingegen für 3.659 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt befinden sich 3 Kreise aus Rheinland-Pfalz an der Spitze der größten Preisrückgänge. Neben Speyer sinken auch in Koblenz (-12,5 Prozent) und im Landkreis Bad Kreuznach (-12,4 Prozent) die Preise besonders stark.

Auch in den größten Städten des Ruhrgebiets zeigt die Preiskurve nach unten

In Dortmund (-3,3 Prozent), Essen (-8,5 Prozent) und Duisburg (-6,9 Prozent) ist der Immobilienkauf verglichen mit anderen Großstädten zwar günstig, allerdings sind die Einkommen auch deutlich geringer als in Großstädten wie Köln oder Frankfurt.

Der günstigste aller untersuchen Kreise liegt mit der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen ebenfalls im Ruhrgebiet. Zwar sind dort die Preise mit einem Plus von 0,7 Prozent nahezu stabil geblieben, an den Quadratmeterpreis von 1.632 Euro kommt dennoch kein anderer Kreis heran. Insgesamt haben sich die Angebotspreise nur in 9 von 91 Kreisen von 2022 auf 2023 verteuert. In keiner der Regionen werden allerdings Durchschnittspreise von über 3.000 Euro verlangt. Den stärksten Zuwachs verbuchen der Regionalverband Saarbrücken und der Landkreis Trier-Saarburg aus Rheinland-Pfalz mit jeweils +4,9 Prozent.

Das zeigt eine aktuelle Analyse von immowelt, in der die durchschnittlichen Angebotspreise von Bestandswohnungen (75 Quadratmeter, 3 Zimmer, 1. Stock, Baujahr 1990er-Jahre) in ausgewählten Stadt- und Landkreisen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland untersucht wurden.

Martina Eisinger

Redaktionelle Mitarbeiterin
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